Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie hier.
lyssa
LYSSA „Die Wut, der Wahn, der Wahnsinn“. Personifizierung der Wut, des Wahnes und des Wahnsinns. Sie entstand aus der Nyx, als sie mit Blutstropfen, die bei der Kastration des Uranos durch seinen Sohn Kronos entstanden, bespritzt wurde. Auch als Tochter der Eris wurde sie genannt. Aischylos, Prometheus 877ff: "IO. O Jammer, o Leid! Aufs neue durchflammen mich stechender Schmerz und rasender Wahn und quält mich der Stachel der Bremse wie glühendes Eisen! Es hämmert vor Furcht das Herz in der Brust, es rollen die Augen im Kreise, mich treibt aus der Bahn der reißende Sturm des Irrsinns, und meine Zunge versagt mir den Dienst; mein wirres Gestammel prallt wirkungslos auf die Wogen des schrecklichen Unheils. Sie stürmt davon." [Aischylos: Prometheus in Fesseln. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 678 (vgl. Aischylos-W, S. 145) (c) Aufbau-Verlaghttp://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm ] Lyssa erhielt sehr oft von Göttinnen und Göttern Aufgaben; so z. B. schlug sie im Auftrag der Hera Herakles mit Wahnsinn. Im Wahn tötete er alle seine Kinder von Megara 1. Euripides, Herakles 805ff: "Über dem Palaste erscheinen Iris und Lyssa. Letztere, eine geflügelte Frauengestalt mit Schlangenhaaren, schwingt in der Rechten eine Peitsche. Der Chor fährt voller Entsetzen auseinander. CHORFÜHRER. O weh, o weh! Sind wir schon wieder in den Sturm der Furcht geraten? Was seh ich überm Haus erscheinen, greise Freunde? EINER DER GREISE. Zur Flucht, zur Flucht heb an die matten Glieder, ziehe eilig fort! EIN ANDERER GREIS. Du Herrscher Paian, so wende doch von mir das Leid! IRIS. Faßt Mut, ihr Greise, die ihr Lyssa hier, die Tochter der Nacht, erblickt und mich, die Götterbotin Iris. Gekommen sind wir nicht, zu schaden eurer Stadt. Gemeinsam ziehen wir nur gegen einen Mann, den Sohn des Zeus, so rühmt man ihn, und der Alkmene. Denn ehe er die schweren Kämpfe all bestanden, hat ihn gerettet seine Pflicht, und nimmer ließ ihm Vater Zeus durch mich und Hera Leid geschehn. Doch nun er bei Eurystheus seinen Dienst getan, will Hera ihn mit seinem eignen Blut besudeln durch Mord an seinen Kindern. Gleiches wünsche ich. Wohlan, raff unerbittlich dich zusammen, Tochter der düstren Nacht, du Jungfrau, der kein Brautlied klingt! Die Wut des Wahnsinns hetze gegen diesen Mann, des Kindesmordes Raserei, laß springen ihn, zum Töten ihn nur alle seine Segel setzen, auf daß er selbst mit Mörderhand entsende durch die Furt des Acheron den Blütenkranz der Söhne, daran den Haß erkenne, mit dem Hera ihn verfolgt wie ich! Denn nichtig wären sonst die Götter - und allzu groß der Mensch, wenn er nicht Buße zahlte! LYSSA. Von edlem Vater stamme ich und edler Mutter, die Tochter heiße ich des Himmels und der Nacht. Ein Amt verwalte ich, den Göttern selbst zuwider, auch mir, sofern ich gegen liebe Menschen ziehe. Ich möchte euch ermahnen, dich und Hera, ehe ich noch zum Zeugen eures Sturzes werden muß. Vielleicht, daß meinem Worte ihr Vertrauen schenkt: Nicht unbedeutend ist der Mann, in dessen Haus du mich entsendest, nicht bei Menschen, nicht bei Göttern. Durch Ödland schlug er Wege, bändigte den Trotz des wilden Meeres, hat, allein, den Götterdienst, der unter frevlen Händen stürzte, aufgerichtet. Ich warne dich, ein großes Unrecht zu verlangen. IRIS. Gegen Heras, gegen meinen Anschlag spare deinen Rat. LYSSA. Fort vom Übel, hin zum Beßren suche ich zu lenken dich. IRIS. Nicht um Maß zu halten, schickte dich des Zeus Gemahlin her. LYSSA. Zeugin sei die Sonne: Wider Willen gehe ich ans Werk! Doch wenn Zwang mich nötigt, dir und Hera meinen Dienst zu leihn und geschwind heranzusausen wie ein Hund zum Jägersmann, auf denn! Niemals stöhnt das Meer so tief mit seinem Wogenschwall, bebt die Erde, zuckt herab im Wehenkrampf des Blitzes Pfeil, wie ich jetzt die Bahn durchmesse in die Brust des Herakles. Und ich will das Dach zu Boden reißen, schleudern drauf das Haus, will zuerst die Kinder töten, und der Mörder, ahnungslos, soll erschlagen, die er zeugte, bis er frei von meiner Wut. Sieh, schon schüttelt er das Haupt, ein Läufer, von den Schranken her, und verdrehet seine Augen, schweigend und mit wildem Blick, atmet keuchend, schon im Wahne, wie ein Stier zum Stoß sich duckt, furchtbar; brüllet auf, die Keren rufend aus dem Tartaros: Sollst mir bald noch besser tanzen zu des Grauens Flötenspiel! Schwing dich, Iris, zum Olymp empor im flinken Götterschritt - ich muß dringen, ungesehen, in das Haus des Herakles. Beide verschwinden." [Euripides: Herakles. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 3263 (vgl. Euripides-W Bd. 1, S. 350 ff.) (c) Aufbau-Verlag] Nonnos Dion. XLVI 97f: "So überredete er den König, hatte umnebelt ihm den Verstand, ihn grausam geschlagen mit rasendem Wahnsinn." [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 9123(vgl. Nonnos-W Bd. 2, S. 212) (c) Aufbau-Verlag http://www.digitale-bibliothek.de/band30.htm ] ….. Bildlich dargestellt wurde sie meistens als Angreifende in einem Jägerkostüm. Moderne Darstellung der Lyssa: INCLUDEPICTURE "http://images1.wikia.nocookie.net/__cb20080405071337/gw/images/thumb/b/ba/Avatar_of_Lyssa_concept_art.jpg/539px-Avatar_of_Lyssa_concept_art.jpg" \* MERGEFORMATINET HYPERLINK "http://guildwars.wikia.com/wiki/File:Avatar_of_Lyssa_concept_art.jpg" \o "View photo details" INCLUDEPICTURE "data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAIABAAAAAP///yH5BAEAAAEALAAAAAABAAEAQAICTAEAOw%3D%3D" \* MERGEFORMATINET HYPERLINK "http://guildwars.wikia.com/wiki/Dervish" \o "Dervish" Dervish as HYPERLINK "http://guildwars.wikia.com/wiki/Avatar_of_Lyssa" \o "Avatar of Lyssa" Avatar of Lyssa HTMLCONTROL Forms.HTML:Hidden.1