eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
die göttinnen und götter und ihre nachkommen
home
genealogie
entstehung
lexikon
galerie
infos
kontakt
Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie
hier
.
phorkys 1,2,3,4,5
PHORKYS 1,2,3,4,5 1. Ein Meergott, Vater der Thoosa 1, der Mutter des Polyphemos 2; Homer Odyssee 1,68ff: „Nein, nur Poseidon, der Träger der Erde, zürnt ihm noch immer, um des Kyklopen willen, dem er das Augenlicht raubte, des Polyphemos, des göttlichen, der doch alle Kyklopen weitaus an Kraft übertrifft; ihn gebar Thoosa, die Nymphe, Tochter des Phorkys, des Herrschers im ruhelos wogenden Meere, ….“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5447 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 9) (c) Aufbau-Verlag] ….. Nach ihm ist ein Hafen auf der Insel Ithaka benannt; Odyssee 13,96ff (und 345ff): „Phorkys, dem Alten vom Meere, gehört ein ithakischer Hafen. Dieser besitzt zwei schroffe, vorspringende felsige Klippen, die nach der Seite des Hafenbeckens allmählich sich senken und die von widrigen Stürmen erregten Wogen dem Hafen fernhalten; drinnen können die trefflich gezimmerten Schiffe ohne Vertäuung bleiben, sobald sie zum Liegeplatz kommen. Weiter landeinwärts, am Ende des Hafens, erhebt sich, mit langen Blättern, ein Ölbaum, daneben die liebliche, dämmrige Grotte, heilig den Nymphen der Quelle, den sogenannten Najaden. Steinerne Kessel, auch steinerne Krüge mit doppelten Henkeln stehen darinnen - in diesen bereiten Honig die Bienen -, riesige steinerne Webstühle auch, auf denen die Nymphen Schleier sich weben, tiefleuchtend wie Wogen, ein Anblick zum Staunen. Niemals versiegende Quellen entspringen im Innern der Grotte.“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5780 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 201) (c) Aufbau-Verlag] 345.. ….. In der Theogonie des Hesiod ist Phorkys der Sohn der Gaia und des Pontos und hat mit seiner Schwester Keto 1 eine eher unangenehme Brut gezeugt: Die Graien, die Gorgonen und Ladon 6, den Drachen der Hesperiden. Hesiod Theogonie 233ff: „Als seinen ältesten Sohn erzeugte Pontos den wahren, niemals trügenden Nereus - der Greis trägt deshalb den Namen, weil er unfehlbar und gütig und nie vergißt, was des rechten Brauches, sondern er hegt gerechte und milde Gedanken; wiederum dann den mächtigen Thaumas, den mannhaften Phorkys, liebend mit Gaia vereint, und Keto mit herrlichen Wangen und Eurybíë. Sie hat in der Brust aus Stahl eine Seele.“ [Hesiod: Theogonie. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4498 (vgl. Hesiod-W, S. 12-13) (c) Aufbau-Verlag] Theogonie 270ff: „Keto gebar dem Phorkys zwei Greisinnen, jung zwar im Antlitz, doch seit Geburt schon grau; die auf Erden wandelnden Menschen wie die unsterblichen Götter nennen sie deshalb die Graien: schöngewandet Pemphrédo, in Safrankleidern Enýo; dann die Gorgonen, behaust bei den singenden Hesperiden jenseits des wilden Okéanos, fast an der Grenze zum Dunkel: Sthénno sowie Euryále und Médusa. Schreckliches traf sie, da sie als einzige sterblich; unsterblich, ohne zu altern aber die zwei. Die eine besuchte der Dunkelgelockte mitten unter den Blumen des Frühlings auf schmeichelnder Wiese.“ [Hesiod: Theogonie. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4499 (vgl. Hesiod-W, S. 13 ff.) (c) Aufbau-Verlag]….. Theogonie 295ff: „Keto gebar noch ein anderes Untier, unwiderstehlich, gleichend keinem der ewigen Götter und sterblichen Menschen, in dem gewölbten Berg: die Échidna, göttlich und gräßlich, halb ein Weib mit glänzenden Augen und herrlichen Wangen, halb ein Untier jedoch, eine Schlange, schrecklich und riesig, schimmernd und gierig nach Blut, im Schlund der heiligen Erde. Dort, im gehöhlten Fels am Grunde, liegt ihre Grotte weit entfernt den unsterblichen Göttern und sterblichen Menschen, wo ihr die Götter gewährt, ihr berühmtes Haus zu bewohnen. Unter der Erde, im Land Arimoía, verbarg sich das schlimme Weib, die Échidna, ohne Alter und Tod alle Tage. Aber Typháon, sagt man, der schrecklich, wild und gewaltig, paarte sich liebend mit ihr, dem Weib mit den glänzenden Augen. Schwanger geworden, gebar sie Kinder von schrecklichem Wesen: Orthos gebar sie zum ersten, Gerýoneus' schrecklichen Wachhund; brachte zum zweiten hervor den unbezwingbaren Fresser Kérberos, Hades' Hund, mit eherner Stimme, gewaltig, fünfzigköpfig, erbarmungslos und nicht zu beschwören; aber zum dritten gebar sie die unheilbrütende Hydra Lernes, die die leuchtendarmige Göttin sich aufzog, Hera, unersättlich im Zorn auf Hérakles' Stärke - diese erlegte der Sohn des Zeus mit grausamem Pfeile, Hérakles, Sohn Amphitrýons, mit Hilfe des aresgeliebten, Iólaos nach dem Ratschluß der beuteverteilenden Pallas -; und auch die Chímaira hat sie geboren, die wütende Brände spie, die riesige, furchterregende, reißende, starke. Häupter wuchsen ihr dreifach: eines des funkelnden Löwen, eines der Ziege, eines der Schlange, des grausigen Drachens. [Vorne ein Löwe, hinten ein Drache, jedoch in der Mitte Ziege; sie schnob die wütende Stärke flammenden Feuers.] Pégasos tötete sie und der tapfere Bellerophóntes. Diese gebar die Phix, den Kadméërn zu furchtbarem Unheil, liebend mit Orthos, dem Sohne, vereint, und den Löwen Nemeas, den die Gattin des Zeus, die ruhmreiche Hera, sich aufzog und den nemeïschen Bergen bestimmte, den Menschen zur Plage. Dort behaust, überfiel er fortan die Geschlechter der Menschen, herrschte über Apésas und Trétos, die Berge Nemeas; aber es hat ihn schließlich bezwungen Hérakles' Stärke. Keto gebar, in Liebe mit Phorkys vereint, als das jüngste Kind die gräßliche Schlange, die tief in der finsteren Erde, fern an den großen Grenzen die goldenen Äpfel behütet. Dieses ist das Geschlecht der beiden, Keto und Phorkys.“ [Hesiod: Theogonie. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4501 (vgl. Hesiod-W, S. 15 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Spätere Schriftsteller gaben ihnen auch noch die Hesperiden, die Sirenen, Skylla 1 und Echidna 1 als Kinder und ihm den Namen Phorkos; Apollodor 1,10; 2,37; E7,20. ….. Auch als Sohn von Okeanos und Tethys wird er genannt. Platon Tim. 40 E nennt ihn Bruder des Kronos und der Rhea und reiht ihn damit unter die Titanen. Vergil erwähnt ihn in der Aeneis 5,241ff: „Tief auf dem Grunde des Meeres vernahmen die Töchter des Nereus dieses Gebet, der Reigen des Phorkos, dabei Panopeia, und mit gewaltiger Faust schob Vater Portunus persönlich vorwärts die »Skylla«. Schneller als Südsturm und fliegende Pfeile schoß sie dem Lande entgegen und warf in der Hafenbucht Anker.“ [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17702 (vgl. Vergil-W, S. 246-247) (c) Aufbau-Verlag] 2. Sohn des Phainops, troianischer Bundesgenosse aus Askania; Ilias 2,862. 17.218 und 312ff: „Aias stieß nun Phorkys, den kundigen Sprossen des Phainops, Mitten gegen den Bauch, als er den Hippothoos deckte, Und zerbrach ihm des Panzers Platte, durchwühlte die Därme Tief; ……….“ 3. Nach Quintus Smyrnaeus 6,361 ein griechischer Gefährte des Telamoniers Aias, der von Paris getötet wurde. 4. Bei Nonnos Dion. 39,101 ein Begleiter des Dionysos auf seinem Zug nach Indien. 5. Führer der Phryger; Homer Ilias 2,862 „Phorkys und der göttergleiche Askanios führten fern von Askania her die Phryger; sie brannten vor Kampflust.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4690 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 47) (c) Aufbau-Verlag] Apollodor E3,35 nennt einen Phryger Aretaon als Vater von Phorkys und Askanios 2. Mit Kampfeslust kamen sie nach Troia um die Troianer gegen die Griechen zu unterstützen.