eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
die göttinnen und götter und ihre nachkommen
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eris
ERIS „Der Streit“. Tochter der Nacht, weiblicher Dämon; Göttin und Personifizierung des Streites mit einer grauenvollen Schar von Nachkommen, die sie in Parthenogenese geboren hat. Hesiod Theogonie 211ff: „Nyx gebar die schwärzliche Ker, den schrecklichen Moros, Thánatos, Hypnos gebar sie, gebar das Geschlecht der Oneíren. Ferner gebar die finstere Nyx, mit keinem der Götter zärtlich in Liebe vereint, die peinvolle Oizys, den Momos, die Hesperiden; am hehren Okéanos ferne bewachen jene die herrlichen Äpfel aus Gold und den Baum mit den Früchten. Schließlich gebar sie die Moiren und gnadenlos strafenden Keren, [Láchesis, Klotho und Átropos, die das Gute und Schlechte schon im Moment der Geburt den sterblichen Menschen bestimmen,] die die Vergehen verfolgen unter den Menschen und Göttern eher lassen die Göttinnen nicht vom schrecklichen Zürnen, bis sie die schlimme Strafe gezahlt, wer immer gefrevelt. Und die verderbliche Nyx gebar, den Menschen zum Unheil, Némesis; nach ihr gebar sie Täuschung und Liebesumarmung und das zerstörende Alter, gebar die trotzige Eris. Eris, die schaurige, aber gebar die leidvolle Mühsal, Hunger gebar sie, Vergessen und Schmerz, von Tränen begleitet, Schlachten und Kämpfe und Mord und das Niedermetzeln der Männer, Streit, Hintergehen, Rede und Gegenrede, Mißachtung jeglicher Ordnung, und Ate, beide einander benachbart; schließlich den Horkos. Dieser bringt den Menschen auf Erden schlimmsten Schaden, wenn einer wissentlich Meineid geleistet.“ [Hesiod: Theogonie. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4497 (vgl. Hesiod-W, S. 11 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Bei Homer ist sie die Schwester des Ares; Ilias 4.439ff: „Ares trieb sie, Athene, mit leuchtenden Augen, die Griechen, Deimos und Phobos dazu und die rastlos wirkende Eris, leibliche Schwester und Freundin des männermordenden Ares, die, ganz winzig, allmählich nur wächst, aber schließlich zum Himmel reicht mit dem Haupt, doch trotzdem weiterschreitet auf Erden. Sie warf zwischen die Heere den Hader für beide, hinschreitend durch die Menge, bedacht, zu verstärken das Stöhnen der Männer.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4736 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 74 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Ilias 5,517f: „Nicht zu ließ es das Werk, das der Silberbogige weckte, Eris auch, maßlos gierig, und Ares, der Menschenvertilger.“ ….. Zeus schickte sie immer um Krieger aufzupeitschen; Ilias 11,1ff: „Eos erhob sich vom Bett, von der Seite des edlen Tithonos, um ihr Licht den Göttern zu bringen wie auch den Menschen. Da entsandte Zeus zu den schnellen Schiffen der Griechen Eris, die schlimme, sie hielt in den Händen das Schreckbild des Krieges. Sie trat vor das geräumige, dunkle Schiff des Odysseus; dort, in der Mitte, war sie nach rechts und nach links zu verstehen, bis zu den Zelten des Telamoniers Aias wie denen des Achilleus, die an den äußersten Flügeln die Schiffe aufgestellt hatten, vertrauend dem Mut und den mächtigen Fäusten. Dorthin trat die Göttin, brach in ihr furchtbares, wildes Kriegsgeschrei aus und flößte jedem Achaier die Kraft ein, die ihn beschwingte, sich unaufhörlich im Kampfe zu tummeln. Ihnen gefiel sogleich der Krieg weit mehr als die Heimfahrt auf den gewölbten Schiffen zum teuren Lande der Väter.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4938 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 192) (c) Aufbau-Verlag] Ilias 11,66ff: „Wie die Schnitter den Schwaden ziehen, einander entgegen, auf dem Feld des begüterten Herrn, von den Halmen des Weizens oder der Gerste, und dicht die Bündel der Ähren sich häufen: derart stürmten Achaier und Troer gegeneinander, wüteten grimmig; auf heillose Flucht sann keines der Heere. Gleichhoch hielten die kämpfenden Massen die Häupter, wie Wölfe tobten sie wild. Mit Freuden sah es die leidige Eris. Denn als einzige Gottheit weilte sie unter den Kämpfern. Nicht zugegen waren die übrigen Götter, sie hielten ruhig sich auf in den Wohnungen, wo für jeden von ihnen in des Olympos Schluchten die prächtige Heimstatt erbaut war.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4941 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 193 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Ilias 18,530ff: „ ………………………………………….Es saßen gerade auf dem Versammlungsplatz die Belagerer, als sie den lauten Lärm bei den Rindern vernahmen. Sie sprangen sogleich auf die flinken Fahrzeuge, setzten den Städtern nach und erreichten die Feinde. Neben dem Flußufer stellten sich beide zum Kampfe und fochten, trafen einander mit ehernen Lanzen. Unter den Männern wüteten Eris, Kydoimos und Ker, die Göttin des Todes, die den noch Lebenden festhielt - hier mit, dort ohne Verwundung -, die an den Füßen durch das Getümmel den Toten auch schleifte, um die Schultern das Kleid, das vom Blute der Kämpfenden triefte.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5236 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 359 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Ilias 20,41ff: „Während der Zeit, da die Götter noch ferne den Menschen verweilten, waren die Griechen siegesgewiß, weil wieder Achilleus aufgetaucht war, nach langem Fehlen im leidigen Kampfe. Aber den Troern begannen vor Furcht die Knie zu wanken, jedem von ihnen, als sie den schnellen Peliden erblickten, wie in den Waffen er strahlte, so wild wie der mordende Ares. Als die Olympier jetzt ins Getümmel der Kämpfer sich mischten, stürmte heran die gewaltige, völkerverhetzende Eris, stieß Athene den Kriegsruf aus, vor der Mauer, am Graben, brüllte dann laut am Gestade des weithin rauschenden Meeres, schrie von der anderen Seite auch Ares, ein Sturmwind, so düster, spornte vom Gipfel der Burg die Troer mit gellender Stimme, raste dann wild am Simoeis entlang, auf der Kallikolone. Derart trieben die seligen Götter Achaier und Troer gegeneinander; sie selber entbrannten in heftigem Kampfe.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5267 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 377 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Die Bildkunst stellt Eris dementsprechend hässlich und kriegerisch dar. ……. Der Eris wohnt auch eine positive Möglichkeit im Sinne des „gesunden Wettstreites“ inne, die sich im Parisurteil andeutet, aber bei Hesiod op. 11ff voll ausgeprägt ist als Ursprung positiver Entwicklungen.