eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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merope 1 bis 10
MEROPE 1 bis 10 1. Sie wird als eine der Pleiaden (Die Tauben), eines schon sehr früh beobachteten Sternhaufens von sieben sichtbaren Sternen, genannt. Hesiod Astronomie Fragment 1 nennt sie Töchter des Atlas und der Pleione und nennt sie namentlich: Alkyone, Merope 1, Kelaino 2, Elektra 3, Sterope 1, Taygete 1 und Maia 1 / 2. Homer Il. XVIII 481ff kennt sie schon und beweist damit, dass das Wissen über sie weit in den vorhomerischen Glauben hineinreicht: " Erde und Meer und Himmel stellte er dar auf der Fläche, dazu die unermüdlich scheinende Sonne, den Vollmond, all die bekannten Gestirne, die rings den Himmel besetzen, die Plejaden, Hyaden und den starken Orion, weiter die Bärin, die man auch nennt mit dem Namen des Wagens, die um den Pol sich dreht und scheu den Orion betrachtet, einziges Sternbild, das dem Bad im Okeanos ausweicht." [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5234 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 358) (c) Aufbau-Verlaghttp://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm ] Aratos Phainomena 252-267: „Eng bei seinem linken Knie fahren in einem Schwarm alle Plejaden. Der gar nicht große Platz fasst sie alle, und sie selbst sind nur schwach zu sehen. Siebenpfadig nennt man die nun unter den Menschen, obwohl nur ihrer sechs mit Augen zu sehen sind. Immerhin ist dieser Stern nicht ohne Nachricht aus dem Haus des Zeus verlorengegangen, nachdem wir auch von seiner Entstehung hören, vielmehr wird davon genauso gesprochen. Jene sieben aber heißen aufgesagt Alkyone und Merope, Kelaino und Elektra, und Sterope, Taygeta, und die hehre Maia. Die sind obzwar klein und glanzlos, doch nennenswert, früh und abendlich, Zeus ist der Grund, im Kreislauf; er gewährt ihnen das Amt, Sommers- und Winteranfang anzuzeigen und das Kommen der Pflügezeit.“ (Aratos: Phainomena. Sternbilder und Wetterzeichen. Übersetzt von Manfred Erren. Heimeran Verlag München, 1971.) Hesiod erg. 615ff nennt sie neben Orion und den Pleiaden als Merkgestirn für das Pflügen und für das Anlandziehen der Schiffe (ca. Mitte Nov.): „Aber wenn die Pleiaden, die Kraft des Oríon und die Hyaden untergehen, ist's wieder soweit, an das Pflügen zu denken recht zu der Zeit. Die Saat sei wohlgeborgen im Boden! Falls dich jedoch die Lust hinzieht zu stürmischer Seefahrt: Wenn die Pleiaden der machtvollen Kraft des Oríon entfliehen und in das dunstige Blau des weiten Meeres versinken, brausen von überall Böen einher der verschiedenen Winde. Da ist nicht länger das Schiff auf dem dunklen Meer zu belassen, sondern das Feld zu bebauen, bedenkend, was ich geraten. Weit auf das Land ist das Schiff zu ziehn und ringsum ein Steinwall aufzurichten zum Schutz vor der Kraft feuchtwehender Winde, wenn du den Spund gelöst, daß der Regen des Zeus es nicht durchfault.“ [Hesiod: Werke und Tage. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4569 (vgl. Hesiod-W, S. 73) (c) Aufbau-Verlag] Sechs leuchten sehr hell, der siebte Stern, Merope, ist kaum sichtbar. Sie habe sich aus Scham, weil sie als einzige mit einem Sterblichen verheiratet war, zurückgezogen und fast unsichtbar gemacht. Hygin fab. 192: "Atlas hatte von Pleione oder der Okeanide Aithra zwölf Töchter und einen Sohn Hyas. Dieser wurde von einem Eber oder Löwen getötet, und in der Trauer um ihn verzehrten sich die Schwestern. Zuerst wurden fünf von ihnen unter die Sternbilder versetzt und haben, nach ihrem Bruder Hyaden genannt, ihren Platz zwischen den Hörnern des Stieres: Phaisyla, Ambrosia, Koronis, Eudore, Polyxo; lateinisch heißen sie suculae (Schweinchen). Einige sagen, Hyaden hießen sie nach ihrer Stellung in Form des griechischen Buchstabens ?; nach anderen, weil sie bei ihrem Aufgang Regen bringen, im Griechischen ist hyein regen; einige sind der Ansicht, sie seien deshalb unter die Sterne aufgenommen, weil sie die Ammen des Dionysos gewesen seien, die Lykurgos von der Insel Naxox verjagt hatte. Die übrigen Schwestern, die sich durch die Trauer aufrieben, wurden später zu Sternen und Pleiaden genannt, weil sie die Mehrzahl waren. Andere führen die Benennung auf ihre nahe Verbindung miteinander zurück - das griechische plesion bedeutet nahe -, sie stehen nämlich so dicht beieinander, daß man sie kaum zählen kann, und kein Menschenauge kann unterscheiden, ob es sechs sind oder sieben. Ihre Namen sind: Elektra, Alkyone, Kelaino, Merope, Sterope, Taygete und Maia, von denen Elektra sich anscheinend nicht zeigt, weil sie Dardanos verloren hat und Troia ihr geraubt ist; andere glauben, Merope habe Scheu, sich sehen zu lassen, weil sie einen Sterblichen zum Gatten bekommen habe, die anderen dagegen Götter; deshalb ist sie auch aus dem Reigen der Götter verbannt und trägt trauernd ihre Haare aufgelöst, weswegen sie Haarstern genannt wird oder Langstern, weil er sich in die Länge erstreckt, oder Schwertstern, weil er wie eine Schwertspitze geformt ist; das ist der Stern, der traurige Ereignisse ankündigt." (Mader Ludwig: Griechische Sagen. Eingeleitet und neu übertragen von Ludwig Mader. Albatros Verlag, Düsseldorf, 2003.) Kallimachos frg. 693 / neu bei M. Asper 448 bezeichnete sie als Töchter der Amazonenkönigin und nennt sie Kokynna / Kokkymo, Glaukia, Photis, Parthenia, Maia, Stonychia und Lampado. ………. Orion, lüstern, begehrte die schönen Schwestern. In panischer Angst baten sie Artemis, die Göttin der Jungfräulichkeit, um Hilfe. Artemis half und verwandelte die Bedrängten in Tauben. Aber Orion verfolgte die Davonfliegenden sieben Jahre um den Erdkreis bis sich, endlich, Zeus ihrer erbarmte und sie an den Himmel erhob, das Sternbild der Pleiaden. Ihre Auf- und Untergänge hatten schon sehr früh große Bedeutung für Bauern und Schiffsleute. Eine andere Geschichte erzählt, dass die Hyaden und Pleiaden Schwestern waren. Als ihr Bruder Hyas von einem Eber oder Löwen getötet wurde, beweinten die Hyaden den Bruder und Zeus hob sie als Sterne an den Himmel. Die Pleiaden beweinten nun das Verschwinden der Schwester und wurden von Zeus ebenfalls in Sterne verwandelt. ……. In anderen Versionen ist sie die Gattin des Oinomaos 1 (In dieser Form war sie, nach Pausanias, auf dem Ostgiebel des Zeustempels in Olympia abgebildet.) oder von Ares die Mutter des Oniomaos 1; Apollodor 3,110. Schol. Lykophron 149 und 219 nennen Sterope 1 und Hyperochos als Eltern des Oinomaos. Damit war sie die Mutter oder Großmutter von Hippodameia 1. Nur Pausanias 5,1,6 nennt einen Alxion neben Ares als Vater des Oinomaos. Dem Herakles soll sie den Keltos 3 und den Iberos geboren haben; Dion. 14,1. Auch als Gattin des Sisyphos, Mutter von Glaukos 9, Ornytion 1, Metabos, Theresandros und Almos wird sie überliefert. Einige Schriftsteller nennen sie auch als Geliebte des Apollon. Lies Pleiaden. 2. Tochter der Helike 2 und des Oinopion 1 von Chios. Der Riese Orion warb um Merope 2, die Tochter des Oinopion. Nach einem Gastmahl vergewaltigte er sie im Vollrausch. Die Ausrede, er habe nur die Hochzeitsnacht vorwegnehmen wollen, nützte nichts. Oinopion ließ ihn blenden und an den Strand werfen. Orion, Poseidon hatte ihm die Gabe über Wasser schreiten zu können gegeben (siehe Christus), taumelte über das Wasser wandelnd in die Schmiede des Hephaistos auf Lemnos, nahm den Knaben Kedalion, den Lehrling des Hephaistos, setzte ihn sich auf die Schulter (siehe den heiligen Christophorus) und ließ sich von ihm zum Sonnenaufgang führen. Helios gab ihm das Augenlicht zurück. Wieder sehend kehrte er wütend und mit Rachegedanken nach Chios zurück, musste aber die Insel wieder erfolglos verlassen, weil sich Oinopion in einem Loch in der Erde versteckt hatte (Diese Merope-Orion-Sage wird in vier verschiedenen Variationen erzählt.). Kai Brodersen nennt in seiner Übersetzung der "Erotika Pathemata" des Parthenios Seite 84 die Merope Leiro. 3. Tochter des Arkaders Kypselos 1, Mutter des Aipytos 4 und zweier weiterer Söhne. Gemahlin des Kresphontes und danach des Polyponthes 4; lies Kresphontes und Aipytos 4 >. 4. Gattin des Königs Polybos 6b von Korinth. Ziehmutter des Öidipus; Sophokles „König Ödipus“ 775: OIDIPUS. Es soll dir nicht verwehrt sein, wo mich doch so bange Erwartungen beschleichen! Keinem kann ich lieber als dir die Auskunft geben, jetzt, in solcher Lage! Ich habe den Korinther Pólybos zum Vater. Die Mutter war Merope, eine Dorerin. [Sophokles: König Oidipus. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 9795 (vgl. Sophokles-W Bd. 1, S. 290) (c) Aufbau-Verlag] Polybos 6b und Merope, sie wird auch Periboia 10 genannt, zogen das Findelkind Oidipus auf. 5. Alter Name der Insel Kos. 6. Eine Nymphe und Tochter des Okeanos. Sie soll dem Heliossohn Klymenos den Phaethon geboren haben; Hygin fab. 154: "Phaëthon, der Sohn des Klymenos und der Nymphe Merope, einer Tochter des Okeanos, wie wir wissen, Enkel des Helios, ...." (Mader Ludwig: Griechische Sagen. Eingeleitet und neu übertragen von Ludwig Mader. Albatros Verlag, Düsseldorf, 2003.) 7. Gattin des Kreon 2, Mutter von Glauke 5 / Kreusa 4. Sie wird auch als Mutter des Hippomenes 1 genannt, den sie von Ares oder Megareus 1 empfangen haben soll. 8. Sonnennymphe, eine der Heliaden, der Töchter des Helios, Schwester des Phaethon. ….. Klymene 1, die Mutter des Phaethon 2, erzählt ihrem Sohn, dass nicht ihr Mann, der ägypt. König Merops 3, sondern Helios sein Vater sei (Ovid nennt ihn Helios Apollon, weil zur Zeit um Christi Geburt Helios und Apollon oft als ein Gott betrachtet wurden.). Ovid erzählt wunderbar die Geschichte des Phaethon, met. 1,748-2,400 (Kurzfassung): Epaphos, ein Sohn der Jo und Freund des Phaethon, lachte ihn wegen der Abstammung vom Sonnengott Helios aus. Beleidigt wanderte Phaethon durch Aithiopien und Indien so lange nach Osten, bis er im Sonnenpalast Helios traf. Dieser bestätigte seine Vaterschaft und stellte Phaethon als Beweis einen Wunsch frei. Der unerfahrene hochmütige Jüngling wünschte sich einen Tag lang den Sonnenwagen über den Himmel führen zu dürfen. Heillos entsetzt erklärte Helios seinem Sohn, er werde, weil unerfahren, die Kraft dieser Pferde nicht bändigen können und warnte ihn vor diesem lebensgefährlichen Unterfangen. Der Jüngling wollte, wie alle Jünglinge, Männlichkeit und Mut beweisen und der Vater konnte sein Versprechen nicht zurücknehmen. Am nächsten Morgen bestieg Phaethon den Wagen und fuhr kühn davon. Kaum hatte er am Himmel seine Geschwindigkeit erreicht, merkten die Rosse die unsichere Hand an den Zügeln, gehorchten nicht mehr, schossen aus der vorgesehenen Laufbahn heraus, den Himmel empor, streiften das Himmelsgewölbe, Phaethon geriet in Panik, ließ die Zügel los, hielt sich verzweifelnd mit aller Kraft am schleudernden Wagen fest, die Pferde galoppierten über Libyen, tiefer, immer tiefer, streiften fast die Erde, glühend, die Hitze der Sonne vertrocknete alles Wasser, verbrannte das Land zur Wüste, die Menschen der Länder am Äquator wurden schwarz, das feurige Gespann stiegen wieder empor, rasend flog es dahin, drohte auf Griechenland abzustürzen, die Erde brannte schon, Phaethon schrie, verzweifelt, – ein Blitz des Zeus –, ein letzter Schrei und der Leichnam des Phaethon stürzte brennend in den Fluss. Der große Gott hat die Erde vor weiterem Schaden bewahrt und alles wieder in Ordnung gebracht. Die Mutter und der Vater waren untröstlich über den Tod des Sohnes. Seine Schwestern Merope 8, Helie, Phoibe 4, Aetheris / Aetherie, Aigle 3 und Dioxippe, die Heliaden genannt, begaben sich zum Fluss, in dem der Leichnam des Bruders seine Ruhe fand. Sie weinten und weinten, bis sie in Pappeln verwandelt wurden. Ihre Tränen fielen als Tropfen des Bernsteines in den Sand. 9. Bei Plutarch Thes. 19 ist sie eine der Töchter des Erechtheus. 10. Der Lump Pandareos hatte zwei Töchter, Kameiro und Klytia 3. In den Schol. Homer Od. 19,518 werden sie Merope und Kleothera genannt. Nach dem Tod der Eltern wurden die Waisen von Aphrodite gepflegt und von Hera beschenkt. Als Aphrodite zu Zeus flog um gute Ehemänner für ihre Schützlinge zu erbitten, rafften die Harpien Kameiro und Klytia 3 weg und schenkten sie den Erinyen als Dienerinnen; Odyssee 20,66ff, Pausanias 10,30,1. Homer Odyssee 19,519 nennt noch eine dritte Tochter, Aedon. Sie heiratete Zethos, Zetes oder Polytechnos. Um Kameiro, Klytia 3 und Aedon ranken sich eine Vielzahl von verschieden erzählten und zum Teil uralten Verwandlungsmärchen an deren Ende sie immer in Vögel verwandelt werden.