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sthenelos 1 bis 9
STHENELOS 1 bis 9 1. Sohn des Aktor 12. Er begleitete den Herakles beim Krieg gegen die Amazonen, wurde im Kampf von einem Pfeil verletzt, starb, und wurde an der Mündung des Kallichoros am Ufer des Schwarzen Meeres begraben; nach Promathidas. ….. Als die Argonauten an dieser Stelle vorbeisegelten, bat der tränenreiche Schatten des Sthenelos Persephone, die Göttin der Unterwelt, doch nur einen Augenblick in die obere Welt zurückkehren zu dürfen, um diese Männer, die so heldenhaft sind, wie er selbst es war, kurz sehen zu können. Persephone erlaubte es. Sthenelos erschien auf der Erde, so, als ob er in den Krieg ziehen wollte. Hell und rot leuchtete der Busch seines Helmes. Einen Augenblick sah er die Argonauten und verschwand wieder in die Tiefe der Ewigkeit. Die Argonauten staunten als sie das sahen. Mopsos, der Seher, veranlasste eine sofortige Landung. Man errichtete dem Sthenelos einen Altar und brachte Opfer dar; Apollonios von Rhodos, Argonautica 2,911ff (Diese eingeschobene Erzählung ist eine Erfindung des Apoll. v.Rh.). Und weil Orpheus seine Lyra (Leier) auf den Altar legte, heißt der Ort heute Lyra (Tatsächlich ist „Lyra“ ein Name, der der bithynischen Sprache entstammt.). 2. Sohn des Aigyptos 3 und der Tyria. Sthenele 2, die Tochter des Dardanos, erdolchte und köpfte den ihr wider Willen angetrauten Sthenelos im Auftrage ihres Vaters in der Hochzeitsnacht; Apollodor 2,18. ….. Aigyptos 3, durch die Flucht seines Bruders mächtiger König von Arabien, Ägypten und Libyen, hatte 50 Söhne und wünschte die Verheiratung mit den 50 Töchtern seines Bruders Danaos. Danaos lehnte ab, Aigyptos zog mit einem Heer und seinen Söhnen nach Argos und bedrohte die Stadt. Danaos willigte in die Hochzeit ein, verloste seine Töchter den 50 Söhnen des Aigyptos, gab aber allen vor der Hochzeitsnacht einen Dolch und den Auftrag, die frisch angetrauten Ehemänner zu ermorden. 49 Töchter gehorchten, nur Hypermestra 1 verschonte ihren Gatten Lynkeus 2, weil er ihrer Bitte, ihre Jungfräulichkeit zu schonen, entsprochen hatte. Sie verhalf ihm sogar zur Flucht. Ihre Schwestern schnitten den Toten die Köpfe ab, brachten sie Danaos als Beweis und bestatteten sie auf dem Berg Larisa. Die Körper begrub man bei Lerna. 3. Sohn des Androgeos 1, Enkel des Minos 1. Auf seinem kriegerischen Weg zu den Amazonen wurde Herakles und seine Leute auf der Insel Paros von vier Söhnen des Androgeos überfallen. Herakles erschlug sie, plünderte die Insel und nahm zwei weitere Söhne des Androgeos, Alkaios und Sthenelos 3, als Geißeln mit. Bei der Rückkehr eroberte er die Insel Thasos und setzte Alkaios 4 und Sthenelos 3 als Herrscher ein. Mit dieser Sage wird der Versuch unternommen, die tatsächlich von Paros aus erfolgte Besiedelung von Thasos auf Herakles zurückzuführen. 4. Sohn des Kapaneus und der Euadne 2, Vater des Kylarabes und des Kometes 2, lieber Freund des Deipylos und ständiger Begleiter des Diomedes 2 im Krieg gegen Troia. ….. Sthenelos war einer der Epigonoi. Sie zogen in den Krieg gegen Theben und siegten; Apollodor 3,83. Als Diomedes 2 nach diesem Sieg nach Kalydon zog um den von seinem Bruder gestürzten Oineus, er war der Großvater des Diomedes, zu befreien wurde er von Sthenelos begleitet; Hygin fab. 175. Nach dem Tod des Adrastos 1 und des Aigialeus dürfte Sthenelos den argivischen Thron erhalten haben, weil er ein Nachkomme des Proitos 1 war. Weil er einer der Freier von Helena war musste er gemäß dem geschworenen Eid mit in den Krieg gegen Troia; Apollodor 3,129; Homer Ilias 2,559ff: „Dann die Bewohner von Argos und des ummauerten Tiryns, Hermiones und Asines mit ihren geräumigen Buchten, von Troizen, Eïones, der Heimstatt des Weins Epidauros und die jungen Achaier von Aigina und Mases: Ihr Befehlshaber war Diomedes, der Meister im Schlachtruf, mit ihm Sthenelos, Sohn des hochberühmten Kapaneus. Ihnen schloß sich Euryalos an als dritter, den Göttern gleichend, der Sohn des Mekisteus, des Sohnes des Königs Talaos. Oberster aller war Diomedes, der Meister im Schlachtruf. Achtzig dunkle Schiffe folgten ihrem Befehle.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4677 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 38) (c) Aufbau-Verlag] Unter dem Oberkommando von Diomedes 2 führte Sthenelos 25 Schiffe. ….. Diomedes musste, wie sein Freund Sthenelos, in den Krieg gegen Troia. Vor der Abreise beauftragte er den schönen jungen Kometes 2, den Sohn des Sthenelos, Aigialeia während seiner Abwesenheit zu beschützen. Aigialeia, aus tiefem Herzen treu und keusch, verzehrte sich fast vor Sehnsucht nach ihrem jungen Gatten, zog sich zurück und betete viel. Als Diomedes während einer Schlacht Aphrodite mit dem Schwert verletzte, rächte sich die Göttin fürchterlich: Sie schlug die keusche Aigialeia mit unstillbarer Fleischeslust; Ilias 5,410ff: „Doch den Tydiden hetzte auf dich die Göttin Athene. Töricht verfährt Diomedes, er will nicht wissen, daß einer, der als Mensch mit Unsterblichen kämpft, nicht lange mehr aushält, niemals die Kinder, sein Knie umschmeichelnd, ihn Väterchen rufen nach der glücklichen Heimkehr aus Krieg und furchtbarer Feldschlacht! Deshalb hüte er sich, trotz seiner riesigen Stärke, einem, der dich an Kraft übertrifft, im Kampf zu begegnen. Aigialeia, des Königs Adrastos verständige Tochter, soll nicht durch ewiges Jammern den Schlaf der Genossen des Hauses stören, wenn sie sich sehnt nach dem Mann, dem tapfersten Griechen, sie, die tüchtige Gattin des rossetummelnden Helden.«“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4763 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 89-90) (c) Aufbau-Verlag] Auf der Stelle verführte sie den jungen hübschen Kometes und in nicht enden wollenden wunderschönen ´Aphrodisien´ genoss sie die heranwachsende männliche Jugend Argiviens. Als ihr Ehemann Diomedes nach 10-jähriger Abwesenheit aus dem Krieg nach Hause kam verjagten ihn Aigialeia und Kometes, ein Beil schwingend – die Rache der Aphrodite war vollkommen. ….. Als Wagenlenker und Freund des Diomedes wird er in der Ilias öfters erwähnt; Ilias 4,365ff: „Hier traf er Diomedes, den mutigen Sprößling des Tydeus. Dieser stand auf dem festen Wagen, dem rossebespannten, Sthenelos weilte an seiner Seite, der Sohn des Kapaneus. Bei dem Anblick begann Agamemnon, der Feldherr, zu schelten, und er sagte zu ihm die flugs enteilenden Worte: »Wehe mir, Sohn des tapferen, rossetummelnden Tydeus, warum drückst du dich, hältst Ausschau nach Lücken im Kampfe? …..“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4733 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 72) (c) Aufbau-Verlag] ….. Pandaros 1, der Sohn des Lykaon 2, traf Diomedes mit einem Pfeil. Sthenelos zog ihm das Geschoß aus der Wunde; Ilias 5,95ff: „Ihn erspähte Lykaons stattlicher Sohn, wie er raste über das Feld und vor sich her die Schlachtreihen scheuchte, und er richtete auf ihn sogleich den Bogen und schoß und traf ihn, beim Vorwärtsstürmen, glücklich rechts in die Schulter, an der Wölbung des Panzers; durch die Schulter hindurch noch drang das spitze Geschoß, und Blut übersprühte den Panzer. Gellend jauchzte darüber der stattliche Sohn des Lykaon: »Vorwärts, ihr mutigen Troer, ihr Tummler der Rosse! Getroffen ist der tüchtigste unter den Griechen, er dürfte nicht lange aushalten mehr den quälenden Pfeil - wenn wirklich der Sohn des Zeus, der herrschende Gott, mich zum Aufbruch aus Lykien spornte!« Jubelnd rief er es aus. Doch hatte der Schuß Diomedes nicht zu Boden gestreckt, er trat vor die Rosse und vor den Wagen und sprach zu Sthenelos, zu dem Sohn des Kapaneus: »Lieber Sohn des Kapaneus, schnell verlasse das Fahrzeug, ziehe mir, bitte, den spitzen Pfeil hervor aus der Schulter!« Derart sprach er, und Sthenelos sprang vom Wagen herunter, trat zu ihm, zog vorwärts den schnellen Pfeil aus der Schulter. Blut quoll durch das dichte Gewebe des Untergewandes.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4747 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 80 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Während einer Schlacht stürmte Hektor, der Sohn des Priamos, gegen den alten weisen, aber dennoch kämpfenden Nestor. Diomedes 2 kam dem Greis zu Hilfe. Um ihm das Leben zu retten nahm in Diomedes auf seinen Wagen und Sthenelos übernahm den Wagen des Nestor; Ilias 8,87ff: „Während der Alte in Eile bemüht war, des Beipferdes Leinen mit dem Schwert zu zerhauen, nahten durch das Getümmel Hektors stürmende Rosse; sie zogen im Wagen den kühnen Kämpfer. Da hätte der Alte bestimmt sein Leben verloren, hätte nicht gleich ihn bemerkt Diomedes, der Meister im Schlachtruf. Furchtbar begann er zu schreien und mahnte den Helden Odysseus: »Zeusentsprossener Sohn des Laërtes, kluger Odysseus wohin wendest du dich zur Flucht, wie ein Feigling im Haufen? Daß dir nur keiner beim Fliehen die Schulter durchbohrt mit der Lanze! Bleib! Verjagen wir, fort von dem Greise, den stürmischen Gegner!« Doch es erhörte ihn nicht der göttliche Dulder Odysseus, nein, er eilte vorbei zu den bauchigen Schiffen der Griechen. Da begab sich der Sohn des Tydeus allein in den Vorkampf, stellte sich vor das Gespann des greisen Sohnes des Neleus und ermunterte ihn mit den flugs enteilenden Worten: »Alter, tatsächlich, hart setzen dir zu die jüngeren Kämpfer, deine Kraft ist dahin, dich bedrängen die leidigen Jahre; unbehilflich zeigt sich dein Lenker und langsam die Rosse. Meinen Wagen besteige! Dann wirst du erkennen, wie gut die Rosse des Tros es verstehen, über das Schlachtfeld zu jagen, hin und her, zum Rückzug nicht weniger als zur Verfolgung. Dem Aineias gewann ich sie ab, der den Feind vor sich herscheucht. Laß nur die Lenker um deine sich kümmern! Wir lenken die meinen gegen die rossezähmenden Troer. Soll Hektor doch wissen, daß auch in meiner Faust die Lanze zu wüten bereit ist!« So sprach er, ihm gehorchte Gerenias Kämpfer zu Wagen. Um das Gespann des Alten bemühten sich ihre Gefährten, der gewaltige Sthenelos und Eurymedon, der tapfre. Jene indessen bestiegen das Fahrzeug des Diomedes. Nestor ergriff mit den Händen die schimmernden Zügel und schwang die Geißel über die Rosse; schnell näherten sie sich dem Hektor. Dieser stürmte genau auf sie los. Diomedes verfehlte ihn mit dem Speer, er traf jedoch den Lenker des Wagens, Eniopeus, den Sohn des mutbeseelten Thebaios, der die Zügel bediente, vorn in die Brust, an der Warze. Nieder sank er vom Fahrzeug, es scheuten zurück die geschwinden Rosse; und dem Gestürzten erloschen Atem und Leben.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4844 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 138 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Diomedes beschimpft den König und Heerführer Agamemnon weil er nach jahrelangem fruchtlosem Kampf das Schlachtfeld vor Troia verlassen und in die Heimat zurückkehren will; Ilias 9,28ff: „Derart sprach er, und alle verstummten in lautlosem Schweigen. Lange verharrten die Griechen still vor tiefer Betrübnis. Endlich ergriff Diomedes das Wort, der Meister im Schlachtruf: »Deiner Torheit, Atride, will ich zuerst widersprechen, wie es im Rate erlaubt ist, König. Du sei mir nicht böse! Tapferkeit sprachst du schon einmal mir ab im Kreise der Griechen, warfest mir Unlust zum Kampf und Schwächlichkeit vor; die Argeier wissen das alles, die Jungen nicht weniger als die Bejahrten. Eins nur von zweien verlieh dir der Sohn des tückischen Kronos: eine von allen gewürdigte Führung des Zepters - versagte freilich dir Tatkraft, worauf doch die Macht sich am festesten gründet! Elender, wähnest du wirklich, die Griechen seien beseelt von Unlust zum Kampf und von Schwächlichkeit, wie du es eben behauptet? Fühlst du dich selber so heftig gedrängt zur Heimkehr, so fahre! Frei ist für dich die Bahn, nah liegen am Strande die Schiffe, die von Mykene aus dir folgten in stattlicher Anzahl. Bleiben werden die anderen haupthaarumwallten Achaier bis zur Vernichtung Trojas. Doch wünschen auch sie es, so mögen abziehen sie mit den Schiffen zum teuren Lande der Väter! Ich und Sthenelos werden kämpfen, bis wir zu Ende kommen mit Ilion. Weilen wir hier doch nach göttlichem Willen!« Derart sprach er, und Beifall spendeten ihm die Achaier, …..“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4871 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 153 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Bei den von Achilleus veranstalteten Leichenspielen zur Ehre des gefallenen Patroklos, seines besten Freundes, gewann Diomedes das Pferderennen. Nach dem Zieleinlauf stürmte Sthenelos herbei, ergriff den Siegespreis, eine geraubte Frau und einen Dreifuß, und übergab ihn dem Sieger; Ilias 23,508ff: „Mitten im Kreise der Zuschauer hielt er, herab von den Mähnen und von der Brust der Rosse troff der Schweiß auf den Boden. Held Diomedes sprang vom schimmernden Wagen zur Erde nieder und lehnte die Geißel ans Joch. Nicht säumte der starke Sthenelos; eifrig ergriff er den Kampfpreis. Die tapfren Gefährten des Diomedes ließ er die Frau und den Dreifuß mit Henkeln fortbringen. Selber schirrte er dann die Pferde vom Wagen.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5379 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 440) (c) Aufbau-Verlag] Sthenelos kämpfte auch in der Schlacht gegen die Amazonen. Quintus v. Smyrna 1,267ff: "Nahe bei diesen tötete Sthenelos den starken Kabeiros, der aus Sestos kam, voll Verlangen zu kämpfen gegen die Argeier, doch er kehrte nicht wieder in seine Heimat zurück. Es zürnte aber Paris in seinem Herzen, als der tot war, und er zielte daher gegen Sthenelos. Aber den nun verletzte er nicht, obwohl er es wünschte, abgelenkt wurde nämlich der Pfeil anderswohin, wo ihn die Keren, die unerbittlichen, hinlenkten, er tötete also rasch Euenor, den erzgegürteten, der aus Deluchion kam, mit den Troern zu kämpfen." (Quintus von Smyrna: Der Untergang Troias. Band I. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Ursula Gärtner. Edition Antike. Herausgegeben von Thomas Baier, Kai Brodersen und Martin Hose. WBG Darmstadt, 2010.) Nach Hygin fab. 108 war Sthenelos ein Insasse des Hölzernen Pferdes und bracht nach dem Fall von Troia das Bild des dreiäugigen Zeus nach Argos; Paus. 2,24,3. 8,46,2. ….. Pausanias 2,22,9: „….Im Gymnasion des Kylabares steht eine Athena Kapaneia, und man zeigt dort das Grab des Sthenelos aun auch das des Kylabares selbst. …“ – Kylabares war ein Sohn des Sthenelos, das Gymnasion hatte man zu seiner Ehre errichtet. Nach Lykophron 433 befand sich seinGrab in Kolophon. 5. Vater des Kometes 2. Er ist ziemlich sicher mit Sthenelos 4. identisch; Apollodor E6,9. 6. Sohn des Perseus 1 und der Andromeda 1. Er heiratete Nikippe 2, die Tochter des Pelops 1 (Apollodor 2,56). Als weitere Frauen werden Antibia, Tochter des Amphidamas, Amphibia, auch eine Tochter des Pelops 1 und eine Menippe genannt. Als sein Bruder, der mykenische König Elektryon von seinem Schwiegersohn Amphitryon ermordet wurde, verbannte er den Mörder und bemächtigte sich des Thrones. Um seine Interessen abzusichern, setzte er seine Schwäger Atreus und Thyestes in Midas als Herrscher ein (lies „Die Tantaliden“ >). Dadurch fiel nach dem Tod seines Sohnes Eurystheus ganz Argos an die Pelopiden. Homer Ilias 19,113ff: „Botin der eigenen Tat, sprach dann sie zu Zeus, dem Kroniden: 'Zeus, Gebieter der Blitze, ich möchte dir etwas berichten. Nunmehr lebt der künftige Herrscher von Argos, der edle Held Eurystheus, des Sthenelos Sprößling, des Sohnes des Perseus, deines Geblütes; nicht unwürdig ist er als Fürst der Argeier.' Derart sprach sie; ihn traf zutiefst der bohrende Ärger.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5248 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 366) (c) Aufbau-Verlag] 7. Vater des Kyknos 4, des Königs von Ligurien. Kyknos war ein Musik liebender Mann und enger Freund des Phaethon. Nach dessen Tod beobachtete er die Verwandlung der Schwestern des Phaethon in Bäume und trauerte selbst so tief, dass er sein Amt als König aufgab. Zeus verwandelte ihn in einen Schwan; Paus 1,30,3. Aeneis 10,189. Ovid met. 2,367ff: „Zeuge des Wundergeschicks war Cycnus, des Sthenelus Sprößling, Welcher, obwohl durch Blut dir verwandt von seiten der Mutter, Näher dir, Phaëthon, stand durch treue Gesinnung. Verlassen - Denn der Ligurer Volk und mächtige Städte beherrscht' er - Hatt er sein Reich und erfüllt mit Klagen die grünenden Ufer Und des Eridanus Strom und den Wald, den mehrten die Schwestern. Siehe, geschwächt ist die Stimme dem Mann, und weißes Gefieder Macht unkenntlich das Haar, und lang von der Brust in die Höhe Streckt sich der Hals, und ein Band verknüpft die geröteten Zehen; Fittiche wachsen ihm an; stumpf ragt ein Schnabel am Munde. Neu wird Cycnus als Schwan, und er traut nicht Jupiters Himmel, Stets gedenkend der Glut, die jener gesendet mit Unrecht; Weiher bewohnt er und offene Seen; und hassend das Feuer, Hat er gewählt zum Sitze das Wasser, feindlich den Flammen.“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12561 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 39 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 8. Nach Pherekydes frg. 48 heiratete Oidipus nach dem Tod der Euryganeia als dritte Gattin Astymedusa, die Tochter des Sthenelos. 9. In Vergils Aeneis ist Sthenelos 9 ein Troianer aus dem Gefolge des nach dem Untergang von Troia nach Italien geflüchteten Aineias. Im Endkampf um die Vormachtstellung in Italien und um die Hand der Lavinia wurde Sthenelos vom Italiener Turnus, der sich zum verletzten Aineias durchkämpfen wollte, getötet; Aeneis 12,324ff: „Turnus sah Aeneas den Kampfplatz verlassen, erkannte auch die Verwirrung der Feldherrn. Jäh packte ihn glühende Hoffnung. Rosse und Waffen verlangte er gleich, sprang ohne Bedenken stolz auf den Streitwagen, griff zu den Zügeln. In rasendem Fahren riß er zahlreiche tapfere Helden tödlich zu Boden, ließ sie halbtot sich wälzen, zermalmte feindliche Haufen oder erlegte Fliehende noch mit hastig errafften Lanzen. Wie Mars am Ufer des eisigen Hebros in wildem Vorstürmen blutig gegen den Schutzschild mit Speerstößen donnert, wütend die Rosse zur Schlacht hetzt, schneller als Notos und Zephyr über das Blachfeld die Tiere dahinschießen, Thrakien fernhin unter den dröhnenden Hufschlägen aufstöhnt, Dämonen, der düstre Schrecken, der Zorn und die Tücke, des Gottes Begleiter, sich tummeln, ebenso jagte der feurige Turnus die dampfenden Rosse quer durch das Kampfgewühl, jammernswert über die Leichen der Feinde. Blutige Tautropfen spritzten unter den hämmernden Hufen, rot ineinandergestampft ward Blut und sandiger Boden. Sthenelos, Thámyros, Pholos schon hatte erlegt er, die beiden letzten im Nahkampf, jenen von weitem; von weitem auch beide Imbrasossöhne, Glaukos und Lades. Imbrasos hatte selbst sie erzogen in Lykien, gleichartig auch sie bewaffnet, wie für den Nahkampf so auch zum Reiten, schneller als Winde.“ [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 18048 (vgl. Vergil-W, S. 454 ff.) (c) Aufbau-Verlag]