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akastos 1,2
AKASTOS 1,2 1. Sohn des Pelias 1 und der Anaxibia 1, König von Iolkos, Gemahl der Astydameia 2, der Tochter von Tyro und Kretheus 1, Argonaut und Teilnehmer an der kalyd. Eberjagd; Apollodor 1,95 u. öfters. Vater von Pleisthenes 3, Laodameia 2, Archandros 2, Architeles 2, Sterope 5, Aktor 10, Melanippos 1, Eurythemis 2 und Arxippos. ……. Salmoneus, der Sohn des Aiolos 1 und der Enarete, wanderte nach Elis aus, gründete die Stadt Salmonia und heiratete Alkidike, die Tochter des Aleos, die ihm die Tochter Tyro gebar. Nach dem Tod seiner Gattin heiratete er Sidero, unter der Tyro schwer zu leiden hatte. Als Tyro, verführt von Poseidon, zwei Söhne, Pelias und Neleus, zur Welt brachte, glaubten Sidero und Salmoneus nicht an die Vaterschaft des Poseidon und misshandelten die junge Mutter fürchterlich. Ihre Kinder wurden ausgesetzt, aber von einem Hirten gefunden und aufgezogen. Erwachsen geworden fanden sie ihre Mutter; Tyro erkannte den Korb der Aussetzung und damit ihre Söhne wieder. Unter Tränen erzählte sie ihren Söhnen wie sie jahrelang von ihrer Stiefmutter Sidero misshandelt worden war. Beide schwuren einen Eid der Rache, eilten zum Palast, Sidero ergriff die Flucht, aber Pelias und Neleus verfolgten sie bis in den heiligen Bezirk der Hera. Obwohl die vom Tod bedrohte in ein Asylon flüchtete, einen geheiligten Ort des Schutzes, und sich an den Altar der Hera klammerte, riss sie Pelias vom Altar und tötete sie mit dem Schwert. Pelias missachtete überdies die Ehrungen die der Göttin zukamen. Diese zwei Frevel mussten eine Bestrafung durch Hera – DIE RACHE DER HERA – nach sich ziehen. Hera entwickelte einen Plan, bei dem die Argonautenfahrt und die Liebe Medeas zu Iason Bestandteile und die Ermordung des Pelias durch Medeia das Ziel war. ….. Als Alkimede 1, Aisons Gattin, einen Sohn Iason gebar, wurde er aus Angst vor dem Thronräuber Pelias sofort als tot betrauert, tatsächlich aber dem weisen Kentauren Chiron zur Erziehung übergeben. ….. 21 Jahre später ging der erwachsene Iason nach Iolkos. Vor einem reißenden Fluss begegnete er einer runzeligen alten Frau. Die Göttin Hera war es. Sie hatte sich verwandelt, bat Iason sie an das andere Ufer zu bringen, denn sie wollte prüfen ob er für ihren Plan tauglich sei. Sanft hob Iason sie auf seine Schultern und trug sie durch das reißende Wasser. Dabei verlor er, verursacht durch Hera, denn es war Teil ihres Racheplanes, einen Schuh. Lächelnd bedankte sich die Göttin. Notgedrungen setzte er mit nur einem Schuh seinen Weg fort. ….. In Iolkos wurde gerade das Fest des Poseidon, des Vaters des Pelias gefeiert. Iason betrat die festliche Stadt und wurde wegen seiner Schönheit bewundert und wegen dem fehlenden Schuh belächelt. Man berichtete dem König. Pelias sprang sofort von seinem Wagen, eilte zu dem jungen Mann und fragte ihn wer er sei. Iason stellte sich vor und verlangte, unerschrocken, den ihm zustehenden Thron von Iolkos. Pelias erschrak: Iason, ein Aloide, ein Mann mit nur einem Schuh – sein Todbringer! Aus Angst vor Zeus, er war der Überwacher der Gastfreundschaft, wagte es Pelias nicht sofort mit Gewalt gegen Iason loszugehen. Mit geheuchelter Freundlichkeit begrüßte er ihn und fragte ihn, was er tun würde, wenn ein Orakel ihm verkünden würde, dass ein bestimmter Bürger ihn töten wolle. Iason antwortete: „Ich würde ihm befehlen, das goldene Vlies zurückzuholen.“ Der König nahm ihn beim Wort und befahl ihm, genau das zu tun. Iason startete die berühmte Fahrt der Argonauten. Freudig verabschiedete Pelias die Männer und nahm mit Sicherheit an, dass sie nie mehr zurückkehren werden und er unbehelligt seine Macht als König von Iolkos ausüben könne. Sofort nach der Abreise tötete Pelias seinen Halbbruder Asion und dessen kleinen Sohn Promachos 11. Alkimede, die Frau und Mutter der Ermordeten, beging Selbstmord. Iason verlor damit seine ganze Familie. ….. Nach jahrelanger Abwesenheit, „Die Fahrt der Argonauten“, kehrte Iason aber mit dem geforderten Vlies zurück und brachte seine Frau Medeia, eine Zauberin aus Kolchos, mit. Medeia bewies sofort ihre Zauberkünste: Sie schlachtete einen altersschwachen Widder, zerstückelte ihn, kochte ihn mit Zauberkräutern in einem Topf und, siehe da, ein junger schöner Widder sprang heraus. Erstaunt schauten die Töchter des Pelias, die Peliades, zu und wollten ihren geliebten altersschwachen Vater ebenso verjüng sehen. Hinterlistig (Die Rache der Hera!) forderte Medeia die Frauen auf ihren Vater zu töten und zu zerstückeln und gab ihnen Zauberkräuter. Freudig gehorchten sie, erdolchten und zerstückelten ihren alten Vater und kochten und kochten, aber mit falschen Kräutern – Pausanias 8,11,3 schreibt: „…. ihn aber bekamen die Töchter so zurück, daß er für die Bestattung nicht mehr tauglich war.“ Medeia jedoch übergab die nun befreite Stadt ihrem Mann Iason. Die irregeführten Töchter verließen schuldbeladen das Land und zogen nach Arkadien. Die Rache der Hera war vollzogen ! Akastos jedoch vertrieb Iason und Medeia wegen des Mordes an seinem Vater und veranstaltete dem Toten Leichenspiele, die noch im 6. Jh. v. Chr. von Dichtern und anderen Künstlern verherrlicht wurden. ..... Jahre später eroberte Peleus, der Jahre zuvor von Akastos und seinen Söhnen Archandros 2 und Architeles 2 aus Phthia vertrieben wurde, mit Hilfe Iasons und der Dioskuren Iolkos, tötete Akastos und Astydameia, über deren zerrissenen Leichnam er sein Heer fahren ließ. Pelias hatte Hera doppelt beleidigt, doppelt gesündigt. Ihre Rache an diesem Geschlecht – Ermordung des Pelias durch seine eigenen Töchter, Vertreibung seiner Töchter, Ermordung seines Sohnes Akastos und seiner Schwiegertochter Astydameia – DIE RACHE DER HERA, war nun endgültig. 2. König von Dulichion in einer der Lügenerzählungen des Odysseus; Homer Odyssee 14, 334ff: „Vorher jedoch entließ mich der König; ein Schiff der Thesproter fuhr zu dem weizenreichen Dulichion. Dessen Besatzung sollte getreulich dorthin zum König Akastos mich bringen. Aber die Leute beschlossen, mich schmählich ins Unglück zu stürzen; völlig sollte ich noch in das äußerste Elend geraten.“ [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5816 (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 221-222) (c) Aufbau-Verlag]