Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie hier.
haimon 1 bis 14
HAIMON 1 bis 14 „Kundig“. Ein weit verbreiteter Heroenname. 1. Sohn des Pelasgos 12. Als Mutter gilt Melia 1g, auch Zeus kann der Vater sein. Apollonios von Rhodos nennt Ares als Vater (siehe Haimon 12). Sein Sohn Thessalos wird auch als sein Vater genannt. 2. Sohn des Alektor, Enkel des Magnes, Vater des Hperochos. 3. Einer der 50 Söhne des Lykaon 3; Apollodor 3,97. Er wurde mit seinem Vater und 48 seiner Brüder von Zeus wegen des frevelhaften Lebens der Lykaon-Sippe kurz vor der Sintflut mit einem Blitz getötet. Mythischer Gründer der Stadt Haimoniai in Arkadien, die vielleicht mit den Ruinen beim heutigen Rhousvanaga identisch ist; Pausanias 8,44,1. ….. Lykaon 3 war der älteste König von Arkadien, Sohn des Pelasgos und der Meliboia oder der Nymphe Kyllene, Gemahl vieler Frauen, u. a. Nonakris, Kyllene und Orthosia. Er und seine Söhne gründeten Städte in Arkadien. Um ihn und seine Söhne gruppiert sich eine vielfältig abgewandelte Sage. Er gründete Lykosura auf dem Berg Lykaion, angeblich die älteste Stadt Griechenlands, errichtete einen Kult für Zeus, einen Tempel für Hermes auf dem Kyllenegebirge und wollte die Menschen dem Glauben an die Götter zuführen. Seine tiefe Religiosität und Gerechtigkeit zeichneten ihn als guten Herrscher aus. Im Laufe der Zeit wandelte sich in der Sage das Bild von ihm in das Gegenteil. Weil er ein Kind auf dem Lykaion geopfert hat wurde er von Zeus in einen Wolf verwandelt. Die jüngsten Sagen erzählen, dass ihn Zeus in ärmlicher Kleidung besucht hat und Lykaon ihm die gekochten Eingeweide eines Kindes vorgesetzte. Als Schlachtopfer werden eine Geisel der Molosser, sein jüngster (oder ältester) Sohn Nyktimos, aber auch sein Enkel Arkas genannt, der Sohn von Kallisto und Zeus, d.h., er setzte dem König der Götter den eigenen Sohn geschlachtet und gekocht zum Mahle vor! Voller Abscheu warf Zeus den Tisch um, erweckte das geschlachtete Kind wieder zum Leben und tötete Lykaon und 49 seiner 50 Söhne; nur Nyktimos überlebte. Der Umstand, dass er von einem Menschen die Gedärme eines geschlachteten Kindes, zudem seines eigenen Sohnes, vorgesetzt bekam war der letzte und grauenhafte Anlass für Zeus alle Götter auf den Olymp zu befehlen und ihnen mit zu teilten, dass er dieses elende verkommene Menschengeschlecht mit einer Sintflut vernichten werde. Alle Götter erhielten den Befehl zur Mitarbeit. Mit der Arbeit wurde sofort begonnen. 4. Sohn des Thoas 6 b), Vater von Oxylos 2, Thermios und Iphitos 2 und Schwager des Odysseus. 5. Pausanias 5,4,5f; 9,4 nennt als Väter des Iphitos 2: - Haimon 4, - einen sonst unbekannten Praxonides, - einen sonst unbekannten Iphitos und - einen Nachkommen des Haimon 4-Sohnes Oxylos 2. …… Haimon 4 und 5 dürften eine Person gewesen sein. …... 6. Einer der Gefährten des Nestor, Anführer der Pylier, Homer Ilias 4,296: „Hier traf er auf Nestor, den mächtigen Redner aus Pylos, der die Gefährten ordnete und zum Kampfe sie spornte, Leute des starken Pelagon, des Chromios und des Alastor, Haimons, des Fürsten, dazu des Bias, des Hirten der Völker.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4729 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 70) (c) Aufbau-Verlag] 7. Sohn des Polydoros 1, Enkel des Kadmos. Seine Nachkommen kolonisierten mit den Argivern Rhodos und gingen dann nach Akragas (heute Agrigent in Sizilien). Von ihm soll die Familie des Theron (Tirann in Akragas von 488 – 472 v. Ch., eroberte 483 v. Ch. Himera und vernichtete das karthagische Heer) abstammen. 8. Thebaner, Vater des Maion. Er war „unsterblichen Göttern vergleichbar“; Ilias 4,387ff: „Keine Furcht beschlich den Rossebändiger Tydeus, war er auch fremd und allein im Kreise der vielen Kadmeier, sondern forderte sie zu Wettkämpfen auf und errang in allen den Sieg sehr leicht; so wirksam half ihm Athene. Zorn ergriff die Kadmeier, die Tummler der Rosse; und eine starke Abteilung ließen sie auflauern ihm auf dem Rückweg, fünfzig jüngere Leute; es führten zwei Männer die Rotte, Maion, Haimons Sohn, den Unsterblichen gleichend, dazu der Sohn des Autophonos, der standhafte Held Polyphontes.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4734 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 73) (c) Aufbau-Verlag] Mit Polyphontes und 50 Männern legte Haimon dem Tydeus einen Hinterhalt und wurde als einziger von Tydeus nicht erschlagen (Ilias 4,388ff). Auch als älterer Sohn des Kreon wird er genannt. ...... Haimon 8 und 9 dürften eine Person gewesen sein, durch getrennte Überlieferung wird aber ihre Geschichte abweichend erzählt. ...... 9. Jüngerer Sohn des Kreon 1, schönster aller Knaben (wie Haimon 8). Nach der Oidipodie soll er der schönste und letzte aller Jünglinge gewesen sein, die von der Sphinx gefressen wurden. Im attischen Drama (Sophokles, Euripides) spielt Haimon eine große Rolle und ist Geliebter der Antigone 2. 10. Nachkomme des Myrmidon, Vater des Laerkes 1. Der Sohn des Laerkes war der tüchtige Rosselenker Alkimedon 3, Homer Ilias 16,196ff: „Phoinix führte die vierte, der greise Kämpfer zu Wagen, schließlich die fünfte der Sohn des Laërkes, der Held Alkimedon.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5129 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 301) (c) Aufbau-Verlag] Ilias 17,461ff: „Mühelos konnte er fliehen aus dem Gewimmel der Troer, mühelos nachsetzen wieder im Sturm auf das stärkste Gedränge. Aber er tötete niemanden, wenn zum Verfolgen er vordrang. Denn man vermochte nicht gleichzeitig auf dem rasenden Fahrzeug richtig zu schleudern den Speer und zu lenken die sprengenden Rosse. Erst nach geraumer Zeit bemerkte ihn einer der Freunde, Held Alkimedon, der Sohn des Haimoniden Laërkes. Hinter den Wagen trat er und sprach zu dem Lenker die Worte: »Wer von den Göttern hat dir, Automedon, den unnützen Vorsatz eingegeben und den gesunden Verstand dir entrissen? Kämpfst als einzelner gegen die Troer im vordersten Treffen, wo dein Gefährte doch fiel und Hektor sich rühmt, auf den Schultern selber die herrliche Rüstung des Aiakosenkels zu tragen!« Ihm entgegnete Held Automedon, der Sohn des Diores: »Welcher Achaier denn sonst versteht es wie du, Alkimedon, die unsterblichen Rosse zu bändigen wie auch zu lenken, außer Patroklos, dem göttlich klugen Berater, solange er noch lebte? Jetzt hat ihn ereilt das Verhängnis des Todes. Auf denn, ergreife die Geißel und die glänzenden Zügel; absitzen will ich vom Fahrzeug, um mich im Kampfe zu tummeln!« So sprach er. Alkimedon sprang auf den eilenden Wagen, griff mit den Fäusten behend nach der Geißel sofort und den Zügeln. Doch Automedon saß ab. Das bemerkte der strahlende Hektor, richtete gleich an Aineias, der nahe ihm weilte, die Worte: »Führer im Rat der erzgewappneten Troer, Aineias, auftauchen sehe ich dort die Rosse des schnellen Achilleus in dem Getümmel, mit Lenkern, die wenig vom Lenken verstehen. Sie zu erbeuten hoffe ich, solltest auch du es im Ernste wünschen. Denn griffen wir beide sie an, so würden die Gegner schwerlich es wagen, sich uns zu offenem Kampfe zu stellen!« Willig gehorchte dem Helden der wackere Sohn des Anchises. Vorwärts stürmten sie gleich, die Schultern gedeckt von den Schilden trockener, fester, mit starkem Erze beschlagener Rindshaut. Chromios und Aretos, der göttliche, schlossen sich ihnen beide im Vordringen an; sie hofften, die Lenker zu töten und die starknackigen Rosse hinwegzutreiben als Beute. Toren - sie sollten ja von Automedon nicht ohne Verluste abziehen! Dieser hatte gebetet zu Zeus, dem Kroniden, und es stärkten ihn Mut und Kraft im düsteren Schmerze. Zu Alkimedon sprach er sogleich, dem treuen Gefährten: »Halt mir die Pferde nicht fern, Alkimedon, sondern so nahe, daß in den Rücken hinein sie mir schnauben! Nicht eher wird Hektor, glaube ich, lassen vom Ansturm, als bis er den Wagen bestiegen, dem das Gespann des Achilleus mit stattlicher Mähne vorauseilt, bis er uns beide erlegt und die Reihen der Griechen verscheucht hat - falls er nicht selber dem Feind unterlag im vorderen Treffen!« Derart sprach er …..“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5191 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 334 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 11. Ein weiterer Haimon wird als Vater der Aichme, der Gemahlin des Polypheides genannt. 12. Ein Sohn des Ares; Schol. Apollonios v. Rh. 2,504. 13. Bei Vergil Aeneis 9,685 ist ein Haimon ein tapferer Rutuler: „Ungestüm drangen die Rutuler ein, als den Zugang sie offen sahen, Quercens als erster, Aquiculus, prächtig gewappnet, Marus, der Hitzkopf, Haemon, ein blutiger Kriegsmann, ein jeder seinem Gefolge voran - doch sie zeigten gleich fliehend die Rücken, oder sie mußten ihr Leben noch zwischen den Torpfeilern lassen. [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17916 (vgl. Vergil-W, S. 375 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 14. Nach Clemens 5,14 ein Lustknabe des Herakles.