eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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orestes 1,2,3,4,5,6
ORESTES 1,2,3,4,5,6 1. Eine der großen Figuren der Weltliteratur und der Welt der Oper. Seine Geschichte wurde von den Schriftstellern, Komponisten und Opernlibrettisten in den letzten 2600 Jahren in vielen abweichenden Formen dichterisch frei erzählt, umgewandelt und den jeweiligen gesellschaftlichen Veränderungen angepasst; einige Beispiele: Dramen - Stesichoros: Orestie. Aischylos: Die Triologie Orestie – Agamemnon, die Totenspende, die Eumeniden. Euripides: Elektra, Iphigenie in Tauris. Sophokles: Elektra. Goethe: Iphigenie auf Tauris. Opern – Chr. Willibald Gluck: Iphigenie in Aulis, Iphigenie auf Tauris. Händel: Orest. Richard Strauss: Elektra. Auch in der bildenden Kunst ist seit ca. 600 v. Chr. das Leben und Wirken des Orestes ein ewig sich wieder füllender unausschöpfbarer Fundus der Künstler. ….. Er war ein Sohn der Klytaimestra und des Agamemnon, Bruder von Elektra 5, Iphigenie, Laodike 2 und Chrysothemis 2, Gemahl der Hermione und Vater des Teisamenos 1 und des Orestes 2. Mit seiner Halbschwester Erigone 1 zeugte er Penthilos. ….. Die Geschichte des Orestes ist Bestandteil der Sage des verfluchten Geschlechtes des Tantalos und wird dort erzählt; lies „Die Tantaliden-Sage“ >. ….. Nach Apollodor E6,28 wurde Orestes in Oresteion in Arkadien von einer Schlange gebissen und starb. Begraben wurde Orestes in Tegea; Pausanias 3,3,5ff. Seine Gebeine wurden aber später geraubt und nach Sparta überführt; Pausanias 8,54,4. 2. Bei Stephanos Byzantios ein Sohn von Hermione und Orestes 1, Eponym der molossischen Orestai. 3. Ein Grieche, der im Kampf um Troia von Hektor getötet wurde; Homer Ilias 5,703ff: „Wen als ersten, wen als letzten erlegte da Hektor, Sohn des Priamos, ihm zur Seite der eherne Ares? Teuthras, den göttlichen Helden - Orestes, den Tummler der Rosse - auch Oinomaos …….“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4777 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 98) (c) Aufbau-Verlag] 4. Ein Troianer, der Im Kampf um Troia von Leonteus getötet wurde; Homer Ilias 12,117ff: Gegen die Schiffe zur Linken stürmte er, wo die Achaier von dem Schlachtfeld zurück sich zogen mit Rossen und Wagen. Dorthin lenkte er Pferde und Fahrzeug. Er fand an dem Tore unverschlossen die Flügel und den gewaltigen Riegel; offen noch hielten die Griechen den Zugang, um weitre Gefährten, falls sie dem Kampfe entrannen, ins Lager der Schiffe zu retten. Dorthin lenkte er stürmisch die Rosse, ihm folgten mit lautem Schreien seine Genossen; sie hofften, es würden die Griechen nicht mehr standhalten, nein, bei den dunklen Schiffen erliegen, töricht: Sie trafen am Tor zwei äußerst tapfere Kämpfer, mutige Söhne der im Speerkampf berühmten Lapithen, des Peirithoos kraftvollen, tüchtigen Sproß Polypoites und Leonteus; der war so stark wie der mordende Ares. Beide hielten die Stellung vor dem ragenden Tore, wie in den Bergen hochgewipfelte Eichen sich recken, die dort Tag für Tag dem Regen und Sturmwinde trotzen, fest gegründet auf riesigen, weithin reichenden Wurzeln: ebenso trotzten die beiden, den kraftvollen Fäusten vertrauend, fest dem Ansturm des mächtigen Asios, ohne zu weichen. Gegen die wohlerrichtete Mauer rannten die Troer, über sich haltend die Schilde von Stierhaut, mit gellendem Schlachtruf, folgten dem Asios, dessen Sohne Adamas, den Helden Thoon, Iamenos wie dem Oinomaos und dem Orestes.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4988 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 220 ff.) (c) Aufbau-Verlag] Homer Ilias 12,188ff: „Doch des Antimachos Sohn, Leonteus, der Sprößling des Ares, traf den Hippolochos mit der Lanze genau in den Gürtel. Darauf riß er sogleich das scharfe Schwert aus der Scheide, stürmte durch das Getümmel voran, und als ersten im Nahkampf tötete er Antiphates; der stürzte rücklings zu Boden. Nach ihm streckte er Menon, Iamenos wie auch Orestes, allesamt schnell nacheinander, auf die nährende Erde.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4991 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 222) (c) Aufbau-Verlag] 5. Ein Sohn des Flussgottes Acheloos und der Perimede 1; Apollodor 1,52. 6. Bei Nonnos Dion. 14,96ff ein Satyr: Auch der betagte Silenos wappnete sich. Der gehörnte Sprößling der Erde, halb Mensch, halb Pferd, gestützt auf den Narthex, führte drei Söhne in festlicher Weise. Zum Kampfe gerüstet war nur Astraios. Ihm folgte Maron, dem Leneus sich anschloß, beide mit Stöcken in Händen, den greisen Vater auf seinem Weg durch die Berge zu stützen. Die längst schon entkräfteten Alten stemmten die schwächlichen Glieder auf Äste des Weinstocks. Ihr Leben währte schon viele Jahre, von ihnen stammten die Satyrn, doppelgestaltig, hitzig und niemals befriedigt im Lieben. Über das Heer der gehörnten Satyrn geboten als Feldherrn Thiasos, Hýpsikéros, Poiménios wie auch Orestes. [Nonnos: Leben und Taten des Dionysos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 8381 (vgl. Nonnos-W Bd. 1, S. 213) (c) Aufbau-Verlag]