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nereus
NEREUS Sohn des Pontos und der Gaia, der älteste Gott des Meeres. Bei Orph. frg. 114 ist Uranos der Vater. Nach Tzetzes Theogonie 92 ist er ein Gigant. ….. Hesiod Theogonie 233ff (zwei verschiedene Übersetzungen): „Pontos erzeugte den niemals trügenden, wahrhaftigen Nereus als ältestes seiner Kinder; der Alte heißt aber so, weil er wahr ist und freundlich und nie das Recht außer acht lässt, sondern gerecht und milde gesinnt ist.“ – Übersetzer Otto Schönberger. „Den Nereus, der nie lügt, sondern immer die Wahrheit sagt, hat Pontos als ältestes Kind gezeugt. Eben darum nennt man ihn den Alten; weil er nämlich wahrhaftig ist und gütig. Nie weicht er von dem ab was sich ziemt, vielmehr hat er Gerechtigkeit und Güte im Sinn.“ – zitiert von Karl Kerenyi. ….. Ursprünglich ein „Wassermann“, der Bezug zu allen Wässern hatte. Jetzt Meeresgott, der alte Mann im Meer, weise und gerecht und dem Poseidon untergeordnet wie mit ihm Phorkys und Proteus, die beiden anderen „Alten des Meeres“. Mit seiner Frau Doris lebt er friedlich in einem Palast tief auf dem Meeresgrund. Hin und wieder wühlt er mit seinem Dreizack, gleich wie Poseidon, das Meer auf. Er besitzt, wie andere Meeresgötter, die Gabe der Weissagung und die Fähigkeit sich zu verwandeln. Als Herakles die Äpfel der Hesperiden holen musste fesselte er den Nereus, obwohl sich dieser in Feuer, in eine Schlange, einen Baum, in Fische und vieles andere verwandelte. Erst gefesselt gab er das Geheimnis des Weges zu den Hesperiden preis. Mit Doris zeugte er die 50 Nereiden und einen Sohn Nerides. VERZEICHNIS DER NEREIDEN: Hesiod Theogonie 240-264: „Von Nereus stammen zahlreiche Götterkinder im unwirtlichen Meere, von ihm und der schönhaarigen Doris, der Tochter des Okeanos, des endlosen Stromes: Proto – die Erste, Eukrante – die gute Vollendung, Sao – die Rettung, die fesselschöne Amphitrite – die große Meeresgöttin. Sie heiratete Poseidon und übergab ihm die Macht im Meer. Eudore – die Spenderin, Thetis - Die Gattin des Peleus und Mutter des Achilleus. Galene – die Meeresstille, die Personifizierung des „heiteren Wetters“, der strahlenden Helle des mit der unbewegten Meeresfläche verglichenen Glücks des ungetrübten Gemütes, Glauke – die Glänzende, Kymothoe – die Wogenschnelle, Speio – die Grotte, Theo – die Rasche, die reizende Halie – Meermädchen, Pasithee – ganz göttlich, Erato – die Liebliche, die rosenarmige Eunike – gute Siegerin, die anmutige Melite – honigsüß, Eulimene – sicherer Hafen, Agaue – die Hehre, Doto – die Geberin, Pherusa – die sanft Tragende, Dynamene – die Starke, Nesaie – die Inselgöttin, Aktaie – die Strandgöttin, Protomedeia – die erste Waltende, Doris – die Geberin, Panope – die Allsehende, die schöne Galateia – Milchweiß, die Geliebte des Kyklopen Polyphemos, die liebliche Hippothoe – die Pferdschnelle, die rosenarmige Hipponoe – die Pferdsinnige, Kymodoke – die Wogenempfängerin, Kymatolege – die Wogenglätterin, Amphitrite – die die Wogen auf dem dunstigen Meer und das Wehen heftiger Winde mit leichter Mühe besänftigt, Kymo – die Woge, Eione – Gestade, die schönbekränzte Halimede – Meerherrscherin, Glaukonome – die hell Waltende, die gern lächelt, Pontoporeia – die Meerfahrende, Leiagore – die sanft Redende, Euagore – die gut Sprechende, Laomedeia – Volksherrscherin, Poulynoe – die Vielsinnende, Autonoe – die selbst Sinnende, Lysianassa 2 – lösende Herrin, Euarne – die gute Schäferin, lieblich von Wuchs und von makelloser Gestalt, die reizende Psamathe – Sandgöttin, die Gattin des Aiakos, die edle Menippe, Neso – die Inselgöttin, Eupompe – die Wohlgeleitende, Themisto – die Rechtliche, Pronoe – die Vorausdenkerin, Nemerthes – die niemals Fehlende, die im Wesen ihrem unsterblichen Vater gleicht. Dies sind die Töchter des herrlichen Nereus, fünfzig Mädchen, geschickt in herrlichen Werken.“ Homer Ilias 18,37-50: „Und sie schrie schrill auf; die Göttinnen scharten sich um sie Alle, soviel Nereiden waren im Grund des Meeres. Dort die Glauke, Thaleia und die Kymodoke waren Und Nesaia und Speio und Thoe, rindsäugig Halia Und Kymothoe und Aktaia und Limnoreia, Melite auch und Iaira, Amphithoe und Agaue, Doto und Proto sowie Pherusa, Dynamene ferner Und Dexamene und Amphinome, Kallianeira, Doris und Panope auch und hochberühmt Galateia Und Nemertes sowie Apseudes und Kallianassa; Dort war Klymene und Ianeira und Ianassa, Maira und Oreithyia und schöngelockt Amaltheia; Andere Nereiden sind in der Tiefe des Meeres.“ Hygin nennt 50 Nereiden namentlich, die sich aber mit den Aufzählungen der Ilias 18,39ff und der Theogonie 243ff des Hesiod nicht decken. Er nennt zusätzlich zu den oben angeführten Namen: Drymo Xantho Ligea Phyllodoke Kydippe Lykorias Kleio Beroe Ephyre Opis Asia Deiope Arethusa 15 Krenis Eurydike Leukothoe Apollodor nennt 45 der 50 Nereiden namentlich, die sich aber mit den Aufzählungen der Ilias 18,39ff und der Theogonie 243ff des Hesiod nicht decken. Er nennt in 1,11 und 1,12 zusätzlich zu den oben angeführten Namen: Nausithoe Pontomedusa Plexaure Kalypso Kranto Neomeris Polynoe Dione Dero Eumolpe Ione Keto Sonstige genannte Nereiden: Choro / Chora (auf einer Vase in München, 331). Chryseis 2 (Hom. Hym. Demeter 421). Hydatosyne (Kallimachos frg. 347). Iphianassa 5 (Lukianos dial.mar. 14). Kalyke 1, auf einer Schale in Vulci. Altis; ein sonst unbekannter Name einer Nereide auf einem attischen Onos aus Eretria, jetzt im Nationalmuseum in Athen. Neaira 3, Gemahlin des Aletes 2 (Sophokles Skythai frg. 503). Ploto, sie ist auf einer Vase des Xenotimos, die sich in der Sammlung Banteghem in Brüssel befindet, abgebildet.