eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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ikaros 2,3
IKAROS 2,3 1. Eine Insel vor der Türkei im Ikarischen Meer. 2. Sohn des großen Erfinders und Architekten Daidalos und der Naukrate, einer Sklavin des kretischen Königs Minos 1. Ursprünglich dürfte Ikaros Eponym der Insel Ikaria gewesen und in einem Nahverhältnis zum Athener Ikarios 1 gestanden sein. In den ersten literarischen Aufzeichnungen erscheint Daidalos noch ohne Sohn. Ebenso in den ältesten bildnerischen Darstellungen auf Vasen, Skyphos und dgl. ab dem 7. Jh. v. Chr. Die Sage des Ikaros hat sich aus weit verzweigten, z. T. sich mannigfach widersprechenden lokalen Sagen erst sehr spät entwickelt und offensichtlich im 5. Jh. v. Chr. durch das griechische Drama seine Ausformung erhalten. Erstmals erwähnt wird Ikaros bei Xenophanes. Die verwirrende Mannigfaltigkeit der einzelnen Züge ist daraus zu erklären, dass die Sage sehr oft und bewusst im Gegensatz zu den Vorgängern behandelt wurde: - Ikaros soll seinen verbannten Vater gesucht haben und dabei im Meer ertrunken sein. - Er flüchtete mit dem Vater auf zwei von Daidalos selbst gebauten Schiffen von Kreta, kenterte infolge ungeschickter Steuerung bei der Überfahrt und ertrank. Sein Leichnam wurde bei einer damals noch namenlosen Insel angeschwemmt, von Herakles gefunden und bestattet. Herakles benannte die Insel nach ihm Ikaria; Pausanias 9,11,4f; Diodor 4,77,5. - Die Athener verbannten ihn und er ertrank auf der Flucht. - Tollkühn sprang er nach der Flucht zu früh an Land und ertrank; Diodoros 4,77,6. Der Flug des Daidalos trat bereits sehr früh auf und war immer schon Bestandteil der Daidalossage, der Einbau des Ikaros und der Mitflug mit dem tödlichen Absturz ist jedoch ein Werk der späteren Schriftsteller. In der alexandrinischen Dichtung ist die Sage mehrfach dargestellt worden. Voll ausgebildet erwähnen sie Apollodor E 1,12ff; Hygin, Strabon, Aristobolus u.a. Am schönsten erzählt sie Ovid, met. 8,183ff: „Daedalus, dem die lange Verbannung und Kreta verhaßt sind, Den das Heimweh ergreift nach der Stadt, in der er geboren, Rings umschließt ihn das Meer. „Versperrt er auch Erde und Wasser“, Ruft er, „frei bleibt doch mir deer Himmel, unsdso will ich fliehen! Mag er auch alles besitzen, besitzt doch Minos die Luft nicht!“ Spricht`s und versenkt seinen Geist in unerhörtes Beginnen, Wandelt den Sinn der Natur. Denn Federn legt er in Reihe, So, dass die kleinste beginnt und den Langen die Kürzeren folgen, Wie wenn sie wüchsen am Hang. So steigt mit den ungleichgeschnittnen Rohren allmählich auf die ländliche Flöte der Hirten. Dann verknüpft er mit Garn die Mitte der Fedeern, die Kiele Klebt er mit Wachs und gibt, es nachzuahmen dem echten Vogel, mäßige Schweifung dem Ganzen. Icarus steht, sein Knabe, dabei; nicht ahnend, ans eigene Verhängnis zu rühren, Hascht er mit lachendem Blick nach dem Flaum bald, wenn ihn ein leichtes Lüftchen verweht, bald knetet in harmlosen Spiel er das gelbe Wachs mit kindlicher Hand und hindert so seines Vaters Staunenswürdiges Werk. Als dann an dieses die letzte Hand des Meisters gelegt, verteilt er selbst auf der Flügel Paar seines Leibes Gewicht, bewegte die Lüfte – und schwebte. Dann unterweist er den Sohn: „Mein Icarus, laß dich ermahnen! Halte die Mitte der Bahn. Denn fliegst du zu tief, dann beschwert die Welle die Federn, zu hoch, dann wird die Glut sie versengen. Zwischen beidem dein Flug! Und schaue du nicht auf Bootes, Nicht auf den Bären und nicht aufs gezückte Schwert des Orion. Ich sei dir Führer allein!“ So gab er die Richte dem Flug und Paßte den Schultern an das unvertraute Gefieder. Während der schafft und mahnt, benetzt sich die Wange des Greises, Zittert des Vaters Hand. Er küsst sein Söhnchen – es sollte Niemals wieder geschehen – und dann, vom Fittich erhoben, Fliegt er voraus voller Sorg um den zarten Gefährten, dem Vogel Gleich, der vom hohen Nest seine Jungen lockt in die Lüfte, Mahnt ihn zu folgen und zeigt die gefahrvolle Kunst; seine eigenen Flügel rührt er und blickt zurück auf die seines Sohnes. Wer sie erblickt, ein Fischer vielleicht, der mit schwankender Rute Angelt, ein Hirte, gelehnt auf den Stab, auf die Sterzen gestützt, ein Pflüger, sie schauen und staunen und glauben Götter zu sehen, Da durch den Äther sie nahn. Schon liegt zur Linken der Juno Heiliges Samos, liegt im Rücken Delos und Paros, Rechts schon Lebinthus erscheint und das honigreiche Calyme, Als der Knabe beginnt, sich des kühnen Fluges zu freuen, Als er den Führer verlässt und im Drang, sich zum Himmel zu heben, Höher den Weg sich wählt. Da erweicht der näheren Sonne Zehrende Glut das duftende Wachs, die Fessel der Federn. Hingeschmolzen das Wachs; er rührt die nackenden Arme, Kann, seiner Flügel beraubt, keine Lüfte mehr fassen. Und seinen Mund, der `Vater` noch ruft, verschlingen die dunkeln Wogen der blauen Flut, die seinen Namen erhalten. Doch der Unselige – Vater nicht mehr – „Mein Icarus!“ ruft er, „Ikarus!“ ruft er, „wo bist du? Wo soll in der Welt ich dich suchen?“ `Icarus` rufend sieht er im Wasser treiben die Federn – Und verflucht seine Kunst. Er birgt im Grabmal des Toten Leib. Dem Eiland war des Bestatteten Namen gegeben. Betten im Hügel den Leib des beklagenswerten Sohnes Sah vom schlammigen Graben ihn dort das geschwätzige Rebhuhn, Und es klatscht mit den Flügeln, bezeugt mit Gesang seine Freude: […]“ – warum ?, lies nach bei Talos 1 >. ….. Ikaros ist, genau so wie Phaethon, die Personifizierung der Verhaltensweisen von Buben, die ihre noch nicht vorhandene Männlichkeit beweisen wollen, und von unerfahrenen, vom Geltungsdrang geleiteten jungen Männern. Aber auch erwachsenen Männer, die nie zu tatsächlichen Männern gereift sind und ewig als Opfer ihres “Kind im Manne“ sich eine, ihre, scheinbare Männlichkeit (Ich bin ein wilder Hund!) beweisen müssen, verhalten sich so: bubenhaft – mit allen dramatischen Folgen für sie selbst und ihre Umwelt. Ihr mangelndes Selbstwertgefühl, ihr unstillbarer Durst nach Anerkennung, nach dem geliebt Werden und der sich daraus ergebenden Verantwortungslosigkeit, treibt sie ständig zu irrrationalen Verhaltensweisen die einen hohen Blutzoll fordern und oft in den eigenen Tod führen. Ob eine Runde mit dem Auto vom Papa, Komasaufen, das Rasen mit Motorrädern und Autos mit überdurchschnittlicher Kraft (z. B. Alva Romeo, VW Phaeton), Extrembergsteigen u. ä., die Motivation zu diesem Verhalten hat immer die gleiche Ursache – mangelnde Nestwärme und dadurch anerzogene Verhaltensstörung. Menschen, die der seelischen Ausgeglichenheit fern stehen und solche Typen nach ihrem selbst verursachten Tod (Natürliche Auslese der Natur?) auch noch als Helden verehren (siehe James Dean), beweisen: „Arm ist das Land, das Helden braucht.“ (Bertold Brecht) 3. König von Karien. Er kaufte und heiratete die von Piraten verschleppte Theonoe.