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polybos 1 bis 7
POLYBOS 1 bis 8 Sein Name bedeutet "reich an Rindern": 1. Sohn des Antenor 1, ein troianischer Held; Homer Ilias 11,56ff: „Ihrerseits stellten die Troer sich auf am Hügel des Feldes, rings um Hektor, den starken, und Polydamas, den edlen, und um Aineias, den die Trojaner göttlich verehrten, und drei Söhne Antenors, die glänzenden Helden Agenor, Polybos und Akamas, den Jüngling, Unsterblichen gleichend.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4941 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 193) (c) Aufbau-Verlag] 2. Dieser König vom ägyptischen Theben, Gemahl der Alkandre, beschenkte Menelaos bei seinem Aufenthalt in Theben fürstlich; Homer Odyssee 4,120ff: „Nach trug ihr Adraste den kunstreich gezimmerten Lehnstuhl, brachte Alkippe die Decke aus dichter, schmeichelnder Wolle, Phylo dazu den silbernen Korb, den Alkandre der Fürstin schenkte, die Gattin des Polybos, der im aigyptischen Theben wohnte, wo üppige Reichtümer in den Palästen sich finden. Dieser verehrte dem Menelaos zwei silberne Wannen, auch zwei Dreifüße, außerdem noch zehn goldne Talente.“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5523 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 52) (c) Aufbau-Verlag] 3. Ein Ballhersteller am Hofe des Alkinoos 1 auf der Insel Scheria; Homer Odyssee 8,370ff: „Nunmehr hieß Alkinoos Halios und Laodamas einzeln tanzen, da hierin keiner mit ihnen es aufnahm. Als sie den hübschen, purpurnen Ball in die Hände genommen, den der geschickte Polybos für sie hergestellt hatte, beugte der eine sich rückwärts und schleuderte weit ihn zur Höhe, bis zu den schattenden Wolken, sprang der andre vom Boden hoch und fing ihn, bevor noch sein Fuß den Boden berührte.“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5644 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 122) (c) Aufbau-Verlag]4. Vater des Eurymachos 4, eines Freiers der Penelope. 4. In der Odyssee Homers wiederholt vorkommender Vater des Eurymachos 4, der einer der führenden Freier der Penelope war. Homer Odyssee 1,399ff: „Ihm erteilte Eurymachos, Sohn des Polybos, Antwort: »Sicherlich ruht es, Telemachos, noch im Schoße der Götter, welcher Achaier in Zukunft als König auf Ithaka waltet. Du behalte dein Gut und herrsche im eigenen Hause! Niemand sollte dir nahen, der wagte, gewaltsam das Deine dir zu entreißen, solange noch Menschen auf Ithaka wohnen! Aber ich möchte dich fragen, mein Bester: Wer war denn der Fremdling? Woher ist er gekommen? Zu welcher Heimat bekennt er sich voll Stolz? Wo lebt sein Geschlecht, erstreckt sich sein Erbgut? Brachte er eine Nachricht für dich von der Rückkehr des Vaters? Suchte er Ithaka auf in Erfüllung eigener Pflichten? Wie er so plötzlich verschwand und unsre Bekanntschaft verschmähte! Unedel war er durchaus nicht, nach seinem Antlitz zu schließen.« [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5464 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 18 ff.) (c) Aufbau-Verlag] Eurymachos wurde von Odysseus getötet; Homer Odyssee 22,80ff: „Finsteren Blickes maß ihn der kluge Odysseus und sagte: »Wolltet, Eurymachos, ihr mir sämtliche Erbgüter geben, die ihr zur Stunde besitzt, sie aus anderen Mitteln noch mehren - trotzdem sollte mein Arm vom Blutvergießen nicht ruhen, ehe ihr Freier für eure Verbrecher gehörig bestraft seid! Eines nur habt ihr zu wählen: entweder offen zu kämpfen oder zu fliehen; vielleicht entrinnt noch einer dem Tode. Niemand jedoch, das hoffe ich, wird dem Verderben entgehen!« Derart rief er. Den Freiern erbebten die Knie vor Entsetzen. Aber aufs neue erhob Eurymachos mahnend die Stimme: »Freunde, der Mann will seine unnahbaren Fäuste nicht hemmen, sondern, nachdem er sich einmal des Bogens und Köchers bemächtigt, wird er solange von der geglätteten Schwelle aus schießen, bis er uns alle umgebracht hat. Drum wollen wir kämpfen! Ziehet die Schwerter und strecket den tödlichen Pfeilen die Tische, euch zum Schutze, entgegen! Wir wollen alle auf einmal gegen ihn stürmen, vielleicht von Tür und Schwelle ihn drängen und in die Stadt gelangen! Gleich würde Gefechtslärm entstehen, sicher alsbald auch der Bettler den letzten Pfeilschuß versuchen!« Derart rief er, zog das doppelschneidige, scharfe eherne Schwert und stürmte mit gellendem, gräßlichem Schreien gegen den Schützen. Gleichzeitig ließ der edle Odysseus seinen Pfeil entschwirren und traf ihm die Brust an der Warze. Tief in die Leber drang ihm das flinke Geschoß. Aus der Rechten sank ihm die Klinge; er stürzte über die Platte des Tisches und blieb hängen, vorwärts gebeugt, stieß fallend die Speisen und den doppeltgehenkelten Becher herab. Mit der Stirne schlug er im Todeskampfe den Boden und hieb mit den Füßen gegen den Sessel; finstere Nacht umwob ihm die Augen.“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 6022 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 341 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 5. Freier der Penelope, er kommt zweimal vor; Apollodor epit. 7,29. 6. Als griech. Sagenfigur tritt Polybos (= der Rinderreiche), der Sohn des die Rinderherden beschützenden Gottes Hermes, in fünf verschiedenen Sagenkreisen auf: a.) In Sikyon. b.) In Korinth. c.) In Boiotien (Anthedon oder Plataiai). d.) In Tenea. e.) In Argos. Chthonophyle, die Tochter des Sikyon, oder Euboia 6, die Tochter des Larymnos, werden als Mütter angegeben und Hermes wird wohl deshalb als sein Vater genannt, weil der Gott der Rinderherden gut zum „Rinderreichen“ passt. Der in den Sagen von Korinth, Sikyon und Anthedon auftretende Polybos scheint eine Person zu sein. Alle genannten Frauen des Polybos 6 – Periboia 10 / Eriboia, Euboia 6, Merope 4, Medusa 5 und Antiochis – haben eines gemeinsam - keine männlichen Kinder. Eine Gruppe der Sagenversionen lässt ihn deshalb seine Töchter mit einem Fremden verbinden, die zweite Gruppe lässt ihn ein fremdes Knäblein an Sohnes statt annehmen, Oidipus, den ausgesetzten Sohn von Laios und Epikaste. Eine seiner Töchter, Lysianassa 5, war eine der Ehefrauen des Talaos. Aus diesem Gewirr von örtlich verschieden erzählten Sagen eine Linie herauszulesen, ist ziemlich hoffnungslos. 7. Einer der genannten Väter des Argos 20, des Erbauers der Argo.