eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
die göttinnen und götter und ihre nachkommen
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hydra
HYDRA „Wasserschlange“. Das Wort Hydra ist in den alten Sprachen von Lettland bis Indien in den Formen udra, udras, udrs, udro u.a. nachweisbar, dürfte also indogermanischen Ursprungs sein. In unserer Literatur kommt die Hydra erstmals bei Hesiod Theogonie 306ff vor: „Mit Echidna, heißt es, vereinte sich liebend Typhaon, der furchtbare, ruchlose Frevler, […..]. Als drittes gebar sie noch die unheilbrütende Hydra von Lerne, die die weißarmige Göttin Hera in unstillbarem Groll auf den starken Herakles aufzog. Die Hydra aber erlegte Herakles, der Sohn des Zeus und des Amphitryon, mit gnadenlosem Erz, begleitet vom Helden Iolaos und beraten von Athene, der Beutespenderin.“ Sie war ein mythisches Wesen, eine Art von Wasserschlange, halb Drachen, die bei Lerna in den Wurzeln der Plantane neben den drei Quellen der Amymone, hauste. Verschiedene Schriftsteller gaben ihr die Chimaira als Tochter. …..….. Die zweite Arbeit des Herakles – die Schlange von Lerna. Um sich Herakles weiterhin vom Leib zu halten beauftragte Eurystheus ihn die Schlange von Lerna, Hydra, „Wasserschlange“ genannt, zu töten (siehe Hydra >). Dieses Ungeheuer wohnte südlich der Argolis, gleich hinter der Grenze, dort wo der Eingang zum Totenreich war und bewachte den Eingang. Bei den Beutezügen fraß die Hydra die Kühe der Bauern und verwüstete das Land. Sie hatte viele Köpfe, 3, 7, 10, 30, 50 oder 100, sagten die Schriftsteller, mit 3 oder 7 gab sich die darstellende Kunst zufrieden. Wenn man ihr einen Kopf abschlug, wuchsen zwei neue nach. Herakles schoss mit feurigen Pfeilen die Hydra aus ihrer Höhle und schlug ihr gleich mit seinem Krummschwert einen Kopf ab, zwei wuchsen nach. Ein riesiger Krebs, der Hüter des Ortes, kam der Hydra zur Hilfe und biss Herakles in das Bein. Mit seiner Keule erschlug ihn Herakles. Um den immer mehr werdenden Köpfen Herr zu werden rief Herakles seinem Begleiter Ioalos. Mit großen brennenden Holzscheitern brannte Ioalos die frischen Wunden aus und verhinderte so das Nachwachsen der Köpfe. Als der letzte Kopf abgeschlagen war nahm Herakles seine Pfeile und tauchte sie in das noch rinnende Blut und in die Galle. Jetzt waren seine Pfeile absolut tödlich. Zeus war stolz auf diese Tat seines Sohnes und hob zur ewigen Erinnerung daran den Krebs an den Himmel und setzte ihn neben den Löwen. ……. Auch die Hydra wurde an den Sternenhimmel versetzt; Aratos Phainomena 443-444: „Schließlich wird noch einmal ein anderes Gestirn von jenseits heraufgezogen, Hydra nennt man es.“ (Aratos: Phainomena. Sternbilder und Wetterzeichen. Übersetzt von Manfred Erren. Heimeran Verlag München, 1971.) …….. Die Vielköpfigkeit ist ein altorientalisches und mykenisches Motiv. Das doppelte oder dreifache Nachwachsen der abgeschlagenen Köpfe ist ein Märchenmotiv, das auch in vielen Sagen außerhalb des griechischen Kulturraumes vorkommt. ……… Die Tötung der Hydra durch Herakles ist ein beliebtes Motiv der Maler und Bildhauer. ……. Heute erinnert uns der Wasser spendende Hydrant an das mythische Ungeheuer.