eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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apsyrtos
APSYRTOS Sohn des Aietes und der Kaukasosnymphe Asterod(e)ia 1 (Apoll. v. Rh. 3,242), der Nereide Neaira 4 (Sophokles Skythai frg. 503) oder der Eurylyte (in der Naupaktia), Halbbruder der Medeia. Der Mythos des Apsyrtos ist Teil der Medeia-Sage und bezieht sich nur auf seinen Tod. Der Kern der Sage ist: Medeia und Iason rauben das Goldene Vlies und ergreifen die Flucht. Aietes beauftragt seinen Sohn Apsyrtos die Verfolgung aufzunehmen und das Vlies zurückzubringen. Apsyrtos erreicht die Flüchtenden, aber Iason tötet ihn und Medeia zerstückelt den Leichnam ihres Halbruders und verstreut die Leichenteile im Meer. Um Apsyrtos ordentlich bestatten zu können sammeln seine Begleiter die Leichenteile ein; dabei gelingt Iason und Medeia die Flucht. Diese Geschichte wurde von den Schriftstellern so vielfältig erzählt, dass sie heute in zwei Gruppen geteilt werden muss: I. Als Iason in Kolchis erscheint ist Apsyrtos noch ein Kind. a.) Euripides Medea 168f: „O Vater, o Heimat, die schnöd´ ich verließ, nachdem ich den Bruder, den lieben, erschlug !“ b.) Pherekydes frg. 73: Der Knabe Apsyrtos wird von Medeia auf die Argo mitgenommen. Als sein Vater Aietes in Sichtweite der Flüchtenden kommt töten die Argonauten den Buben, zerstückeln ihn und zerstreuen die Teile im Meer. c.) Apsyrtos wird in Skythien zerstückelt, seine Teile an der Küste zerstreut; Ovid trist. 3,9,27ff. d.) Erst auf dem Pontos wird der Knabe von Medeia ermordet und zerstückelt. Sei warf seine Teile vor dem Vater in das Meer, der sie einsammelte und in Tomoi (Schnitte) bestattete; Apollod. 1,132.133.134. II. Apsyrtos ist bereites erwachsen, Wagenlenker seines Vaters, wohnt in einem eigenen Haus außerhalb der Stadt und wird von seinem Vater beauftragt mit einigen Gefolgsmännern Iason und Medeia zu verfolgen; Apollonios v. Rh. 1,9,24,1. a.) Apsyrtos verfolgt die Argonauten, schneidet ihnen den Weg ab, wird aber, nach Absprache mit Iason, von Medeia in einen Tempel der Artemis gelockt und von Iason bestialisch ermordet. Der Sterbende fängt mit seinen Händen Blut aus seinen Wunden auf und befleckt damit Medeia. Iason schlägt dem Toten die Gliedmaße ab, leckt dreimal vom Blut des Toten und spuckt es wider aus, um die Erinye zu beschwichtigen und den Meuchelmord selbst zu sühnen. Dann verbarg er den Leichnam in der Erde; Apollonios v. Rh. 4,305ff. b.) Die Argonauten werden bei Korkyra eingeholt und Apsyrtos verlangt die Rückgabe der Medeia. Alkinoos vermittelt, spricht aber dem Iason die Medeia zu. Apsyrtos verfolgt die Argo wieder, erreicht sie, wird aber, als die Argonauten auf einer Insel der Minerva opfern, von Iason ermordet; Hygin fab. 23. c.) Die Argonauten eilen mit dem Vlies und Medeia zur Argo. Apsyrtos verfolgt sie, aber Medeia lockt ihn in die Hände der Argonauten. Sie ermorden Apsyrtos und werfen den Leichnam in den Phasis; Orpheus Argonautica 1022ff. d.) Apsyrtos wird von Medeia mit Gift ermordet; Leon Scho. Euripides Medea 167. ...... Neben den bereits angegebenen Orten der Ermordung werden auch Tomoi am Schwarzen Meer und die Apsyrtischen Inseln an der heute kroatischen Küste bei Pula angegeben. Der Mythos vom Tod des Apsyrtos erklärt sich durch die Kreuzung dieses geographischen Namens und die Verflechtung in Märchenmotive.