Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie hier.
kallisto 1,2
KALLISTO 1,2 1. Tochter des Lykaon 3 (nach Eumelos), auch ein Nykteus 4 (nach Asios) und ein Keteus 1 (nach Pherekydes) werden als Väter genannt. In einem dem Hesiod zugeschriebenen Gedicht wurde sie als Nymphe bezeichnet. In diesem Fall wäre sie eine Tochter der Themis 1 und des Zeus; Apollodor 3,100. Sie war Jagdgefährtin der jungfräulichen Artemis. Zeus näherte sich ihr erfolgreich in der Gestalt der Artemis oder des Apollon. Nonnos Dion. XXXIII 287ff: " Daraufhin schaute empor er zum Himmelspalast in den Lüften, sah dort den Liebhaber einer Europa, den Stier des Olympos. Weiter noch schweifend mit seinen Blicken zur Achse des Himmels, nahm er Kallisto wahr und den rastlos rollenden Wagen; dabei erkannte er, daß die Frau ein weibliches Wesen als Geliebten empfing – in Gestalt der Artemis hatte dieser getarnt sich." [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 8798(vgl. Nonnos-W Bd. 2, S. 16) (c) Aufbau-Verlag http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm ] Nonnos dion. XXXVI 73: " Raubte in deiner Gestalt doch Zeus der Hochwaltende manchem Mädchen die Blüte der Jungfrau! Die waldigen Berge Arkadiens reden noch heute darüber, wie Zeus als Artemis eine spröde Kallisto verführte; die Höhen beklagen noch heute deine verstandbegabte Bärin, die Zeugin der Tücke, der sie erlag, und tadeln die unechte Liebhaber-Schützin, die sich, in Frauengestalt, zum Bett der Geliebten geschlichen! Los doch, schleudre beiseite deinen nutzlosen Köcher, streite nicht länger mit Hera, sie ist doch die Stärkere! Kämpfe, bitte, mit Kypris, als Wehmutter gegen die Herrin der Zeugung!«" [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 8851(vgl. Nonnos-W Bd. 2, S. 48) (c) Aufbau-Verlag http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm ] Als Artemis bei einem Bade den erotischen Fehltritt ihrer Gefährtin entdeckt verstößt sie Kallisto und verwandelt sie in eine Bärin. Nach neun Monaten entbindet diese Bärin das Menschenkind Arkas und verlässt es. Pausanias VIII 3, 6 erzählt: Der Hera zuliebe habe Artemis Kallisto getötet. Von Zeus beauftragt habe aber Hermes das Kind aus der toten Mutter gerettet. Kallisto aber verwandelte er in ein Gestirn, den Großen Wagen. Ähnlich berichtet auch Apollodor III 101, wo Zeus den Arkas der Maia zur Pflege übergibt. Hirten finden das Baby und bringen es dem Lykaon 3, dem Großvater, der es aufzieht. Bei Epimenides frg. B 16 D.-K. ist Zeus der Vater und Kallisto die Mutter des Pan der mit Arkas als Zwillingsbruder geboren wird. Parthenios 6, der Eponymos des arkadischen Gebirges Parthenion wird sowohl als Sohn des Arkas, als auch als Sohn des Zeus und der Kallisto und Bruder des Arkas genannt; bei Serv. Vergil eclog. 10,57. Auch die Nymphe Kyllene 1, die Eponyme des gleichnamigen arkadischen Gebirges, die bei Pherekydes eine der Gemahlinnen des Lykaon 3 und bei anderen die Mutter des Lykaon 3 mit Pelasgos als Vater ist, wird auch als Tochter des Zeus und der Kallisto genannt. In einer anderen Fassung: Arkas, herangewachsen, verfolgt eine Bärin ohne zu wissen, dass sie seine Mutter ist. Zeus verhindert Schlimmes indem er beide an den Himmel entrückt: Bärin und Arkturos (Arktophylax). Homer sagt in der Odyssee bei der Abfahrt des Odysseus von Kalypso: „Zu der Pleiaden blickend und den später untergehenden Bootes auch den Bären, der außerdem Wagen genannt wird.“ Nahe Megalopolis, beim ehemaligen Dorf Trikolonoi (vielleicht beim heutigen Dorf Karatoula), zeigte man ihr Grab im Heiligtum der Artemis Kallisto, deren Hypostase sie ist; Pausanias 8,35,8. Eine andere Abstammung der Kallisto bieten die Scholien Euripides Or. 1646. Eikadios – Dorieus 1 – Parthion – Keteus / Stilbe – Kallisto. Kallisto ist auf einigen Münzen abgebildet. ……. Ovid met. 2,409ff: „Während er geht und kommt, hat eine nonakrische Jungfrau Fest ihn gebannt, und es glimmt im Mark das empfangene Feuer. Nicht war es jener Geschäft, die Wolle geschmeidig zu ziehen Noch zu verändern des Haares Tracht. Wenn die Spange das Kleid ihr Und ein schneeiges Band nachlässige Locken gefesselt Und den geglätteten Spieß sie führete oder den Bogen, War sie in Phoebes Gefolg; und der Trivia werter besuchte Keine des Maenalus Höhn. Doch Macht ist nimmer beständig. Über die Mitte hinaus stand hoch am Himmel die Sonne, Als sie trat in den Hain, den kein Zeitalter gelichtet. Hier von der Schulter nahm sie den Köcher und spannte den straffen Bogen zurück und ließ auf dem grasigen Boden sich nieder, Und ausruhend beschwert ihr Haupt den bebilderten Köcher. Jupiter, wie er sie sah - sie lag, von niemand behütet -, Sprach: »Diesmal wird nichts von dem Handel erfahren die Gattin, Oder erfährt sie es auch: was kann ihr Schelten mich kümmern?« Gleich nun zeiget er sich in Gestalt und Tracht der Diana: »Jungfrau«, sagt er zu ihr, »du meiner Gefährtinnen eine, Wo im Gebirg heut hast du gejagt?« Sie erhebt sich vom Rasen: »Sei mir«, sprach sie, »gegrüßt, o Gottheit, meines Bedünkens Höher, und hört' er es selbst, als Jupiter!« Lachend vernimmt er's, Froh, daß sie über ihn selbst ihn stellt, und bedeckt sie mit Küssen Nicht in züchtigem Maß und nicht nach Sitte der Jungfrau. Wie sie beginnt, in welchem Gehölz sie gejagt, zu erzählen, Schließt er mit Küssen den Mund, nicht ohne Vergehn sich verratend. Zwar sie kämpfet und ringt, soviel ein Mädchen nur fähig - Sähest du zu, o Tochter Saturns, du wärest gelinder! -, Zwar sie ringt; doch welch ein Weib, ja wer von den Göttern Hielte vor Jupiter stand? Siegreich kehrt wieder zum Äther Jupiter. Ihr ist verhaßt das Gebüsch und die wissende Waldung, Und sie vergaß, als sie wandte den Fuß, fast Köcher und Pfeile Aufzuheben vom Gras und vom Aste zu nehmen den Bogen. Sieh, Dictynna, einher auf der Höhe des Maenalus schreitend, Von dem Gefolg umringt und stolz auf des Wildes Erlegung, Wird sie gewahr und rufet sie her. Die Gerufene fliehet Und hegt Furcht im Beginn, daß Jupiter sei in der Jungfrau. Als sie jedoch nun auch sah nahn die begleitenden Nymphen, Wußte sie, Trug sei fern, und trat in die Reihe der andern. Ach, wie fällt es so schwer, Schuld nicht zu verraten im Antlitz! Kaum vom Boden erhebt sie den Blick; nicht ist sie der Göttin Immer zur Seite wie sonst und nicht im Zuge die erste, Sondern sie schweigt und beweist die beleidigte Scham durch Erröten. Wäre sie Jungfrau nicht, wohl könnte Diana an tausend Zeichen erkennen die Schuld. Die Nymphen erkannten sie, sagt man. Wieder erhoben am Mond sich die Hörner zum neunten der Kreise, Als beim Jagen, erschöpft von den Flammen des Bruders, die Göttin Kam in ein kühles Gehölz, aus dem mit Gemurmel ein Bächlein Rann und im gleitenden Lauf mitrollte geglättete Steinchen. Wie sie die Stätte gelobt, senkt leicht sie den Fuß in die Wellen: Die auch lobt sie und spricht: »Nah ist kein spähender Zeuge; Laßt uns baden den Leib in den überströmenden Wassern.« Schamrot steht die Parrhaserin da. Sie entkleiden sich alle; Eine nur suchet Verzug; der Zögernden nimmt man die Hülle. Wie das Gewand hinfällt, wird sichtlich die Schuld mit der Nacktheit. Jene versuchte bestürzt mit den Händen den Schoß zu verdecken: »Geh«, sprach Cynthia, »fern von hier, daß die heilige Quelle Nicht du entweihst!« und gebot ihr, aus ihrem Gefolge zu weichen. Längst schon hatt es gemerkt des mächtigen Donnerers Gattin Und auf gelegene Zeit die empfindliche Rache verschoben. Grund ist nicht zum Verzug; denn schon war Arkas, der Knabe - Dieses zumeist war Junos Verdruß -, von der Buhle geboren. Als sie den zornigen Sinn auf ihn mit dem Auge gerichtet: »Das noch hatte gefehlt fürwahr, Ehbrecherin«, sprach sie, »Daß Frucht reifte von dir und ruchbar wurde die Kränkung Durch die Geburt und meines Gemahls Unehre bezeuget. Du sollst büßen dafür. Ich will die Gestalt dir benehmen, Freche, darin du gefällst dir selber und unserem Gatten.« Sprach's und faßte sie vorn an der Stirn bei den Haaren und warf sie Mit dem Gesicht auf den Grund. Demütig erhob sie die Arme: Sieh, da hüllten sich rauh in schwärzliche Zotten die Arme, Und krumm wurden die Händ und erwuchsen zu kralligen Tatzen, Nun als Füße gebraucht, und durch weitoffenen Rachen Ward entstellt das Gesicht, das Jupiter hatte gepriesen. Daß auch Bitten das Herz nicht rührten und flehende Worte, Wird ihr die Sprache geraubt. Ein Laut nur, zornig und drohend Und voll Schrecken und Graun, entringt sich der heiseren Kehle. Aber der frühere Sinn bleibt auch, als sie Bärin geworden, Und sie bekundet den Schmerz durch unablässiges Stöhnen Und hebt so, wie sie sind, zu Himmel und Sternen die Hände Und klagt Jupiter an in Gedanken, weil reden versagt ist. Ach, wie irrte sie oft, da sie nicht in der Öde des Waldes Wagte zu ruhn, vor dem Haus und im Feld, das selbst sie besessen! Ach, wie oft, durch Felsen gejagt vom Bellen der Hunde, Floh sie dahin voll Angst, die Jägerin bang vor den Jägern! Oft beim Anblick von Wild versteckt sie sich, ihrer vergessend, Und vor Bären erschrickt, die sie sieht im Gebirge, die Bärin, Und sie erbebt vor Wölfen, wiewohl ihr Vater dabei war. Siehe, der Sproß aus Lykaons Geschlecht, nicht kennend die Mutter, Arkas, erscheint, dem fast dreimal fünf Jahre vergangen. Während er folget dem Wild und günstige Forste sich aussucht Und mit geflochtenem Garn umstellt erymanthische Waldung, Trifft die Mutter auf ihn, und sobald sie gewahret den Arkas, Stehet sie still und gleicht der Erkennenden. Jener, erschrocken, Bebt - denn er kannte sie nicht - vor ihr, die das starrende Auge Endlos richtet auf ihn, und da näher zu gehn sie begehrte, Wollt er die Brust ihr schon durchbohren mit tödlicher Waffe. Doch der Allmächtige schützt, und zugleich sie selbst und die Untat Hebt er hinweg, und im Sturm durch luftige Leere sie reißend, Stellt er am Himmel sie hin und macht sie zu nahen Gestirnen. Da schwoll Juno vor Zorn, als unter den Sternen die Buhle Leuchtete. ……..“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12564 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 41 ff.) (c) Aufbau-Verlag] RE X /2 1726ff INCLUDEPICTURE "http://www.art-prints-on-demand.com/kunst/peter_paul_rubens/diana_and_callisto.jpg" \* MERGEFORMATINET Peter Paul Rubens: Diana und Kallisto, HYPERLINK "http://www.art-prints-on-demand.com/a/prado-museum-madrid.html" Madrid, Prado Museum Gaetano Gandolfi HYPERLINK "http://www.liveinternet.ru/journal_proc.php?action=redirect&url=http://img1.liveinternet.ru/images/attach/c/6/90/339/90339541_large_4711681_Diana_i_Kallisto__Gaetano_Gandolfi.jpg" \t "_blank" INCLUDEPICTURE "http://img1.liveinternet.ru/images/attach/c/6/90/339/90339541_4711681_Diana_i_Kallisto__Gaetano_Gandolfi.jpg" \* MERGEFORMATINET Gaetano Gandolfi, Diana vertreibt Kallisto INCLUDEPICTURE "http://www.astronomia.de/images/kallisto.jpg" \* MERGEFORMATINET Jupitermond Kallisto, Größe 4800 km HYPERLINK "http://www.liveinternet.ru/journal_proc.php?action=redirect&url=http://img1.liveinternet.ru/images/attach/c/6/90/339/90339541_large_4711681_Diana_i_Kallisto__Gaetano_Gandolfi.jpg" \t "_blank" 2. Mnaseas und Eustathios nennen die Schwester des Odysseus Kallisto. Nach Eustathios hatte Ktimene 1 / Kallisto 2 einen Sohn Meges 1. RE X/2 1729