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kyparissos
KYPARISSOS Eponym der Stadt Kyparissos am Parnass die später Apollonia geheißen haben soll. Er wird als Sohn des Minyas oder des Telephos bezeichnet. Dieser wunderschöne Jüngling wurde von Gott Apollon, Zephiros, dem Westwind, und dem römische Gott Silvanus geliebt. Als er irrtümlich seinen Lieblingshirsch mit dem Speer tödlich verletzte bat er die Götter um den Tod; Ovid met. 10,106ff: „Unter der Schar war auch die kegelgeformte Zypresse, Jetzo ein Baum, doch sonst ein Knabe, geliebt von dem Gotte, Der anzieht an der Laute zugleich und am Bogen die Saite. Einst, von den Nymphen beschützt, die Carthaeas Fluren bewohnen, War ein stattlicher Hirsch, der selber dem eigenen Haupte Mit weitoffnem Geweih hochfallenden Schatten gewährte. Prächtig erglänzte von Gold das Geweih; am gerundeten Halse Hing zum Buge gesenkt von edlen Gesteinen ein Halsschmuck; Über der Stirn auch hing, von zierlichen Riemen gehalten, Schwankend ein Silbergehenk; gleich licht an jedem der Ohren Schimmerten Perlen, gereiht um die hohl einfallenden Schläfen. Dieser, von Furcht ganz frei und natürlicher Scheu sich begebend, Pflegte hinein in die Häuser zu gehn und willig den Händen, Wie sie ihm fremd auch waren, den Hals zum Streicheln zu bieten. Doch du hieltest ihn wert vor allen zumeist, Cyparissus, Schönster vom keischen Volk. Du führtest zu saftiger Weide, Du auch führtest den Hirsch an die Wellen des lauteren Bornes; Bald umflochtest du ihm das Geweih mit farbigen Blumen; Bald auch lenktest du ihn, als Reiter den Rücken beschwerend, Lustig umher am weichen Gebiß mit purpurnem Halfter. Schwüle und Mittag war, und dem uferbewohnenden Krebse Brannten vom glühenden Strahle der Sonne die greifenden Scheren, Als sich ermattet der Hirsch hinstreckt' auf den grasigen Boden Und von dem Schatten der Bäum einatmete labende Kühle. Ihn traf ohne Bedacht mit der Schärfe des Speers Cyparissus Selber, und wie er ihn sah hinsterben an grausamer Wunde, Nahm er zu sterben sich vor. Was sprach nicht Phoebus zum Troste? Leicht zu nehmen den Schmerz und der Sache gemäß sich zu härmen, Mahnt' er ihn stets. Dennoch seufzt jener und heischt von den Göttern Dies als letztes Geschenk, daß ewig in Trauer er bleibe. Als nun gänzlich das Blut durch ständiges Weinen erschöpft war, Da hub an sich in Grün zu verwandeln der Körper des Knaben; Das an der schneeigen Stirn noch eben gehangen, das Haupthaar, Wurde zu struppigem Laub und schaute, behaftet mit Starrheit, Zu den Gestirnen empor mit schmal zugehendem Wipfel. Schmerzlich seufzte der Gott und sprach: »Stets sollst du betrauert Werden von uns und, nah den Bekümmerten, andre betrauern.« [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12908 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 240) (c) Aufbau-Verlag]. Nonnos Dion. 11,364: „Ein spartanischer Junge erschütterte Zephyros. Jener starb, doch der liebebedürftige Zephyros fand in dem schönen Jungen Kypárissos Trost für den toten Freund Hyakinthos.“ [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 8313 (vgl. Nonnos-W Bd. 1, S. 173) (c) Aufbau-Verlag]. …… Dieser Verwandlungsmythos hat als wirklichen Hintergrund die Heiligkeit der Zypresse und ihre Verwendung als Totenbaum auf Friedhöfen. In der bildenden Kunst wurde Kyparissos oft dargestellt; z. B. auf einem Wandgemälde in Pompeji und einer Marmorgruppe die heute in Rom steht.