eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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latinus 1,2
LATINUS / LATINOS 1,2 1. Eponymos und Heros des latinischen Volkes und der Region und Stadt Latium. Erstmals erwähnt wird Latinos bei Hesiod in der Theogonie 1011ff als Sohn des Odysseus und der Kirke, Bruder von Agrios und Telegonos; 1015f: „Diese herrschten ganz weit in der Ferne inmitten heiliger Inseln über alle die hochberühmten Tyrrhener.“ = damals Insel der Seligen, heute Italien. ….. Die dichterische Phantasie späterer Schriftsteller kannte bei der Ausgestaltung der vielen Legenden die sich um die Gründung der Stadt Rom ranken keine Grenzen. Beispiele: - Apollodor epit. 7,24 nennt Latinus einen Sohn der Kalypso 1 mit Odysseus als Vater. - Nach Kallias von Syrakus ist Latinus König der Aborginier und Sohn von Telemachos und Kirke. Aus seiner Ehe mit Rome, einer Tochter der Troianerin Rome, gehen Romos, Romylos und Telegonos hervor. - Bei Dionysios Hal. 1,43,1 ist er Sohn des Odysseus und einer Hyperboreerin und hat die Tochter Leukaria., die spätere Gemahlin des Italus 1 und Mutter von Auson, Rhomos und Rhome; Dionysios Halikarnasseus 1,72,6. Plutarch nennt sie Leukania. - Die von Timaios stark geprägte nationale römische Version sieht in Latinus den letzten König des Urvolkes von Latium. - Cato nennt ihn König der Aborginier, Gemahl der Amata, Vater der Lavinia, der seine Tochter dem Aineias gibt und sein Land mit ihm teilt. Er verbündet sich aber mit Turnus, um die seine Stadt plündernden Troianer zu vertreiben, fällt jedoch im Kampf. - Sohn des Herakles bei Dion. ar. 1.43. - Nach Silenos FHG 3,100,4 bei Sol. 1,15 zeugte Herakles mit Palantho den Latinos. - König der autochthonen Latiner, Sohn des Faunus und der Nymphe Marcia, Enkel des Picus und damit Urenkel des Saturnus,Gemahl der Amata und Vater der Lavinia nennt Vergil den Latinus; Aeneis 7,49ff: „König Latinus, bejahrt schon, regierte längere Zeit in tiefem Frieden Fluren und Städte, Sprößling des Faunus und der laurentischen Nymphe Marica. Faunus entstammte dem Picus, und dieser verehrte als Vater dich, Saturnus. Du bist der Ahnherr dieses Geschlechtes. Göttliche Weisung versagte dem alternden Herrscher Latinus männliche Erben; der einzige Sohn war, jung noch, gestorben. Eine Tochter allein war Erbin des Hauses und seiner reichen Besitztümer, volljährig schon und gereift zur Vermählung. Zahlreiche Männer des weiten Latium, ja aus dem ganzen Lande Italien umwarben sie, Turnus als stattlichster aller, mächtig allein schon durch Vater und Ahnen. Amata, des Königs Gattin, begehrte zum Schwiegersohn ihn mit besonderem Eifer. Göttliche Zeichen voll mancherlei Drohung verboten das aber.“ [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17792 (vgl. Vergil-W, S. 299 ff.) (c) Aufbau-Verlag] König Latinus ist eine der großen Figuren in Vergils Aeneis. .…. Ovid met. 14,585ff: „Venus verwendete sich bei den Himmlischen, und des Erzeugers Hals umschlang sie und sprach: »Mein Vater, du warst mir ja niemals Unfreundlich oder hart, sei jetzt zu Willen der Bitte: Meinem Aeneas verleih, der dich aus unserem Blute Zum Großvater gemacht, o Gütigster, göttliche Würde! Sei sie gering, nur mach ihn zum Gott! Es genügt, daß er einmal Sah das gefürchtete Reich, einmal durch stygische Flut fuhr.« Beifall gibt ihr der Rat, und die Königin selber bewahrt nicht Regungsloses Gesicht und erlaubt es mit freundlichem Munde. Und der Erzeuger darauf: »Wert seid ihr der himmlischen Gabe, Du, die begehrt, und für den du begehrst. Nimm, Kind, das Gewünschte.« Jupiter sprach's. Sie dankt voll Freude dem gütigen Vater; Dann, vom Taubengespann durch wehende Lüfte gezogen, Steigt sie herab am laurentischen Strand, wo zwischen dem Schilfrohr Zum nah liegenden Meer mit den Wellen Numicius hinschleicht, Und sie gebietet, daß der, was dem Tode gehört von Aeneas, Spüle hinweg und der See zuführe im schweigenden Laufe. Venus' Geheiß vollbringt der Gehörnte: mit seinen Gewässern Wäscht und schwemmt er und nimmt, was Sterbliches war an Aeneas, Alles hinweg. Standhielt dem Bespülen sein besseres Wesen. Ihn, den Geläuterten, salbt mit göttlichem Dufte die Mutter, Und mit ambrosischem Saft, zu lieblichem Nektar gemenget, Naht sie dem Mund und macht ihn zum Gott, der bei des Quirinus Volk nun Indiges heißt und Tempel besitzt und Altäre. Drauf an Ascanius kam, den doppelbenameten, Alba Und der latinische Staat. Nach ihm war Silvius König, Dann Latinus, sein Sohn, der samt dem ererbeten Zepter Früheren Namen geführt. Den Latinus ersetzt der berühmte Alba, Epytus den, und Capetus folget und Capys, Capys eher jedoch. Von ihnen empfing Tiberinus Zepter und Macht, und versenkt in den Wellen des tuskischen Stromes, Lieh er den Namen der Flut. Den Remulus und den entschloßnen Acrota hatt er gezeugt. Davon ward, reifer an Jahren, Remulus, wie er den Blitz nachahmte, erschlagen vom Blitzstrahl; Acrota, weniger dreist als der Bruder, vererbte dem starken Aventinus das Reich, der unter dem nämlichen Hügel Ruht, wo einst er geherrscht, und dem Hügel den Namen gegeben. Nun ward Proca das Haupt des palatinischen Volkes.“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 13108 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 353 ff.) (c) Aufbau-Verlag]. ….. Die Region und Stadt Latium haben ihre Namen bis heute behalten. Nach ihnen, bzw. nach Latinus, ist die lateinische Sprache benannt. 2. In der dritten bzw. elften Generation nach Latinus 1 erscheint ein Latinus 2 als einer der legendären Könige von Alba Longa.