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philammon
PHILAMMON Mythischer, musikgeschichtlich nicht fassbarer Musiker (Kitharode)und Dichter aus Delphi; Hesiod frg. 111. Sohn des Apollon und der Philonis, einer Tochter des Deioneus 1; Pherekydes Schol. Odyssee 19,432. In späteren Sagen wurden Chione 4, eine Tochter des Daidalon (Ovid met. 11,301) oder Leukonoe, eine Schwester des Daidalon (Hygin fab. 161), als Mutter des Philammon und des Autolikos 1 genannt. ….. Der Name Philammon steht im Zusammenhang mit dem Eindringen des ägyptischen Weltentstehungsgottes Ammon / Amun in die griechische Religion, der in einigen Regionen Griechenlands als Ammon-Zeus verehrt wurde. ….. Bereits als 14-jähriges Mädchen war die Mutter von Philammon so schön, dass reihenweise Männer um sie warben. Auch Apollon und Hermes fühlten heftiges Verlangen und wollten eine Tages die Nacht abwarten. Hermes, der Schlaufuchs, umzauberte aber bereits am Nachmittag die Schöne, versetzte sie in tiefen Schlummer und zeugte mit ihr den Autolykos 1, den größten Dieb aller Zeiten. Apollon erschien in der Nacht. Neun Monate später entband Chione Zwillinge, den Autolykos von Hermes und von Apollon den Philammon. Weil sie von zwei Göttern begehrt wurde und ihnen je einen Sohn geboren hatte, prahlte Chione mit ihrer Schönheit. Artemis tötete sie dafür. Den Daidalon, der den Tod seiner Tochter tief betrauerte, verwandelte Artemis in einen Falken; Ovid met. 11,291ff. ….. Erwachsen, verführte Philammon die Nymphe Argiope 1, ließ sie aber, als sie ihm einen Sohn schenkte, mit dem Kind nicht in sein Haus. Pausanias IV 33,3: „….. Geht man am Tor dreißig Stadien abwärts, kommt der Fluss Balyra; den Namen soll er von Thamyris erhalten haben, der dort bei seiner Erblindung die Leier fortgeworfen haben soll. Er sei ein Sohn des Philammon und der Nymphe Argiope gewesen. Argiope habe damals am Parnass gewohnt, und als sie schwanger war, sei sie zu den Odrysen ausgewandert. Denn Philammon habe sie nicht zu sich ins Haus nehmen wollen.“ (Pausanias: Reisen in Griechenland. Band 1: Athen, die Bücher I - IV in der Übersetzung von Ernst Meyer. Düsseldorf / Zürich: Artemis & Winkler Verlag, 2001.) Wie sein Vater und sein Sohn war Philammon in Hyakinthos verliebt. Philammon soll nicht nur ein vorzüglicher Kithara-Spieler gewesen sein, sondern auch erstmals Mädchenchöre verfasst haben die die Geburt der Leto, der Artemis und des Apollon zum Inhalt hatten. Bei einem Dichter- und Sängerwettstreit in Delphi wurden erstmals Preise vergeben. Chrysothemis von Kreta war der erste Sieger, der einen Wettkampfpreis erhielt. Philammon der zweite; nach Eusebios soll das im Jahre 1292 v. Chr. gewesen sein. Nach ihm siegte sein Sohn Thamyris; Pausanias 10,7,2. Pausanias 2,37,2 erwähnt auch, dass Philammon die argivischen Mysterien von Lerna gestiftet haben soll. Er wird auch neben oder anstatt Orpheus als Argonaute genannt. Den Tod fand Philammon bei der Verteidigung von Delphi auf der Seite der Argiver gegen die Phlegyer; Pausanias 9,36,2.