eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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eurydike 1 bis 13
EURYDIKE 1 bis 13 1. Eine Baumnymphe, Tochter des Zeus, Gattin des Orpheus. Der Ursprung des weltberühmten Eurydikemythos ist bis heute ungeklärt. Es wird angenommen, dass sie in frühesten Zeiten eine Unterweltsgöttin gewesen ist. In der Literatur erscheint sie erstmals, noch namenlos, bei Euripides; Alkestis 357ff: "Wenn ich Orpheus´ Worte und Gesang besäße, daß ich Demeters Tochter oder ihren Gatten mit Liedern betören und so dich aus dem Hades holen könnte, ich stiege hinab, und weder Plutons Hund noch der Rudermann, der Seelenbegleiter Charon, hielten mich ab, bevor ich dein Leben ans Licht gebracht." (Euripides: Alkestis. Deutsch von Kurt Steinmann. Stuttgart: Philipp Reclam jun. Verlag, 2002.) Erst durch Vergil und Ovid wurde Eurydike zur Figur der Weltliteratur. ...... Obwohl Aristaios 4, ein Hirte von großen Herden, verlobt und glücklich war, verfolgte er in lüsterner Verliebtheit die schöne Dryade Eurydike 1. Eurydike ergriff die Flucht, trat dabei auf eine Schlange, wurde gebissen und starb. Vergil, Georgica, 4,453ff (prophetische Erzählung des Proteus): »Eine bedeutende Gottheit verfolgt dich im Zorn. Ein Vergehen hast du zu büßen: Der schuldlos ins Elend geratene Orpheus legt die Bestrafung dir auf - sofern nicht das Schicksal noch hemmte -, voller Erbitterung grollt er über den Tod der Gemahlin. Diese entrann dir über den Strom in kopflosem Fliehen; dabei erblickte das Mädchen, dem Tode geweiht schon, am Ufer nicht die entsetzliche, tief im Grase lauernde Schlange. Aber der Chor der Dryaden, so alt wie die Tote, erfüllte gellend mit Klagen die Berge. Laut weinten Rhódopes Höhen, die pangäischen Gipfel, die tapfere Heimat des Rhesos, weinten die Geten, der Hebros, die Tochter Athens, Oreithyia. Orpheus jedoch, allein am Gestade, besang, sich in seinem Kummer zu trösten, zum Harfenspiel dich, du teure Gemahlin, tat es bei Tagesanbruch und tat es beim Sinken der Sonne. Auch in den Schlund von Taenarum stieg er, den ragenden Eingang Plutons, gelangte zum finsteren Hain, den Entsetzen umdüstert, und zu den Manen und ihrem schreckenerregenden Herrscher, die sich noch niemals erweichen ließen durch menschliches Flehen. Angelockt aber vom Liede, tauchten aus Erebostiefen schwebend die Schatten empor, die lichtlosen Totengespenster, wie sich die Vögel zahllos unter den Blättern verstecken, wenn sie der Abend, ein Wintersturm auch von den Bergen herabscheucht: Mütter und Gatten und längst schon vom Leben geschiedene tapfre, stattliche Helden, auch Knaben, Mädchen dazu, die der Hochzeit harrten, und Jünglinge, schon auf dem Holzstoß vor Augen der Eltern. Alle umschloß der Kokytos mit düsterem Schlamm und mit seinem häßlichen Schilf und dem widrigen Sumpfstrom, der träge dahinschleicht, alle umringte die Styx mit neunmal gewundenem Bogen. Staunend lauschten dem Liede das Reich des Todes, die tiefsten Gründe des Tartaros, die Eumeniden auch, bläuliche Schlangen wimmelnd im Haar; ja der Zerberus starrte mit offnen drei Rachen, jeglicher Windhauch erstarb, es verharrte das Rad des Ixion. Orpheus befand auf dem Rückweg sich bald, den Gefahren entronnen, hatte Eurýdike wiedererhalten; sie folgte dem Gatten aufwärts zur Oberwelt, wie es Prosérpina festgelegt hatte. Doch da verließ den törichten Liebenden plötzlich die Vorsicht - sicher verzeihlich, sofern bei den Manen Verzeihung noch lebte; fast schon im Sonnenlicht, blieb er stehen, vergaß sich und blickte, Opfer der Sehnsucht, zurück nach seiner Eurýdike. Damit ward sein Bemühen zunichte, gebrochen des grausamen Herrschers Weisung, und dreimal hörte man es vom Avernersee donnern. 'Was für ein Wahnsinn', so klagte sie, 'hat mich Arme vernichtet, dich auch, mein Orpheus? Da ruft mich das schreckliche Schicksal schon wieder, sollen die brechenden Augen im Todesschlummer erstarren! Lebe jetzt wohl, ich muß der mächtigen Finsternis folgen, recke noch, kraftlos, die Arme nach dir, nicht länger die deine!' Damit entschwand sie den Augen des Gatten, wie Rauch in die Lüfte aufwärts sich kräuselnd verweht, und bekam ihn nicht wieder zu sehen; ohne Erfolg versuchte die Schatten er noch zu umarmen, wollte so vieles noch sagen. Doch ließ ihn der Fährmann des Orkus nicht mehr den hemmenden Sumpf überqueren. Was sollte er nunmehr tun, und wohin, nach dem zweiten Verlust der Gemahlin, noch gehen? Wie noch durch Jammern die Manen, durch Flehen die Götter erweichen? Glitt doch Eurydike fort, schon erstarrt, im stygischen Nachen. Sieben Monate lang, so erzählt man, weinte der Sänger unter hochragendem Felsen am öden Ufer des Strymon, sang in eiskalter Grotte vom eigenen Schicksal, wodurch er Tiger besänftigte, Eichen aus ihrem Wurzelbett lockte. Ebenso singt im Schatten der Pappel die Nachtigall traurig, weil sie die Jungen verlor, die der ackernde Landmann entdeckte, ohne Gefühl dann, so nackt wie sie waren, herausriß vom Neste; nächtelang weint sie, singt auf dem Aste ihr Klagelied immer wieder und läßt den Ausdruck des Jammers weithin erschallen. Keine Venus und kein Hymenaeus mehr brachten ihm Freude. Einsam durchzog er hyperboreische Eisfelder, unter Schneemassen stöhnende Länder am Tanais, ständig vom Rauhreif weiße rhipäische Fluren, den Tod der Gattin beklagend, Plutos verscherztes Geschenk auch. Die thrakischen Frauen, durch solche Treue gekränkt, überfielen zur Nacht ihn beim Feste des Bacchus, rissen in Stücke den Sänger, zerstreuten weithin die Glieder. Aber auch jetzt, da der Hebros, der Freund des Oiagros, auf seinen Wellen den vom schimmernden Nacken gerissenen Schädel forttrug, stöhnte die Stimme: 'Eurydike', stöhnte die Zunge, fast schon erstarrt, mit stockendem Atem: 'Eurydike, Ärmste!', stöhnten die Ufer: 'Eurydike' über die Länge des Stromes.« [Vergil: Lied vom Landbau. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17512 (vgl. Vergil-W, S. 132 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ……….. Als Vergleich die gleiche Sage erzählt von Ovid met. 10,1ff. 11,1ff: „Zehntes Buch Von dort schreitet, umhüllt von dem Safrankleid, Hymenaeus Durch die unendliche Luft und wendet sich nach der Kikonen Küsten und wird umsonst von Orpheus' Stimme gerufen. Zwar willfahrt' er und kam, doch nicht hochzeitlichen Jubel Brachte er mit noch frohes Gesicht noch günstige Zeichen. Tränenerregender Rauch ließ stets auch zischen die Fackel, Die in der Rechten er trug, und sie fing kein Feuer im Schwunge. Schrecklicher war der Erfolg als der Anfang. Während im Grünen Wandelte unter der Schar der Najaden die kürzlich Vermählte, Fand sie den Tod, an der Ferse verletzt vom Zahne der Schlange. HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dying_Eurydice_Louvre_CC7.jpg&filetimestamp=20060805070146" INCLUDEPICTURE "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8b/Dying_Eurydice_Louvre_CC7.jpg/220px-Dying_Eurydice_Louvre_CC7.jpg" \* MERGEFORMATINET HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Charles-Fran%C3%A7ois_Leb%C5%93uf&action=edit&redlink=1" \o "Charles-François Lebœuf (Seite nicht vorhanden)" Charles-François Lebœuf: Eurydice mourante (1822) Als zum Himmel um sie nun Rhodopes Sänger genugsam Hatte geklagt, da wagt er als letzten Versuch, bei den Schatten Durch das tänarische Tor zur Styx in die Tiefe zu steigen, Und durch luftiges Volk und Gebilde bestatteter Toter Tritt er Persephone nah und dem Könige, der bei den Schatten Waltet im freudlosen Reich, und zum Sang anschlagend die Saiten, Redet er: »Mächte der Welt, die steht im Schoße der Erde, Der wir verfallen gesamt, soviele wir sterblich erwachsen, Darf ich mit euerer Gunst ohn Umschweif trügenden Mundes Wahrheit sprechen vor euch: Nicht kam ich, des Tartarus Dunkel Mir zu beschauen herab noch auch den schlangenbehaarten Dreifach drohenden Hals des medusischen Untiers zu fesseln. Mich führt her mein Weib, der eine getretene Viper Gift in die Wunde geströmt und gekürzet die blühenden Jahre. Stark zu ertragen den Schmerz, nicht will ich es leugnen, versucht ich; Amor behielt den Sieg. Der Gott ist bekannt in der Höhe; Ob er es hier auch sei, nicht weiß ich es, aber ich glaub es. Amor, wofern nicht lügt das Gerücht von dem früheren Raube, Hat ja vereint auch euch. Bei diesem unendlichen Chaos, Hier bei den Stätten des Grauns und der Öde des weiten Gebietes Fleh ich zu euch: knüpft neu Eurydikes schleuniges Schicksal! Alle gehören wir euch, und wir eilen nach kurzem Verweilen Früher und später hinab zu dem einen gemeinsamen Wohnsitz; Hierher müssen wir all, und dies ist die letzte Behausung. Über das Menschengeschlecht übt ihr die dauerndste Herrschaft. Sie auch fällt, wenn reif sie verlebt die gebührenden Jahre, Euerem Recht anheim. Ihr sollt sie nur leihen, nicht schenken! Weigert der Gattin die Gunst das Geschick, so bin ich entschlossen, Nimmer von hinnen zu gehn. Dann freu euch zweier Vernichtung.« Während er also sprach und zum Sang eingriff in die Saiten, Weinte die blutlose Schar der Gestorbenen. Tantalus haschte Nicht nach der weichenden Flut, und es stockte das Rad des Ixion; Nicht mehr ward von den Geiern die Leber zerhackt; die Beliden Ließen die Urnen in Ruh, und Sisyphus saß auf dem Steine. Damals weinten zum ersten Male die drei Eumeniden, Heißt es, zu Tränen gerührt von dem Lied. Abschlagen die Bitte Kann ihm die Königin nicht noch auch der Beherrscher der Tiefe, Und Eurydike ruft ihr Geheiß. Die war bei den neuen Schatten und ging mit langsamem Schritt, von der Wunde gehindert. Sie und die Weisung zugleich empfängt der Rhodopier Orpheus, Daß er zurück nicht wende den Blick, bis daß er gelangt sei Aus dem avernischen Tal; sonst wär er der Gabe verlustig. Aufwärts steigen sie jetzt durch schweigende Öde den Fußpfad Schroff, voll düsteren Grauns und umstarrt von finsterem Dunkel. Nicht mehr waren sie fern vom Rande der oberen Erde, Da, sie zu sehen verlangend, besorgt, daß Kraft ihr gebreche, Schaut er liebend sich um, und zurück gleich ist sie gesunken. Sehnlich die Arme gestreckt, auf daß er sie fasse und selber Werde gefaßt, hascht nichts als weichende Lüfte der Arme. Ob sie gleich wiederum stirbt, sie klagt nicht über den Gatten: Was auch war zu beklagen für sie, als daß sie geliebt war? Scheidenden Gruß, den kaum sein Ohr noch konnte vernehmen, Rief sie ihm zu und wurde gerafft zu der vorigen Stätte. Orpheus aber ist starr von dem zwiefachen Tode der Gattin, ……. Ähnlich dem Mann, den schrecken des Hunds drei Hälse, von welchen Bande der mittlere trug, und den mit dem früheren Wesen Erst das Entsetzen verließ, als Stein durchdrungen den Körper, Oder wie Olenos einst, der Frevler zu scheinen verlangte, Auf sich nehmend die Schuld, und du, unsel'ge Lethaea, Die du zu sehr deiner Schönheit vertraut, treu liebende Herzen Vormals, Steine zur Zeit, die trägt der bewässerte Ida. Als er bat und vergeblich noch einmal hinüberverlangte, Wies ihn der Fährmann zurück. Doch trauernd im Schlamme des Ufers Saß er sieben der Tag und verschmähte die Gabe der Ceres; Zähren und Gram und Schmerz des Gemüts nur waren ihm Nahrung. Grausam schalt er und hart des Erebos Götter und kehrte Wieder zu Rhodopes Höhn und zum nordumsauseten Haemus. Dreimal hatte das Jahr, das schließt im Sternbild der Fische, Schon vollbracht der Titan, und es hatte der Liebe zum Weibe Orpheus gänzlich entsagt, sei's, weil sein Leid sie gewesen, Sei's, weil Treu er gelobt. Doch sich zu ergeben dem Sänger, War gar manche bereit; gar manche beklagte Verschmähung. Er gab Vorbild auch den thrakischen Stämmen, die Liebe Zarten Knaben zu weihn und auch, die Blüte der Jugend Und den vergänglichen Lenz vor dem Jünglingsalter zu pflücken. Sanft ansteigend erhob sich ein Hügel, und über dem Hügel Dehnte sich ebenes Feld, das grünte von üppigem Graswuchs. Schatten fehlte dem Ort. Als aber der götterentstammte Sänger sich dorthin setzt' und rührte die tönenden Saiten, Kam bald Schatten dem Ort. Nicht fehlen chaonische Bäume Noch Heliadengehölz noch auch hochlaubige Eichen; Linden mit weichlichem Holz, mit der Buche der züchtige Lorbeer, Brechendes Haselgesträuch kommt nah, unknotige Tannen, Eschen, zu Lanzen genehm, Steineichen, von Früchten gebogen, Samt der Platane, dem Baum des Ergötzens, der fleckige Ahorn, Durstiger Lotus dazu und stromanwohnende Weiden, Auch stets grünender Buchs, Tamarisken mit schmächtigen Ästen Und die gesprenkelte Myrt und Tinus mit bläulichen Beeren. Ihr auch kamt, von dem Sange gelockt, schlingfüßiger Efeu, Rankende Reben des Weins und mit Reben bekleidete Ulmen, Manna-Esche und Föhr und, beladen mit rötlichen Früchten, Arbutus, du, die lohnet den Sieg, schlankragende Palme, Auch, aufsträubend das Haar und struppig am Scheitel, die Fichte, ……. Elftes Buch Während mit solchem Gedicht Waldstämme der thrakische Sänger Lockte herzu und das Wild und die Steine zum Folgen bewegte, Sieh, da werden gewahr kikonische Frauen, den tollen Busen mit Fellen bedeckt, von der Spitze des Hügels den Orpheus, Wie wohltönenden Sang er gesellte geschlagenen Saiten. Eine davon, die das Haar ließ treiben in wehenden Lüften, Rief: »Seht, sehet ihn dort, den Verächter der Fraun!« Und der Thyrsos Flog nach dem tönenden Mund des Apoll entsprossenen Sängers. Laubumhüllt, ließ jener ein Mal nur, ohne Verletzung. Waffe darauf ist der andern ein Stein: der aber, im Fluge Von dem vereinigten Klange der Stimm und der Leier bezwungen, Legt, als bät er in Reu, zu verzeihn so wütendes Wagnis, Jenem zu Füßen sich hin. Doch nunmehr wächst die verwegne Fehde, das Maß ist fern, und es waltet die tolle Erinys. All die Geschosse gesamt wohl wären erweicht von dem Sange; Aber gewaltig' Geschrei und Geklatsch, berekyntische Flöten Mit abstehendem Horn und Trommeln und bacchisches Heulen Übertönten das Saitenspiel. Da wurden gerötet Endlich die Steine vom Blut des nicht mehr vernommenen Sängers. Die noch waren gebannt von des Liedes bestrickendem Wohllaut, Vögel in zahllosem Schwarm und Schlangen und Scharen des Wildes, Orpheus' Zuschauerkreis, zerfleischten zuerst die Mänaden. Drauf mit blutiger Hand dringen alle sie ein auf den Orpheus, Gleich den Vögeln geschart, die sehen im Lichte des Tages Flattern den Vogel der Nacht. Wie wenn in dem runden Theater, Beute des Todes, ein Hirsch auf dem sandigen Platz in der Frühe Hunden verfällt, so stürmen sie ein auf den Sänger und schleudern Laubumwundene Thyrsen - die dazu nimmer geschaffen. Schollen erheben sie teils, teils Bäumen entrissene Zweige, Teils auch Steine zum Wurf. Daß der Wut nicht fehlen die Waffen: Stiere zerwühlten gerade das Land mit gestemmeter Pflugschar; Nah auch, nährende Frucht mit sauerem Schweiß zu bereiten, Hackten im harten Gefild Landleute mit rüstigen Armen. Diese gewahren den Zug und fliehn; die Geräte der Arbeit Bleiben zurück, und es liegen zerstreut auf verlassenen Äckern Karste mit drückender Wucht, langstielige Hacken und Spaten. Als die waren gerafft und die Stiere zerrissen in Tollheit Trotz dem Gehörn, kehrt wieder der Schwarm zu des Sängers Verderben. Ihn, der flehend die Händ ausstreckt' und vergebliche Worte Damals sagte zuerst und nichts mit der Stimme bewegte, Morden sie ruchlos hin, und hinweg aus dem tönenden Munde, Welchen die Felsen gehört und die lauschenden Tiere verstanden - O du, Jupiter! -, wich in den Wind die verhauchete Seele. Dir weiht Trauer das Wild, dir, Orpheus, klagende Vögel, Dir das starre Gestein und der Wald, den deine Gesänge Oftmals hatten gelockt; um dich mit geschorenem Haupthaar Härmt sich entblättert der Baum; durch eigene Zähren - erzählt man - Wurden die Flüsse gemehrt, und in dunkele Farbe gekleidet Gingen, die Haare gelöst, Najaden einher und Dryaden. Hier und dort sind die Glieder verstreut. Haupt aber und Leier Fängst du, Hebrus, im Strom, und während sie mitten dahintreibt, Da - o Wunder - erbebt wie klagend die Leier, und klagend Lallt die entseelete Zung, und klagend erwidern die Ufer. Fern von dem heimischen Fluß schon schwimmen sie weg in die Meerflut, Und sie gewinnen den Strand des methymnäischen Lesbos. Dort schoß los voll Grimm auf das Haupt, das lag an die fremde Küste gespült, und das Haar, das naß noch tropfte ein Drache. Endlich ist Phoebus genaht, und wie jener zum Bisse sich anschickt, Hält er ihn ab und läßt den geöffneten Rachen der Schlange Frieren zu Stein und den Schlund, wie er war, weit gähnend, erhärten. Sitz nimmt drunten der Geist und erkennt noch alle die Räume, Die er vormals gesehn, und der Seligen Auen durchsuchend, Sieht er Eurydike bald und umfängt sie mit liebenden Armen. Dort nun wandeln umher mit vereinigten Schritten die beiden, Oder er folgt ihr nach; oft auch geht wieder als erster Orpheus, der sich getrost nun darf nach Eurydike umsehn.“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12900 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 236 ff.) (c) Aufbau-Verlag) Beispiele der neueren Vergangenheit: J.Cocteau, 1993. Manfred Stahnke, Orpheus Kristall, Oper in zwei Medien. Auftragswerk für die Münchner Biennale 2002. Schiphorst / Spielhofer - Tsangaris - Nussbaumer: "Orpheo-Projekt". Drei Auftragskompositionen, Theater Bielefeld, 2002. Neuwirth / Zaboitzeff / Braun: Tanzmusiktheater. Linz, 2004. Viktoria Macek: "Prinzip Eurydike. Ambivalente Subjektpositionen in der Rezeption des Orpheomythos." Dissertation zur Erreichung des akademischen Grades einer Doktorin der Philosophie an der Universität Innsbruck, 2008. RE VI/11322 INCLUDEPICTURE "http://www.katharinen.ingolstadt.de/projekte/kglatein/2001-02-10b/assets10b/orpheus_gross.jpg" \* MERGEFORMATINET Orpheus und Eurydike, attisch, ca. 410 v.Chr. HYPERLINK "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a8/Jean_Raoux_%E2%80%93_Orpheus_and_Eurydice.jpg" INCLUDEPICTURE "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a8/Jean_Raoux_%E2%80%93_Orpheus_and_Eurydice.jpg" \* MERGEFORMATINET Jean Raoux: "Orpheus and Eurydice." Oil on canvas, c. 1718–1720. J. Paul Getty Museum. HYPERLINK "http://www.nuveforum.net/attachments/35467d1251717297-orpheus-eurydike.jpg" INCLUDEPICTURE "http://www.nuveforum.net/attachments/35467d1251717297-orpheus-eurydike.jpg" \* MERGEFORMATINET Orpheus und Eurydike im Bodemuseum, Foto aus der Berliner Morgenpost, 1. Okt. 2012 INCLUDEPICTURE "http://www.thomas-hengelbrock.com/index.php?rex_resize=581w__gluck.jpg" \* MERGEFORMATINET Christoph Willibald Gluck “Orpheus und Eurydike”, Paris. Opéra dansé von Pina Bausch INCLUDEPICTURE "http://www.radiohamburg.de/var/ezflow_site/storage/images/radiohh/testseite/testseite-rhh/bilderserien/alstervorland-gestohlende-eurydike-zurueck-an-ihrem-platz/multi-upload-images/02-orpheus-eurydike/24458762-1-ger-DE/02-Orpheus-Eurydike_image_660.jpg" \* MERGEFORMATINET Ursula Querner : Orpheus und Eurydike, Foto Radio Hamburg HYPERLINK "http://4.bp.blogspot.com/-_WQo2Iewhk0/T_sMZg1Ws5I/AAAAAAAAAnU/89u_bm8RKYs/s1600/RodinOrpheusundEurydike1893.jpg" INCLUDEPICTURE "http://4.bp.blogspot.com/-_WQo2Iewhk0/T_sMZg1Ws5I/AAAAAAAAAnU/89u_bm8RKYs/s1600/RodinOrpheusundEurydike1893.jpg" \* MERGEFORMATINET Auguste Rodin: Orpheus und Eurydike (1893 ausgestellt), Marmor;New York, Metropolitan Museum of Art INCLUDEPICTURE "http://www.quetzal-leipzig.de/wp-content/uploads/Gesehen/Orfeu_Negro/orfeu1.jpg" \* MERGEFORMATINET Marpessa Dawn als Eurydike, Breno Mello als Orpheo im Film Orpheo Negro, 1959 2. Eurydike von Nemea, Gemahlin des Lykurgos 3, Mutter des Opheltes / Archemoros. 3. Tochter des Pelops 1. Sie wird neben Anaxo 1 und Lysidike 1 als Gattin des Elektryon 1 und Mutter der Alkmene genannt; Diodor 4,9,1. 4. Tochter des Amphiaraos und der Eriphyle. ….. Sie war auf der Kypseloslade, die sich im Heratempel in Olympia befand, abgebildet; Pausanias 5,17,7f: „….. Weiter ist das Haus des Amphiaraos abgebildet, und eine alte Frau, wer es auch sein mag, trägt den unmündigen Amphilchos. Vor dem Haus steht Eriphyle mit dem Halsband und neben ihr ihre Töchter Eurydike und Demonassa und der Knabe Alkmaion nackt. Asios hat in seinem Epos auch Alkmene zu einer Tochter des Amphiaraos und der Eriphyle gemacht. Baton, der Wagenlenker des Amphiaraos, hält die Zügel der Pferde und in der einen Hand eine Lanze. Amphiaraos steht mit dem Fuß schon auf dem Wagen, hat das Schwert gezückt und wendet sich gegen Eriphyle, vor Wut kaum imstande, von ihr abzulassen.“ 5. Gattin des Kreon 1 in Sophokles Antigone, die sich nach dem Tod ihres Sohnes Haimon selbst den Tod gibt. Sie wird auch Henioche 2 genannt. 6. Tochter des Adrastos, sie heiratete Ilos 1 und wird als Mutter der Themiste und des Laomedon 1 genannt; Apollodor 3,141.146. Andere Schriftsteller geben ihr noch Tithonos (Diktys) und Telekleia als Kinder. 7. Lescheos nennt eine Eurydike als Gemahlin des Aineias. Auch in den Kyprien wird sie genannt; Pausanias 10,26,1. 8. Tochter des Klymenos 5, Gemahlin des Nestor; Homer Od. 3,450ff: „………………Aufjauchzten beim Beten die Töchter, Schwiegertöchter sowie die sittsame Gattin des Nestor, Eurydike, des Königs Klymenos älteste Tochter.“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5513 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 47) (c) Aufbau-Verlag] 9. Tochter des Aktor 6. Sie soll dem Peleus die Polydora geboren haben. Meistens wird aber Polymele als Mutter der Polydora genannt. 10. Tochter des Lakedaimon und der Sparte, Gattin des Akrisios, Mutter der Danae; Pherekydes frg. 26. Auf einem Hügel bei Sparta stand ein Tempel der argivischen Hera, den Eurydike nach einer Überschwemmung gestiftet haben soll; Pausanias 3,13,8. 11. Nereide, eine der 50 Töchter des Meeresgottes Nereus und der Meeresgöttin Doris 1. Meeresjungfrau, ein schönes edles Mädchen, das mit seinen Schwestern in Harmonie mit den Tieren die Meere bewohnt; nach Hygin praef. p. 10. Lies Nereiden. RE VI/1 1325 12. Eine Tochter des Danaos. In der Hochzeitsnacht erdolchte und köpfte sie ihren Bräutigam, den Aigyptiden Dryas 4; Apollodor 2,19. Hygin fab. 170 nennt ihn Kanthos 2. ….. Aigyptos, durch die Flucht seines Bruders mächtiger König von Arabien, Ägypten und Libyen, hatte 50 Söhne und wünschte die Verheiratung mit den 50 Töchtern seines Bruders Danaos. Danaos lehnte ab, Aigyptos zog mit einem Heer und seinen Söhnen nach Argos und bedrohte die Stadt. Danaos willigte in die Hochzeit ein, verloste seine Töchter den 50 Söhnen des Aigyptos, gab aber allen vor der Hochzeitsnacht einen Dolch und den Auftrag, die frisch angetrauten Ehemänner zu ermorden. 49 Töchter gehorchten, nur Hypermestra 1 verschonte ihren Gatten Lynkeus 2, weil er ihrer Bitte, ihre Jungfräulichkeit zu schonen, entsprochen hatte. Sie verhalf ihm sogar zur Flucht. Ihre Schwestern schnitten den Toten die Köpfe ab, brachten sie Danaos als Beweis und bestatteten sie auf dem Berg Larisa. Die Körper begrub man bei Lerna. 13. Eine Tochter des Endymion. Sie zeugte mit Poseidon den Eleios 3, den eponymen Heros der Eleer.