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iolaos 1
IOLAOS 1 Sohn der Iphikles und der Automedusa, außerehelich Vater der Leipophile, der Gemahlin des Phylas 4; Pausanias 9,40,5.6: „……….Das bezeugt auch der Dichter der großen Eoien: „Phylas erkor die Leipophile sich, die der Held Iolaos hatte gezeugt, von Gestalt den olympischen Göttinnen ähnlich. Diese gebar als Sohn ihm Hippotes in der Behausung, auch die reizende Thero, dem Glanz der Selene vergleichbar. Aber von Thero darauf, die geruht in den Armen Apollons, wuchs mit gewaltiger Kraft der Rossebändiger Chairon.“ ….. Iolaos war ein boiotischer Heros, der in Theben und Athen, aber auch auf Sizilien und Sardinien verehrt wurde. Erstmals literarisch erwähnt, und hier bereits voll ausgebildet mit seinem Onkel Herakles, wird er bei Hesiod Theogonie 313ff: „…..aber zum dritten gebar sie die unheilbrütende Hydra Lernes, die die leuchtendarmige Göttin sich aufzog, Hera, unersättlich im Zorn auf Hérakles' Stärke - diese erlegte der Sohn des Zeus mit grausamem Pfeile, Hérakles, Sohn Amphitrýons, mit Hilfe des aresgeliebten, Iólaos nach dem Ratschluß der beuteverteilenden Pallas -; …..“ [Hesiod: Theogonie. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4501 (vgl. Hesiod-W, S. 15 ff.) (c) Aufbau-Verlag] Er gilt als erster Teilnehmer der ersten olympischen Spiele. …… Iolaos hatte sehr früh einen eigenen Kult und wurde mit dem jungen phoinikischen Gott Iobes, dem Sohn der Kerthe, identifiziert. In Kerthe sieht man die Eponyme der punischen Hauptstadt Karthago. Kerthada oder Kertha hieß auch ein Stadtteil von Karthago. ….. Der Herakleskult verdrängte jedoch Iolaos. Mit der Zeit wurde er als Sohn des Iphikles in eine Genealogie eingebaut und Wagenlenker, treuer Gefährte und Liebling (nach Aristoteles frg. 92) seines Onkels Herakles, dem er bei vielen seiner Arbeiten und Kämpfen half. Er war Teilnehmer an der kalyd. Eberjagd. Als Herakles seine „Arbeiten“ vollendet hatte, überließ er Iolaos seine Frau Megara, weil er, nachdem er die gemeinsamen Kinder im Wahn getötet hatte, sich für unwürdig empfand weiterhin mit dieser edlen trauernden Frau verheiratet zu sein. Auch als Herakles sich auf den Scheiterhaufen setzte und um Feuer bat, war Iolaos anwesend. Nach dem Tod des Herakles verteidigte er heldenhaft dessen Nachkommen vor den mörderischen Verfolgungen des Eurystheus. Vor dem entscheidenden Kampf bat er, bereits alt und schwach, Zeus und Hebe um Verjüngung, damit er siegen und weiterhin die Herakliden schützen könne. Herakles und Hebe erschienen als zwei Sterne leuchtend über dem Streitwagen des Iolaos und gaben ihm für kurze Zeit jugendliche Kraft (Kraft durch Glauben). In einem brutalen Zweikampf besiegte er Eurystheus und schlug ihm den Kopf ab. …… Nach anderen, älteren Überlieferungen kolonisierte Iolaos Sardinien mit thespischen und athenischen Siedlern, unter ihnen die 51 Söhne, die in der Nacht des „Marathon des Herakles“ Herakles mit den Töchtern des Thespios gezeugt hat. Noch im 2. Jh. n. Chr. wurde Iolaos auf Sardinien verehrt.