eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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laios 1,2,3,4
LAIOS 1,2,3,4 „König des Volkes“. 1. Ein Sohn des Labdakos und myth. König von Theben ca. vier Generationen vor dem troianischen Krieg. Laios und sein Sohn Oidipus sind zwei der großen Figuren des riesigen, weit verzweigten und sich über zwölf Generationen erstreckenden thebanischen Sagenkreises, der mit dem Flussgott Inachos und seiner Tochter Io beginnt und in dessen Zentrum die Sagen von OIDIPUS und der SIEBEN GEGEN THEBEN stehen. Seine Genealogie: Chaos – Gaia / Uranos – Okeanos / Tethys – Inachos / Melie – Io / Zeus – Epaphos / Memphis - Libye / Poseidon – Agenor 1 – Kadmos / Harmonia - Polydoros 1 / Nykteis – Labdakos – Laios 1 / Iokaste – Oidipus. Erst im 5. Jh. v. Chr. wurden Labdakos und Polydoros 1 erfunden und als Füllfiguren zwischen Kadmos und Laios eingeschoben, um Laios und Oidipus an das Geschlecht der Kadmeier anzubinden und damit ihre Abstammung von mehreren Göttern zu beweisen. Sollten tatsächliche Ereignisse Bestandteil des Sagenkomplexes sein, so sind sie im Zeitraum zwischen ca. 1400 bis 1100 v. Chr. anzusiedeln. …… Als er ein Jahr alt war verlor er seinen Vater und Lykos 6 übernahm für ihn die Regentschaft. Während Amphion und Zethos zum Kampf gegen Lykos rüsteten (siehe Amphion >), brachten die Thebaner den Knaben Laios zum König Pelops auf den Peloponnes in Sicherheit. Zum Jüngling herangewachsen verliebte er sich in den außerehelichen Sohn seines Gastgebers, den schönen Knaben Chrysippos 1, missbrauchte und entführte ihn nach Theben. Die Thebaner duldeten diesen Raub. Hera war erzürnt, weil der Knabe eine Ehefrau ersetzte; später schickte sie die Sphinx dafür. Auch Apollon war erzürnt, in seinen göttlichen Bereich fiel der Schutz der Mädchen und Knaben. Pelops 1 (oder seine Söhne Atreus und Thyestes) zog mit einem Heer nach Theben, befreite seinen Sohn und verfluchte Laios und die Thebaner: Kinderlos soll Laios bleiben, sollte er einen Sohn haben, so soll er von diesem getötet werden. Und sollte er Enkel haben so sollen sie auch untergehen, genau so wie die Stadt Theben. Zeus hörte ihn ! Laios heiratete Iokaste, die Tochter des Menoikeus 2, und befragte das Orakel in Delphi; Euripides, Phoenissae: „Säe du keine Kinder gegen den Willen der Götter! Zeugst du einen Sohn, so wird dich der Entsprossene töten, und dein ganzes Haus wird untergehen in Blut.“, war die Antwort. Eines Abends, trunken vom Wein, verlor Laios den Kampf gegen Eros und zeugte mit Iokaste einen Sohn, Oidipus. Sofort nach der Geburt setzte er ihn mit durchbohrten Füßen im Kithairongebirge aus; in einer älteren Fassung wird er in einem Korb in das Meer geworfen. Jedenfalls fand der Hirte Euphorbos das Baby und brachte es zum kinderlosen Königspaar Polybos 6b und Merope 4 von Korinth. Sie zogen es wie ein eigenes Kind auf. Als Oidipus zu einem starken schönen Jüngling herangewachsen war wanderte er nach Delphi und befragte das Orakel nach seiner persönlichen Zukunft. Zu seinem Entsetzen offenbarte ihm das Orakel, dass er seinen Vater töten und seine Mutter heiraten werde. Oidipus liebte seine vermeintlichen Eltern Polybos und Merope über alles. Um sie nicht in Gefahr zu bringen kehrte er nicht nach Korinth zurück, sondern wanderte in eine andere Richtung durch Phokis. Obwohl Teiresias, der Seher, Laios gewarnt und ihm vorgeschlagen hatte besser für Hera zu opfern, fuhr Laios nach Delphi. Er wollte vom Orakel wissen was aus seinem ausgesetzten Sohn geworden ist. In einer engen Wegscheide zwischen dem Kithairon und Potniai begegneten Oidipus dem Wagen des Laios. „Wanderer, weiche dem König!“, rief der Herold. Stolz wich Oidipus nicht aus und wurde zornig. Der Herold lenkte die Rosse auf ihn, ein Pferd des Königs trat ihm auf den Fuß. Laios, im Wagen sitzend, schlug dazu noch mit seinem gabelförmigen Stachelstock wütend auf Oidipus ein. Das Maß war voll. Oidipus in heillosem Zorn, nicht wissend, dass er seinen Vater vor sich hat, riss Laios aus dem Wagen, erschlug ihn und den Herold dazu; ein Diener konnte entfliehen. Aischylos erzählt, dass der Rasende dem Getöteten noch in den Leib gebissen und sein Blut ausgespuckt habe. Zeus hatte Pelops erhört, der erste Teil des Fluches war in Erfüllung gegangen. ....... Ein Einblick in die Entwicklung dieses Sagenstoffes ist fast unmöglich, weil von den alten ihn behandelnden Epen nur kleine Teile erhalten sind. Die Erstfassung geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf Peisandros, den Epiker des 6. Jh. v. Chr., zurück. Die Ersterwähnung des Orakelspruches finden wir bei Pindar Ol. 2,38: „So bringt die Moira, die von den Vätern her das freundliche Geschick dieser lenkt, mit dem gotterweckten Segen dazu auch manchen Schmerz, gewandelt zu anderer Zeit, seitdem dem Laios begegnet ist der dazu vorherbestimmte Sohn und ihn getötet hat und so das in Pytho geweissagte alte Wort vollbrachte.“ [Pindar: Olympien. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 9286 (vgl. Pindar-D, S. 21 ff.) (c) Insel-Verlag] Die großen Dramatiker Aischylos, Euripides und Sophokles haben in ihren Werken den Laios ausführlich behandelt. 2. Nach Antoninus Liberalis 19 (nach Boios): Es ist sowohl den Menschen als auch den Göttern streng untersagt die heilige Grotte, in ihr hat ja Rhea den Zeus zur Welt gebracht, zu betreten. Nur Bienen, die Nachkommen jener Bienen die Zeus nach der Geburt genährt haben, wohnen in der Grotte. Jedes Jahr, an bestimmten Tagen, dringt heller Feuerschein aus der Höhle. Die Leute erzählen dann, dass das Geburtsblut des Zeus erglühe und leuchte. Vier Diebe, Laios 2, Keleos 2, Kerberos 3 und Aigolios, hüllten sich ganz in Erz und schlichen in die Grotte um Honig zu stehlen. Sie erblickten die Windeln des obersten Gottes und das sie schützende Erz zersprang. Wütend erhob Zeus einen Blitz und wollte die Vier vernichten. Aber die Moiren und Themis hielten ihn zurück; es war ja Frevel jemanden in dieser heiligen Grotte zu töten. Um sie dennoch zu bestrafen verwandelte Zeus sie in Vögel: Drossel, Specht, Dohle und Nachtvogel – alles weissagende Vögel die Erfolg verbürgten, sie hatten ja das Blut des Zeus gesehen (Vergleiche mit der Heiligen Treppe in Rom, auf der die Gläubigen Blutstropfen von Christus zu sehen vermeinen.). 3. Ein Gefährte des Odysseus; Cramer Anecd. Par. II 209,26. Er ist aber unsicher und nicht genau einzuordnen. Tzetzes nennt ihn als Geliebten der Elpe, der Tochter der Polyphem 1. 4. Ein Faustkämpfer. Herakles unterlag ihm, weil er es wagte zugleich mit einem anderen auch noch zu kämpfen; Zenobios 5,49. Herakles errichtete am Fluss Alpheios einen Altar, führte dort den Faustkampf als olympische Sportart ein und siegte bei den ersten Kämpfen natürlich. Bei der zweiten Olympiade mit Faustkampf trat Elatos 5 und Laios 4 auf und besiegte ihn beim Faustkampf, Pherandros besiegten ihn beim Ringkampf. In anderen Versionen dieser Sage heißen die Sieger Kteatos und Eurytos, aber auch Dinon.