eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
die göttinnen und götter und ihre nachkommen
home
genealogie
entstehung
lexikon
galerie
infos
kontakt
Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie
hier
.
kreusa 2 bis 10
KREUSA 2 bis 10 1. Hafenstadt in Boiotien. ....... 2. – 6. Ursprünglich, in ihrer Frühzeit, waren diese 5 Kreusa chthonische Wesen und wurden im Laufe der Zeit aufgeteilt und personifiziert. ....... 2. Thessalische Naiade, Tochter der Gaia und des Okeanos. Sie heiratete den Flussgott Peneios 1 und zeugte mit ihm Hypseus, den König der Lapithen, und Stilbe; Pindar, Pythische Oden IX, 1,15: „Ihn hatte einst in des Pindos berühmten Tälern die Naiade Kreusa geboren, die sich der Liebe des Peneios erfreute, der Gaia Tochter.“ (Pindar: Oden I – IV, in der Übersetzung von Eugen Dönt. Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH & Co., 1986.) 3. Tochter der Praxithea 1 und des Erechtheus, Gattin des Xuthos 1, Mutter von Ion 3, Achaios 1 und Doros 3. In der Regel gilt Doros 3 aber als Bruder des Xuthos 1 und ist somit Schwager der Kreusa 3. Zwei Versionen seiner Herkunft werden überliefert: a.) In dieser Version wurde Xuthos aus Athen vertrieben: Sein Vater Xuthos wanderte, nachdem er von den Söhnen des Erechtheus aus Athen vertrieben wurde nach Aigialos, einem Küstengebiet des nörlichen Peloponnes aus und starb dort. Ion blieb dort, sammelte ein Heer und wollte die Gegend unterwerfen, aber Selinus, der König der pelasgischen Ureinwohner kam seinem Plan zuvor und verheiratete Ion mit seiner Tochter Helike. Nach dem Tode des Selinus wurde Ion König und benannte sein neues Volk Ionier, gründete eine Stadt und gab ihr den Namen seiner Frau – Helike. Später zog er nach Athen, in das Land seiner Mutter, um die Athener im Kampf gegen Eleusis zu führen. Er fiel und wurde in Potami bestattet; Pausanias 1,31,3. b.) In dieser Version ist Xuthos König von Athen: Mit Kreusa 3 hatte er keine Kinder. Heimlich hatte aber Kreusa einen Sohn mit Apollon, den Ion, und setzte ihn in der Höhle aus, in der Apollon sie verführt hatte. Im Auftrag von Apollon brachte Hermes das Kind in einem Korb, in dem sich auch Schmuck der Mutter befand, nach Delphi und legte es auf die Stufen des Tempels des Apollon. Die Pythia zog das Kind auf. Jahre später gingen Kreusa und Xuthos nach Delphi um das Orakel wegen ihrer Kinderlosigkeit zu befragen. Das Orakel sagte Xuthos, der erste Mann dem er, wenn er aus dem Tempel gehe, begegne, sei sein Sohn. Er begegnete Ion. Überglücklich schloss er ihn in die Arme. Beide glaubten an eine voreheliche Jugendsünde und informierten vorsichtig Kreusa. Ein schwatzhafter alter Diener hatte Kreusa aber vorgewarnt und bekräftigte sie im Glauben, Xuthos plane mit Ion eine fremde Linie auf den Thron von Athen zu bringen. Sie fasste den Plan Ion mit dem Tropfen Blut der Gorgo, den Athene einst dem Erichthonios gegeben hatte, zu vergiften. Beim Fest, das Xuthos zu Ehren seines wieder gefundenen Sohnes gab, mischte Kreusa den Blutstropfen mit dem Wein im Becher des Ion. Während der Zeremonie wollte Ion den Wein trinken - da griff Apollon ein: Durch den Mund eines Dieners sprach er ein Wort von schlechter Vorbedeutung. Ion, von der Pythia fromm erzogen, verlangte eine Wiederholung der Zeremonie und schüttete den Wein auf den Boden. Eine Taube nippte davon und zum Entsetzen der Anwesenden starb sie sofort unter schrecklichen Qualen. Die Verschwörung wurde aufgedeckt und Kreusa wurde auf der Stelle zum Tod verurteilt. Xuthos verlangte die sofortige Hinrichtung. Es erschien aber die alte Pythia und brachte den Korb und den Schmuck der Kreusa. Sie erkannte Ion als ihren Sohn. Die Knechte wollten Kreusa abführen, da erschien Athene und flüsterte ihr und dem Ion in das Ohr, sie sollen Xuthos im Glauben der Vaterschaft lassen. Dann erklärte Athene laut, dass Kreusa dem Xuthos noch Kinder gebären werde. Alle waren glücklich und Doros, Diomede, Teledike und Achaios wurden geboren. Euripides verarbeitete diese Sage in seinem „Ion“. Nach Hygin fab. 160 soll Kreusa 3 mit Hermes den Kephalos 1 gezeugt haben. 4. Tochter des Kreon 2, man nennt sie auch Glauke 5. ….. Endlich, nach Jahren, kehrte Iason nach der Fahrt der Argonauten nach Iolkos zurück, brachte seine Gemahlin, die kolchische Zauberin Medeia mit und übergab Pelias das Goldene Vlies. Er erhielt aber nicht, wie versprochen, die Königswürde. Die Argonauten waren zu schwach, um Iolkos gewaltsam zu übernehmen. Medeia musste, gemäß dem Racheplan der Hera, Pelias zu Fall bringen. Im Beisein der Töchter des Pelias erhitzte sie in einem großen Kochtopf Wasser, streute Kräuter hinein, tötete einen uralten Widder, zerteilte ihn und warf die Stücke in das kochende Zauberwasser. Nach kurzer Zeit sprang aus dem Topf ein junger schöner Widder. Pelias Töchter wünschten sofort eine Verjüngung ihres Vaters. Medeia erklärte sich freundlich bereit und beauftragte sie den Vater zu töten, zu zerstückeln und gab ihnen Kräuter. Sie gehorchten und kochten und kochten, die Kräuter waren falsch – Pausanias 8,11,3 schreibt: „…. ihn aber bekamen die Töchter so zurück, daß er für die Bestattung nicht mehr tauglich war.“ Die RACHE DER HERA war vollzogen. Medeia übergab den Thron ihrem Mann Iason. Die irregeführten Töchter des Pelias bestatteten den Vater und verließen beschämt ihre Heimat. ….. Doch das Volk hatte Angst vor Medeia, diese Fremde, diese unberechenbare Frau, Zauberin, man floh vor ihr, sie wurde verhöhnt und ausgestoßen. Akastos, der Sohn des Pelias, ergriff (oder erhielt sie von Iason) die Macht und vertrieb Medeia und Iason aus dem Land. König Kreon 2 von Korinth, Iason verbrachte als Jüngling einige Jahre an seinem Hofe, nahm die Herumirrenden auf. Sie erlebten einige glückliche Jahre und bekamen einige Kinder (sieben Namen werden in der Literatur genannt). Aber auch die Korinther verachten die Fremde und fürchteten sich vor ihr (Bei Grillparzer darf Medea, die Fremde, mit ihrer Dienerin die Stadt nicht betreten und muss in einer alten Hütte vor der Stadt hausen.) Grillparzer Medea 1 / 19: „Weil eine Fremd´ ich bin aus fernem Land und unbekannt mit dieses Bodens Bräuchen, verachten sie mich, seh´n auf mich herab, und eine scheue Wilde bin ich ihnen, die Unterste, die letzte aller Menschen, die ich die erste war in meiner Heimat. Ich will ja gerne tun, was ihr mir sagt, nur sagt mir was ich tun soll, statt zu zürnen ....“). ...... Bis zur Selbstaufgabe ordnet sich Medeia ein und unter, um als Mensch anerkannt und aufgenommen zu werden. – Vergebens ! Iason, der als berühmter Held beim König und dem Volk von Korinth hoch angesehen, beliebt war und verehrt wurde, entfremdete sich der verzweifelnden Medeia zusehends und begann sie zu verachten. Kreon 2, der König, bot Iason die Hand seiner Tochter Kreusa (Glauke) an und, er hatte keinen Sohn, damit den Thron von Korinth. Iasons Söhne von Medeia hatten, da sie Söhne einer Fremden waren, keinen Erbanspruch. In heilloser Verzweiflung begann Medeia um die Liebe ihres Mannes und um ihre Kinder zu kämpfen. Ebenfalls vergebens, Iason entschied sich für Kreusa und die Macht, die Kinder wendeten sich von der Mutter ab und König Kreon fällte ein endgültiges Urteil: Die Kinder werden der Mutter weggenommen, Medeia selbst wird mit ihrer Dienerin verbannt. Medeia, völlig am Ende, beginnt zu hassen! Grauenhaft gedemütigt, vom Geliebten, dem sie alles, sogar ihre Beziehung zur Familie und Heimat, opferte, zutiefst verwundet und verstoßen, ihre Kinder beraubt, verbannt und dem Untergang geweiht, erwacht in ihr der alte königliche Stolz, sie besinnt sich ihrer Zauberkraft und Macht. Ruhig und besonnen ergibt sie sich scheinbar dem Schicksal und bittet um einen Abschied von ihren Kindern. Ihre Dienerin schickt sie mit einem wunderschönen Mantel, einem Abschiedsgeschenk für die königliche Braut, zu Kreusa. Um ihre Rache an Iason vollkommen zu machen zieht sie beim Abschied einen Dolch und ersticht ihre eigenen Kinder (Wandgemälde aus Pompeji, im Nationalmuseum in Neapel ausgestellt). Gleichzeitig hing sich Kreusa freudig den Mantel um – und Flammen schlagen aus ihm. Laut schreiend verbrennt sie, verbrennt mit ihr der zur Hilfe eilende Vater, König Kreon, der Palast und die Stadt Korinth. Die Bewohner der Stadt stürmten Medeias Hütte. Aber Medeia, im Verzweiflungswahn triumphierend, nahm die Leichen ihrer Söhne, bestieg einen feurigen, von Drachen gezogenen Wagen, ein Geschenk ihres Großvaters Helios, flog auf die Akropolis von Korinth, bestattete ihre Kinder im Heiligtum der Hera Akraia und entschwand durch die Lüfte. Iason wurde aus Korinth verbannt. 5. Tochter des Priamos 1, erste Gattin des Aineias, Mutter des Askanios. Als Aineias bei der Flucht aus dem brennenden Troia feststellt, dass seine Frau Kreusa fehlt, eilt er in die Stadt zurück und sucht sie verzweifelt. Sie erscheint ihm als Schatten aus dem Feuer, fordert ihn auf sich in einem anderen Land neu zu verheiraten und ein neues Königreich zu gründen. Aphrodite erscheint und entrückt Kreusa; Aeneis 2,729ff: „Nahe schon war ich dem Tor, und ich hoffte, die Strecke im ganzen sicher durchmessen zu haben. Da schlug mir Getrappel von Schritten plötzlich ans Ohr, und mein Vater, bemüht, das Dunkel mit seinem Blick zu durchdringen, mahnte mich laut: 'Da kommen sie! Fliehe, fliehe, mein Sohn! Da funkelt die Bronze, da glänzen die Schilde!' Was für ein feindlicher Gott mir in meiner Verwirrung an dieser Stelle den Rest der Besonnenheit raubte, das weiß ich nicht. Laufend wich ich vom Wege, verließ die bekannte Richtung. Indessen aber entriß mir das Schicksal, mir Elendem, grausam die Gattin. Machte sie halt, verlief sie sich, mußte ermattet sie rasten? Niemals erfuhr ich den Hergang, niemals auch sah ich sie wieder, merkte auch erst den Verlust und dachte zurück an die Teure, als wir beim Hügel, der heiligen Stätte der uralten Ceres, angelangt waren. Hier sammelten sich die Getreuen. Krëusa fehlte, vom Gatten, vom Sohn nicht bemerkt und von keinem der andern. Außer mir war ich und wälzte die Schuld auf Menschen und Götter, sah in dem Vorfall den grausamsten Schlag beim Untergang Trojas. Meinen Gefährten vertraute Iulus ich an und den Vater samt den Penaten und hieß sie im Talgrund in Sicherheit bringen, kehrte dann selber, mit blanker Waffe, zurück in die Festung, wollte aufs neue ins Unglück mich stürzen, ganz Troja durchstreifen, wollte zum zweiten Male die Stirn den Wagnissen bieten. Bis zu den Mauern gelangte ich erst und zum düsteren Tore, dort, wo die Stadt ich verließ, und verfolgte quer durch das Dunkel die hinterlassenen Spuren genau, hielt angespannt Umschau. Überall lauerte Schrecken, auch Stille jagte mir Furcht ein. Dann begab ich nach Hause mich; hatte Krëusa vielleicht sich dorthin gewandt? Erstürmt und besetzt von den Danaern alles! Gierig schon fraß sich das Feuer zum oberen Teil des Gebäudes, über den Dachfirst züngelten Flammen, hoch stoben die Funken. Weiter gelangte ich dann zum Priamosschloß und zur Stadtburg. In den verödeten Hallen der Juno - einst heiliger Freistatt! - walteten Phoinix bereits und der schlimme Odysseus als Wächter sämtlicher Beutestücke. Man hatte die troischen Schätze Tempeln entrafft und hierher zusammengetragen, geweihte Tische der Götter, vergoldete Mischkrüge, schöne Gewebe. Kinder und schreckenverstörte Mütter standen, zu langen Zügen gereiht, ringsumher. Schließlich wagte sogar ich laut durch das Dunkel zu rufen, ließ durch die Straßen tieftraurig den Namen Krëusas erschallen und wiederholte ihn immer aufs neue, doch ohne Ergebnis. Während ich zwischen den Häusern umsonst, wie von Sinnen, sie suchte, trat mir Krëusa als Bildnis des Unglücks, als Schatten, ganz plötzlich klar vor die Augen, größer, als ich sie im Leben einst kannte. Starr vor Entsetzen stand ich, mir sträubte das Haar sich, die Stimme stockte. Da sprach sie mich an und benahm mir Schrecken und Sorge: 'Warum, mein teurer Gefährte, ergibst du dich derart verzweifelt grundlosem Schmerze? Nicht ohne das Wirken der Götter vollzog sich alles Geschehene. Weder das Schicksal noch Jupiter, Herrscher hoch im Olympus, gestatten, daß dich Krëusa begleitet. Lange Zeit heimatlos, wirst du weithin die Meere durchfurchen. Auch nach Hesperien wirst du gelangen. Der lydische Tiber windet sich dort gemächlich voran durch fruchtbare Fluren. Dort erringst du dir Glück, ein Königreich, eine Gemahlin fürstlichen Stammes. Beweine nicht deine geliebte Krëusa! Keinen stolzen Palast bei den Dolopern und Myrmidonen werde ich sehen, nicht griechische Mütter als Sklavin bedienen, ich, als Dardanerin, Schwiegertochter der göttlichen Venus. Nein, hierzulande behält mich die mächtige Mutter der Götter. Lebe jetzt wohl, bewahr dir die Liebe zu unserem Jungen!' Vieles noch wollte ich, unter Tränen, zur Antwort ihr sagen, doch sie verließ mich, entwich und löste sich auf in die Lüfte.“ [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17604 (vgl. Vergil-W, S. 187 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 6. Amazone. Sie ist auf einer Vase aus Cumae dargestellt. 7. Gemahlin des Kassandros, Mutter des von Neoptolemos getöteten Menes; Quintus von Smyrna 8,82f: „Weiter erschlug er den Menes, den hurtigen Sohn des Kassandros, Welchen Kreusa geboren am schönhinströmenden Lindos, …“ 8. Rhoio, von Apollon die Mutter des Anios, wird auch Kreusa genannt. 9. Klaros war ein Liebling des Apollon; Philostratos epist. 5. Er wird auch als Sohn von Apollon und einer Kreusa genannt; Euteknios Metaphr. Nikandros Alexipharmaka 11. 10. Opheltes 1, später wurde er auch Eupethes oder Euphegos genannt, war der kleine Sohn des Lykurgos 3, und der Eurydike 2 (Aischylos nennt sie Nemea 2, Apollodor 1,104 Amphithea 6 und bei Hypoth. a. O. heißt sie Kreusa 10). Seine Amme Hypsipyle (siehe Hypsipyle>) zeigte den durstigen „Sieben gegen Theben“ eine Quelle. Dabei legte sie das Kind auf Eppichkraut und ließ es kurz unbeaufsichtigt. Eine Schlange kam und fraß den Kleinen. Die Sieben töteten die Schlange, öffneten den Leib und bargen das tote Kind. Bei Lykurgos erreichten sie Gnade für Hypsiphyle. In aller Pracht wurde Opheltes bestattet. Ihm zur Ehre wurden die Nemeischen Spiele gegründet, die Sieger erhielten einen Kranz aus Eppichblättern. Der Seher Amphiaraos sah in diesem Tod ein böses Vorzeichen für die Sieben im Kampf um Theben und nannte das Kind Archemoros, „Anfang des Unheils“. Pausanias 2,15,3ff: „Hier ist das Grab des Opheltes und darum eine Einfriedung aus Steinen, und innerhalb dieses Bezirks stehen Altäre; ein Erdhügel ist das Grabmal des Lykurgos, des Vaters des Opheltes.“