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mekisteus 1,2,3,4,5,6,7
MEKISTEUS 1,2,3,4,5,6,7 1. Sohn des Talaos und der Lysimache 7, Vater des Euryalos 2. Euryalos war Sieger bei den Leichenspielen für Oidipus in Theben, Ilias 23,677ff: „Nur Euryalos trat ihm entgegen, der göttliche Kämpfer, Enkel des Königs Talaos und Sohn des Mekisteus, der einstmals nach des Oidipus Tod zu den Leichenspielen nach Theben hingereist war; dort schlug er im Wettkampf alle Kadmeier.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5387 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 445) (c) Aufbau-Verlag] Nach Pausanias 1,28,7 war er ein Teilnehmer am Zug der Sieben gegen Theben. Er fällt von der Hand des Melanippos, Herodot 5,67. ….. Mekisteus ist eine der Figuren des riesigen, weit verzweigten und sich über zwölf Generationen erstreckenden vorhomerischen thebanischen Sagenkreises, der mit Agenor 1 beginnt und in dessen Zentrum die Sagen von OIDIPUS und der SIEBEN GEGEN THEBEN stehen. Sollten tatsächliche Ereignisse Bestandteil des Sagenkomplexes sein, so sind sie im Zeitraum zwischen ca. 1500 bis 1100 v. Chr. anzusiedeln; lies SIEBEN GEGEN THEBEN und EPIGONOI >. 2. Lykophron nennt in Elis einen Herakles Mekisteus, der auch ein Heiligtum besessen haben soll; d. h. Mekisteus ist in Elis in Herakles aufgegangen und dadurch zum Beinamen herabgesunken. 3. Ein weiterer Mekisteus ist Vater des Epistrophos 2 und des Odios, des in der Ilias 2,856 erwähnten Führers der Halizonen: „Odios und Epistrophos führten die Halizonen aus dem fernen Alybe her, der Heimat des Silbers.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4690 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 47) (c) Aufbau-Verlag] Auch ein Herold der Griechen; Homer Ilias 9,165ff: „Auf jetzt, lasset Gesandte uns wählen und schicken, die schleunigst sich in das Zelt des Peleussohnes Achilleus begeben! Vorwärts, ich werde sie wählen, sie mögen es annehmen, bitte! Phoinix, der Liebling des Zeus, übernehme, vor allen, die Führung, Aias, der Große, schließe sich an mit dem edlen Odysseus, aus der Schar der Herolde Odios und Eurybates.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4878 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 157 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 4. Apollodor 3,97 nennt unter den 50 Söhnen des Lykaon 3 auch einen Mekisteus. ….. Lykaon 3 war der älteste König von Arkadien, Sohn des Pelasgos und der Meliboia oder der Nymphe Kyllene, Gemahl vieler Frauen, u. a. Nonakris, Kyllene und Orthosia. Er und seine Söhne gründeten Städte in Arkadien. Um ihn und seine Söhne gruppiert sich eine vielfältig abgewandelte Sage. Er gründete Lykosura auf dem Berg Lykaion, angeblich die älteste Stadt Griechenlands, errichtete einen Kult für Zeus, einen Tempel für Hermes auf dem Kyllenegebirge und wollte die Menschen dem Glauben an die Götter zuführen. Seine tiefe Religiosität und Gerechtigkeit zeichneten ihn als guten Herrscher aus. Im Laufe der Zeit wandelte sich in der Sage das Bild von ihm in das Gegenteil. Weil er ein Kind auf dem Lykaion geopfert hat wurde er von Zeus in einen Wolf verwandelt. Die jüngsten Sagen erzählen, dass ihn Zeus in ärmlicher Kleidung besucht hat und Lykaon ihm die gekochten Eingeweide eines Kindes vorgesetzte. Als Schlachtopfer werden eine Geisel der Molosser, sein jüngster (oder ältester) Sohn Nyktimos, aber auch sein Enkel Arkas genannt, der Sohn von Kallisto und Zeus, d.h., er setzte dem König der Götter den eigenen Sohn geschlachtet und gekocht zum Mahle vor! Voller Abscheu warf Zeus den Tisch um, erweckte das geschlachtete Kind wieder zum Leben und tötete Lykaon und 49 seiner 50 Söhne; nur Nyktimos überlebte. Der Umstand, dass er von einem Menschen die Gedärme eines geschlachteten Kindes, zudem seines eigenen Sohnes, vorgesetzt bekam war der letzte und grauenhafte Anlass für Zeus alle Götter auf den Olymp zu befehlen und ihnen mit zu teilten, dass er dieses elende verkommene Menschengeschlecht mit einer Sintflut vernichten werde. Alle Götter erhielten den Befehl zur Mitarbeit. Mit der Arbeit wurde sofort begonnen. 5. Mekisteus aus Dulichion war einer der 136 Freier der Penelope; Apollodor epit. 7,27 6. Sohn des Echios 1. Er hat im den Kämpfen um Troia zweimal Verletzte geborgen; Homer Ilias 8,332ff und 13,422ff: „Auf die Schultern hoben ihn dann zwei teure Gefährten, Held Mekisteus, des Echios Sohn, und der edle Alastor, trugen den schmerzlich Stöhnenden hin zu den bauchigen Schiffen.“ Er wurde aber von Polydamas getötet; Ilias 15,339ff: „Held Polydamas erlegte Mekisteus, Polites im Vorkampf den Echios; den Klonios schlug der edle Agenor.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5096 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 282) (c) Aufbau-Verlag] 7. Tzetzes nennt in seiner Theogonie 90 einen Giganten Mekisteus.