Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie hier.
melaneus 1,2,3,4,5,6
MELANEUS 1,2,3,4,5,6 „Schwarzer“. Wilhelm Busch: „Aus der Erde, bös und frech, kommt der Teufel, schwarz wie Pech.“ 1. Sohn des Apollon, Pherekydes nennt Arkesilaos 3 als seinen Vater. Gemahl der Oichalia, Vater des Eurytos 2. Hesiod frg. 110 nennt Stratonike 1 als seine Gemahlin. Weil ihm sein Vater Apollon das Bogenschießen lehrte, galt er als bester Schütze seiner Zeit. Diese Fähigkeit gab er seinem Sohn Eurytos weiter (lies Eurytos 2 >). Nach messenischer Überlieferung kam er zu Perieres nach Messenien und erhielt von ihm ein Stück Land. Er gründete eine Stadt und benannte sie nach seiner Frau Oichalia; Pausanias 4,2,2. Nach Anth. Lib. 4 war er König der Dryoper, hatte ganz Epirus erobert, mit Arkesilaos 3 einen leiblichen Vater und neben Eurytos noch eine Tochter Ambrakia. Religionsgeschichtlich betrachtet wird allgemein angenommen, dass es sich bei Melaneus um einen der vielen frühgeschichtlichen Dämonen der Erde, „Schwarzer“, handelt, der in der weiteren Entwicklung der Religion in Apollon übergegangen ist. 2. Vater des Amphimedon. Amphimedon war einer der 12 Freier der Penelope die aus Ithaka stammten; Apollodor epit. 7,30. Insgesamt warben, nach Apollodor, 136 Männer um ihre Hand. Er wurde von Telemachos getötet. Seine Seele erzählte im Hades dem Agamemnon von der Tötung aller Freier; Homer Odyssee 24,98ff. 3. Ein Kentaur, der beim Kampf der Kentauren gegen die Lapithen die Flucht ergriff. ….. Zur Feier seiner Hochzeit mit Hippodameia 2 lud Peirithoos 1 auch die Kentauren, seine Halbneffen ein. Diese wilde Verwandtschaft, halb Pferd, halb Mensch, trank zu viel von dem ihnen ungewohnten Wein. Lüstern und unbeherrscht vergriff sich der Kentaur Eurytion an der Braut, raubte sie und wollte mit ihr fliehen. Die anderen Kentauren, ebenfalls stockbetrunken und hoch erotisiert, wollten sich an anderen Frauen, ja sogar an Knaben vergehen. Entrüstete Hochzeitsgäste überwältigten Eurytion, schnitten ihm die Ohren und die Nase ab und warfen ihn aus dem Haus. Man erzählt, man habe ihn sogar getötet. Sofort begann ein fürchterlicher Kampf zwischen den Kentauren und den Lapithen, schaurig schön erzählt von Ovid met. 12,210ff. Er nennt 23 Lapithen und 55 Kentauren und beschreibt grässlich den Kampf und den vielfachen Tod. Die Kentauren wurden besiegt und verjagt. Aber noch viele Jahre kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den beiden Gruppen – eine myth. Parallele zum Kampf der Griechen gegen barbarische Stämme. Ovid met. 12,302ff: „Lykabas auch sucht Heil in der Flucht, Ornëus und Medon, Rechts an der Schulter verletzt, nicht minder Pisenor und Thaumas; Auch, der alle im schnellen Wettlauf erst neulich besiegte, Mermeros (jetzt langsamer im Gang von empfangener Wunde), Pholus und Melaneus auch und Abas, …..“ (Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 13004 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 294 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 4. Ein Äthiopier. Als Perseus mit seinen geflügelten Schuhen über Äthiopien flog sah er, mit Ketten an einen Felsen geschmiedet, Andromeda, die Tochter des äthiopischen Königs Kepheus. Sie war zum Fraß für einen Meeresdrachenbestimmt. Perseus tötete den sich nahenden Drachen, befreite Andromeda – Liebe auf den ersten Blick – und hielt bei Kepheus um die Hand seiner Tochter an. Der König sagte zu, obwohl er seine Tochter seinem Bruder Phineus versprochen hatte. Bei einem Freudensfest am Hofe des Königs erschien Phineus mit seinen 1000 Kriegern und wollte Perseus ermorden. Bei dem sich entspannenden brutalen Kampf wurde Melaneus getötet; Ovid met. 5,128f: „Sieh, auch Menaleus fällt, der stand auf seiten des Perseus, Dorylas auch, im Gebiet nasamonischer Stämme der reichste, …..“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12683 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 111) (c) Aufbau-Verlag] Lies die Perseus-Sage >. 5. Bei Quintus von Smyrna 8,76ff ein Sohn des Alexinomos und Bruder des Alkidamas: „Doch der gewaltige Sohn des erhabenen Kämpfers Achilleus schlug den Alkidamas erst und den Melanes, tapfere Männer, Alexinomos` Söhne, des streitbaren, welcher in Kaunos` Thälern gewohnt …..“ 6. Bei Nonnos Dion. ist er einer der 5 stumm geborenen Söhne der Laobie und des Aretos 10 / Arrhetos, eines Heerführers des Dionysos, denen Dionysos nach einer erfolgreichen Schlacht die Gabe des Sprechens schenkte; 26,250ff: „Als Deriades zum Kriege aufrief, blieb auch der alte Aretos nicht zu Hause, gebeugt wie er war, nein, er legte um die behaarte Brust sich den schweren ehernen Panzer, hängte sich über den greisen Rücken den Schutzschild aus Rindsfell, hatte sich um den gekrümmten Nacken den Traggurt befestigt. Als unerbittlicher Streiter hieß er die Mannschaft sich rüsten, seine fünf Söhne dabei, zusammen Lykos und Myrsos, Glaukos, Períphas, den Nachkömmling auch als letzten, Melaneus. Über die weißgrauen Locken stülpte er fest sich den Schutzhelm und übernahm den linken Flügel des Schlachtengetümmels, doch unterstellte den rechten Flügel seinen fünf Söhnen. Letzteren war von Natur aus der Mund zum Schweigen verurteilt, gleichsam gefesselt die Zunge, das Werkzeug vernünftigen Sprechens. Denn als Áretos einst in der Tür des Hochzeitsgemaches beim rituellen Tanz Laobíë entsprechend der Sitte an sich gebunden hatte, mit ihr zur Zeugung vereinigt, da geschah ein Wunder: Der Bräutigam, gleich nach dem Reigen, war an dem Hochzeitsaltar mit dem Opfer beschäftigt zu Ehren Kyprogeneias, der Herrin der Bräute. Das Opfertier, eine trächtige Sau, ließ, während Gesänge das Haus noch durchhallten, unter den Wehen plötzlich ein schmerzhaftes Brüllen vernehmen, ward zur Prophetin damit für künftiges bitteres Unglück, warf in unglaublicher Weise fremdartig-seltsame Junge, keineswegs die erwarteten Ferkel, nein, brachte aus ihrem Schoße feuchtschimmernde Fische ans Licht, Geschöpfe, die niemals leben konnten zu Lande, sondern allein in der Salzflut! Vielstimmig flog die Nachricht vom Fischwurf der Sau in die Runde, scharte die Leute zuhauf. Von weither kamen die Bürger, schauten sich an die zu Lande geborenen zahlreichen Fische, die den zu Wasser geschlüpften im Bau des Körpers entsprachen. Aretos bat den Seher, den Sprecher der Götter, um Auskunft. Der prophezeite, ihm würden stumme Kinder geboren, so wie die Meeresbewohner ja auch der Stimme entbehrten, mahnte ihn aber sogleich bei Eröffnung dieses Orakels, sich den geflügelten Sohn der Maja gnädig zu stimmen, ihn, den Beherrscher der Zunge, den Lenker vernünftigen Sprechens. Nieder kam Laobíë, gebar dann hintereinander Söhne, genauso viele, wie Fische die Sau einst geworfen, ebenso stumm auch wie jene. Nach dem Siege erbarmte Bakchos der Männer sich, löste die Bande der Zunge in ihren stimmlosen Mündern, beendete das von Geburt an verhängte Schweigen, verlieh, wenn spät auch, jedem die Gabe des Sprechens.“ [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 8664 (vgl. Nonnos-W Bd. 1, S. 384 ff.) (c) Aufbau-Verlag] Sein Vater Aretos wurde in einer Schlacht vom indischen Fürsten Deriades getötet; 32,183ff: „Zahlreich erlagen sie einer Feindesfaust, wenn sie entflohen, wurden von Schwertern zerfleischt. Erzählt mir, homerische Musen, wen Deriades mit seiner Lanze zu Boden geschmettert! Thyamis und Aibíalos, darauf Opheltes, Orménios, Kriasos, Sohn des Argasos, Telebes, Antheus aus Lyktos, Thronios, Áretos, weiter Moleneus, Meister im Speerkampf, Komarkos auch, der tapfre: sie sanken hintereinander vor Deriades dahin, ein ganzes Heer.“ [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 8776 (vgl. Nonnos-W Bd. 1, S. 452-453) (c) Aufbau-Verlag]