eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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hippolytos 1,2,3,4,5
HIPPOLYTOS 1,2,3,4,5 „Der mit den gelösten Pferden“ oder „Der von den Pferden Zerrissene“. 1. Sohn des Theseus und der Amazonenkönigin Antiope 4. Apollodor E1S16 nennt Glauke 6 und Melanippe 2 und Simonides Hippolyte 1 gleichwertig als die Mutter von Hippolytos mit Theseus als Vater. Grundsätzlich sind alle drei Synonyma, weibliche Formen der Meeresgottheit, also dem Kreis des Poseidon zugehörig. Erst in späteren Sagen werden sie Amazonen, von Theseus geraubt, geheiratet und zur Mutter des Hippolytos gemacht, die in der Regel aber immer Antiope 4 heißt; auch auf vielen Vasen trägt sie diesen Namen. Einige Schriftsteller geben dem Hippolytos Hippe 2 und Iope 1, alles Nebenformen der vorherigen Namen, als Mutter. Bei Vergil hat er von einer Aricia einen Sohn Virbius. Als göttlich verehrter Heros besaß er in Troizen einen Tempel und ein Kultbild und wurde im Römischen Reich nach Vergil und Ovid in Verbindung mit der Göttin Diana als Gott Virbius verehrt. ….. Seine Sage ist Bestandteil der Theseussage: Die herakleidische Abenteurerlust hat seinen Vater Theseus nie verlassen. Er nahm an der kalydonischen Eberjagd und an der Argonautenfahrt teil. Den Herakles begleitete er bei seinem Feldzug gegen die Amazonen. Als Antiope, auch Hippolyte oder Melanippe genannt, die Königin der Amazonen, ihm in der Schlacht gegenüber stand, flammte Liebe zwischen den beiden auf. Theseus rang sie nieder, tötete sie aber nicht und entführte sie nach Athen. Ein Heer von wütenden Amazonen wollte die Königin befreien, zog gegen Athen, belagerte die Stadt, wurde aber in einer erbitterten Schlacht geschlagen. Die getöteten Frauen wurden am Fuße der Akropolis neben dem Aeropag bestattet. Theseus ließ auf ihrem Grab ein Ehrenmal, das Amazoneion, errichten (Die heute noch bekannte Stelle dürfte sich demnächst zum Wallfahrtsort emanzipatorischer Frauen entwickeln.). Antiope starb kurz nachdem sie den Sohn Hippolytos 1, den sie mit Theseus gezeugt hatte, zur Welt brachte. Theseus ließ das Baby nach Triozen zu Pittheus, dem Urgroßvater, zur Erziehung bringen. ….. Zum Jüngling herangewachsen besuchte Hippolytos Athen und ließ sich in die Mysterien von Eleusis einweihen. Sein Vater hatte inzwischen aus politischen Gründen Phaidra, die Tochter des kretischen Königs Minos 1 geheiratet. Seine Stiefmutter erblickte den knabenhaft Schönen dem das Barthaar erst unter der Nase spross, ein Pfeil des Eros, und in Phaidra erwachte glühendes Verlangen nach der jugendlichen Kraft des Hippolytos. Doch Hippolytos verließ Athen wieder und kehrte nach Troizen zurück. Die vor Liebessehnsucht Schmachtende ließ auf der Akropolis einen Tempel der Aphrodite errichten, von dort aus konnte sie an schönen Tagen Troizen am Horizont schwach erkennen. ….. Da mit der Geburt von Demophon und Akamas 4, den Söhnen von Theseus und Phaidra, die Nachfolge auf dem Thron von Athen geregelt schien, unternahmen Pallas 3, der Onkel des Theseus und seine 25 überlebenden Söhne einen letzten verzweifelten Versuch die Macht doch noch an sich zu reißen. Theseus besiegte sie zuerst, dann tötete er sie alle. Für diese Morde musste er sich in Athen im Delphinion, einem Gericht das über Morde urteilte, verantworten, wurde aber, weil es sich um gerechtfertigte Morde handelte, freigesprochen; Pausanias 1,28,10. Dennoch musste er ein Jahr in die Verbannung und ging mit Phaidra und den Kindern für diese Zeit nach Troizen zu seinem Großvater. Phaidra, noch immer liebend, traf Hippolytos wieder. Tief betrübt musste sie erkennen, dass der schöne Jugendliche äußerst keusch war, nur der Artemis, der Göttin der Jagd und der Keuschheit, opferte, die Riten der Aphrodite verschmähte und keine Frau, am wenigsten seine Stiefmutter, beachtete. Als Phaidras Amme sah, wie die Herrin sich in ihrer hoffnungslosen Liebe verzehrte, nahm sie Hippolytos unter Eid und berichtete ihm heimlich von der Liebe der Königin. Der fromme junge Mann war entsetzt, aber durch die Schweigepflicht gebunden. Dem Wahnsinn nah, verzehrt von unerfüllter Liebessehnsucht, nahm sich die unglücklich Liebende das Leben; in ihrer erkalteten Hand hielt sie einen Brief. Theseus, er kam soeben von Delphi zurück, fand die Tote und las den Brief in dem Phaidra ihren Stiefsohn entsetzlich verleumdete: Hippolytos habe sie vergewaltigt, aus Scham habe sie sich den Tod gegeben (In einer anderen Version offenbarte Phaidra sich selbst, Hippolytos wies sie entsetzt zurück, sie verleumdete ihn bei Theseus und gab sich aus Reue den Tod erst nach dem tragischen Ende des Hippolytos.). Der Beschuldigte schwieg, er hatte den Eid geleistet. In seinem Entsetzen erinnerte sich Theseus an seinen göttlichen Vater: Drei Verfluchungen hatte ihm Poseidon einst geschenkt. Er verfluchte seinen Sohn und verwies ihn des Landes. Obwohl Hippolytos noch sehr jung war hatte er die Größe den Eid nicht zu brechen und nahm das Los auf sich. Als er die Stadt verließ und mit seinem Gespann dem Meer entlang fuhr, schickte Poseidon aus dem Wasser einen riesigen Stier, die Pferde scheuten, der Wagen kam zum Sturz und Hippolytos wurde von seinen dahinstürmenden Pferden zu Tode geschleift. Euripides, Hippolytos: Theseus tritt auf. BOTE. Ich bringe Botschaft, Theseus, die der Trauer wert, für dich und für die Bürger auch, die in Athen und in den Grenzen des Trozenerlandes wohnen. THESEUS. Was gibt es? Hat ein Unglück, unvorhergesehen, vielleicht die beiden Nachbarstädte heimgesucht? BOTE. Hippolytos, es kurz zu sagen, lebt nicht mehr. Er schaut das Licht noch, freilich nur auf kurze Zeit. THESEUS. Weswegen? Ward ihm jemand feind, dem er die Gattin, wie die des Vaters, mit Gewalt geschändet hat? BOTE. Der eigne Wagen wurde sein Verhängnis - und der Fluch aus deinem Mund, den du zu deinem Vater, dem Herrn des Meeres, gegen deinen Sohn gesprochen. THESEUS. Ihr Götter! Du, Poseidon, ja, du warst zu Recht mein Vater, denn du hast gehört auf meinen Fluch. Doch wie ging er zugrunde? Sprich! Auf welche Weise traf ihn, der mich entehrte, Dikes Keulenschlag? BOTE. Dicht an dem meerbespülten Strande kämmten wir die Mähnen unsrer Rosse mit den Striegeln aus, in tiefem Schmerz. Denn Nachricht war gekommen, daß Hippolytos nicht seinen Fuß mehr setzen dürfe in dieses Land, von dir in bittren Bann getan. Da kam er selber, mit dem gleichen Trauerlied, zu uns an das Gestade. Seinem Fuße folgte in großer Zahl der lieben Freunde Schar. Er hielt nach langer Zeit in seinen Klagen ein und sagte: »Was traure ich? Dem Wort des Vaters muß ich folgen. Die jochbeladnen Pferde schirret an den Wagen, ihr Diener! Keine Heimat habe ich hier mehr.« Da freilich strengte jedermann sich an, und schneller, als einer sagen könnte, führten wir die Rosse mit vollem Zaumzeug unserem Gebieter vor. Vom Wagenrand ergriff er mit der Faust die Zügel und setzte seine Füße in den Lenkerstand. Erst flehte mit erhobner Hand er zu den Göttern: »Zeus, nicht mehr leben will ich, bin ich ein Verbrecher! Mein Vater soll erkennen, daß er Unrecht mir getan, mag ich nun tot sein oder noch das Licht erblicken!« Dabei nahm die Peitsche er zur Hand und trieb gleichmäßig an die Rosse. Dicht am Wagen, den Zügeln nahe, folgten unsrem Herrn wir Diener geraden Wegs auf Argos zu und Epidauros. In eine menschenleere Gegend kamen wir. Da streckt die Küste, jenseits unsrer Landesgrenzen, sich schon zum Meer des Saron hin. Von dort erscholl ein unterirdisch Dröhnen, wie ein Donnerschlag des Zeus, in dumpfem Grollen, schauerlich zu hören. Es reckten Kopf und Ohr zum Himmel auf die Rosse, und Furcht beschlich wie Knaben uns, woher der Lärm denn stamme. Und als wir zum flutumrauschten Strand geblickt, da sahn wir eine wundersame Woge so hoch zum Himmel auf sich türmen, daß die Küste des Skiron meinem Blick entschwand. Den Isthmos und den Fels auch des Asklepios verbarg die Woge. Dann rollte, schwellend, ringsum Gischt in Massen sprühend, sie unter dem Gestöhn des Meeres ans Gestade, wo grad der Wagen mit dem Viergespanne stand. Zugleich mit ihrem dreifach hohen Schwalle setzte sie einen Stier an Land, ein wildes Ungetüm. Von seinem Brüllen dröhnte laut die ganze Gegend und hallte schaurig wider. Denen, die es sahen, erschien das Bild zu furchtbar für ein Menschenauge. Sofort befiel ein wilder Schrecken das Gespann. Doch unser Herr, in dem Beruf der Pferdelenker sehr wohl erfahren, packte mit der Hand die Zügel und zog sie, wie ein Schiffer seinen Rudergriff, den Leib gehängt nach rückwärts an die Riemen. Aber die Rosse stürmten hin, die glutgehärteten Gebisse zwischen ihren Zähnen, kehrten sich nicht an die Hand des Lenkers, nicht an ihre Stränge, nicht an den festgefügten Wagen. Wollte er, als Steuermann, die Fahrt zum weichen Sande lenken, erschien der Stier von vorn, so daß sie wenden mußten, und machte vor Entsetzen scheu das Viergespann. Doch stürmten, rasend, sie den Felsen zu, so folgte er still, dem Wagen nah, bis zu dem Augenblick, da er ein Rad des Fahrzeugs an den Felsen jagte, zum Sturz es brachte und es umwarf. Da gab es ein wirres Durcheinander. In die Höhe flogen die Rädernaben und die Pflöcke auch der Achsen. Der Unglückliche selbst, verstrickt in seine Zügel, von Banden, unauflöslichen, gefesselt, ward geschleift, geschmettert an den Fels sein teures Haupt, sein Fleisch zerrissen. Fürchterlich zu hören, schrie er: »Halt! Meine Krippen haben euch genährt, bringt mich nicht um! Du jammervoller Fluch des Vaters! Wer will kommen und dem besten Helden Rettung bringen? Wir wollten es in großer Zahl, doch blieben wir im Lauf zurück. Und er kam von den Fesseln der geschnittnen Riemen frei - ich weiß nicht, wie - und sank hernieder, nur mit schwachem Lebenshauch noch atmend. Die Pferde und das grause Ungetüm von Stier verschwanden - wo, das weiß ich nicht - im Felsengrund. Ein Sklave bin ich nur in deinem Hause, Herr, doch werde dazu niemals ich imstande sein, zu glauben, daß dein Sohn ein Schurke ist, auch nicht, wenn sich das ganze Weibervolk erhängte und man mit Geschreibsel füllte alles Fichtenholz am Ida. Denn ich weiß: Er ist ein edler Mann! [Euripides: Hippolytos. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 2995 (vgl. Euripides-W Bd. 1, S. 136 ff.) (c) Aufbau-Verlag] Artemis, die Göttin der Keuschheit, hob die Seele ihres treuen Dieners zu den Sternen, heute das Sternbild Fuhrmann. Sein Leichnam wurde in Athen neben dem von Phaidra gestifteten Tempel der Aphrodite beigesetzt. …… Hippolytos wurde wegen seiner Keuschheit, seiner Verschwiegenheit und seinem heroischen Verhalten gegenüber seiner ihn tödlich verleumdenden Stiefmutter in Troizen als Gott verehrt und wurde in die Hochzeitszeremonien eingebaut. Bräute brachten ihm vor der Hochzeit eine Haarlocke und betrauerten seinen Tod. In Troizen wurde er zum Heros und göttlich verehrt. Ober einem nach ihm benannten Stadion wurde ein Tempel der Aphrodite Kataskopia (= der Zuschauenden) an der Stelle errichtet, von der aus Phaidra dem jungen Hippolytos bei der Ausübung gymnastischer Übungen zugeschaut hat; Pausanias 2,32,3. Auch das Gymnasion der Stadt wurde nach ihm benannt. Er erhielt einen Tempel und ein Kultbild und durfte als Gott natürlich nicht sterben. Euripides hat ihm mit seiner Tragödie „Hippolitus“ ein literarisches Denkmal geschenkt. ….. Das Motiv, dass er durch eine göttliche Macht sein Leben verlor, von Asklepios wieder zum Leben erweckt und dann von der Göttin Artemis als Sternbild Fuhrmann an den Himmel entrückt wurde, kommt in fast allen Religionen vor und ist uralt und, verglichen z. B. mit dem Zagreus-Mythos, wesentlich älter als die Bibel und die Evangelien (Christus - „Hinab gestiegen zur Hölle, auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes“.). Ovid; Met. 15,464ff: „Wenn du gehört schon hast von Hippolytus durch das Gerede, Daß leichtgläubiger Wahn des Erzeugers und Tücke der Phaedra Tod ihm gebracht - du erstaunest gewiß, und schwer ist der Nachweis: Doch der bin ich selbst. Einst log der Pasiphaë Tochter, Die mich vergebens versucht, ich hätte das Lager des Vaters Wollen entweihn - was jene gewollt -, und sie trug die Beschuld'gung, Ob aus Furcht vor Verrat, ob grollend gedenk der Verschmähung, Über auf mich. Unschuldig verstieß von der Stadt mich der Vater, Und er verwünschte mein Haupt beim Scheiden mit feindlichem Fluche. Nach der pittheischen Stadt Troecene mit flüchtigem Wagen Eilt ich und fuhr schon hin am Strand des korinthischen Busens, Da stieg plötzlich das Meer, und ein Schwall von erhobenen Wassern Schien in Bergesgestalt sich zu wölben und riesig zu wachsen Und an der obersten Höh mit entsetzlichem Brüllen zu bersten, Und ein gehörneter Stier dringt aus den gespaltenen Wogen, Der, sich bis an die Brust aufrichtend in weichende Lüfte, Teile der See ausspeit aus Nüstern und gähnendem Rachen. Zagend erbebt den Gefährten das Herz; doch meines beharrte Furchtlos, nur der Verweisung gedenk. Da wenden die Rosse Wild nach dem Meere den Hals und fahren zusammen, die Ohren Ängstlich gespitzt, und scheun vor dem Tier und stürzen den Wagen Hoch von der Klippe hinab. Ich strebe mit eitelen Händen, Lenkend zu ziehen die weiß von Schaum umflossenen Zügel, Und straff halt ich nach hinten gebeugt die beharrenden Riemen. Doch nicht hätte die Kraft mir bewältigt das Rasen der Rosse, Wenn nicht, wo es sich dreht um die rastlos kreisende Achse, Wäre gebrochen ein Rad am begegnenden Pfahl und zertrümmert. Ab wirft mich von dem Wagen der Stoß, und verstrickt in die Zügel, Werd ich lebendig zerfleischt; an dem Stamm festhangen die Sehnen; Teils sind gezerrt mit Gewalt, teils bleiben die Glieder gehalten, Und ein Gekrach tönt laut von gebrochenen Knochen, und qualvoll Scheidet von hinnen der Geist. Da war kein Teil an dem Leibe, Der noch kenntlich verblieb, und zerfetzt war alles von Wunden. Kannst du mit unserem Leid, o Nymphe, vergleichen das deine? Wagst du es noch? Ich sah das Gebiet, das Lichtes entbehret, Und der zerrissene Leib fand Labung in Phlegethons Wellen; Nie auch ohne den Dienst von Apollos heilendem Sohne Wär ich zum Leben gekehrt. Als neu durch kräftige Kräuter Und die päonische Kunst zu Dis' Unmut ich belebt war, Ward ich verhüllt, daß nicht mein Anblick mehrte die Mißgunst Solchen Geschenks, mit dichtem Gewölk von der cynthischen Göttin; Dann, daß sicher ich wär und gefahrlos könnte erscheinen, Teilte sie Jahre mir zu und ließ unkenntlich das Antlitz, Und sie bedachte sich lang, ob Delos sie gebe zum Wohnsitz Oder das kretische Land. Doch Delos verwerfend und Kreta, Brachte sie mich hierher und verbot mir, den Namen zu führen, Der auf die Rosse zurück leicht hätte gedeutet, und sagte: 'Der du Hippolytus warst, du sollst nun Virbius heißen.' Seitdem hüt ich den Hain, und einer der niederen Götter, Berg ich mich hier, von der Herrin beschützt, und gehöre zu jener.«“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 13151 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 376 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Vergil erzählt diese Geschichte auch, doch ist Virbius bei ihm der Zweitname des Hippolytos. Erst sein Sohn heißt tatsächlich Virbius; Aeneis 7,761ff: „Teil an dem Kriege nahm auch der edle Hippolytossprößling Virbius. Mutter Aricia sandte den ruhmreichen Helden, den in Egerias Hain sie, am Ufer des Waldsees, erzogen hatte, am opferreichen Altar der milden Diana. Mußte Hippolytos doch, nach der Sage, sterben infolge Phaedras Bosheit, er wurde gemäß dem Fluche des Vaters tödlich zerrissen von scheuenden Pferden; die Liebe Dianas aber und Kräuter des Heilgottes Paion ließen ihn wieder sehen die Sterne des Äthers und atmen die himmlischen Lüfte. Doch der allmächtige Vater, verärgert, weil einer der Menschen sich von den Schatten der Unterwelt wieder zum Lebenslicht aufschwang, schleuderte selbst mit dem Blitzstrahl den Sohn des Phöbus, den Schöpfer derart wirksamer Heilkunst, hinab in die stygischen Sümpfe. Trivia freilich versteckte voll Güte Hippolytos heimlich, gab ihn im heiligen Hain in die Obhut der Nymphe Egeria. Einsam verbrachte er dort in den Wäldern Italiens sein Leben unter dem Namen Virbius. Niemand kannte den Helden. Stampfenden Rossen indessen sperrt man den Zugang zum Tempel Trivias wie auch zum heiligen Hain, weil sie einst an der Küste, scheu vor dem Untier des Meeres, den Jüngling vom Lenkerstand stürzten. Nichtsdestoweniger tummelte ständig der Sohn auf der Rennbahn angestrengt feurige Rosse und zog auch zu Wagen aufs Schlachtfeld.“ [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17832 (vgl. Vergil-W, S. 322 ff.) (c) Aufbau-Verlag] In der späteren römischen Zeit wurde er als Gott Virbius mit einem Nahverhältnis zur Göttin Diana verehrt. 2. Ein Gigant, Sohn von Gaia und Uranos. Beim Kampf der Götter gegen die Giganten wurde er von Hermes getötet; Apollodor 1,38; Tzetzes Theog. 92. 3. Sohn von Aigyptos 3 und Arabia. Er wurde in der Hochzeitsnacht von seiner Braut, der Dardanide Rhode 3, erdolcht und geköpft; Apollodor 2,17. ….. Aigyptos, durch die Flucht seines Bruders mächtiger König von Arabien, Ägypten und Libyen, hatte 50 Söhne und wünschte die Verheiratung mit den 50 Töchtern seines Bruders Danaos. Danaos lehnte ab, Aigyptos zog mit einem Heer und seinen Söhnen nach Argos und bedrohte die Stadt. Danaos willigte in die Hochzeit ein, verloste seine Töchter den 50 Söhnen des Aigyptos, gab aber allen vor der Hochzeitsnacht einen Dolch und den Auftrag, die frisch angetrauten Ehemänner zu ermorden. 49 Töchter gehorchten, nur Hypermestra 1 verschonte ihren Gatten Lynkeus 2, weil er ihrer Bitte, ihre Jungfräulichkeit zu schonen, entsprochen hatte. Sie verhalf ihm sogar zur Flucht. Ihre Schwestern schnitten den Toten die Köpfe ab, brachten sie Danaos als Beweis und bestatteten sie auf dem Berg Larisa. Die Körper begrub man bei Lerna. 4. Auch ein Sohn des Rhopalos wird Hippolytos genannt und ist Urenkel des Herakles. Nach dem Tod von Zeuxippos 2 wurde er König von Sikyon, unterwarf sich aber dem heranziehenden Heer des Agamemnon und kam so unter die Oberhoheit von Mykene. Er hatte einen Sohn Lakestades, der König von Sikyon wurde. Beim der Eroberung von Sikyon durch Phalkes und seine Dorer wurde ihm kein Leid zugefügt, weil er Heraklide war und wurde Mitregent der Stadt. So kam Sikyon und ein Teil des argivischen Gebietes unter die Herrschaft der Dorer; Pausanias 2,6,7. Nach Plutarch Numa 4 war er ein Liebling des Apollon. …. Mimnermos erwähnt, dass Hippolytos auch einer der vielen Liebhaber der Aigialeia gewesen sein soll: Diomedes 2, der Ehemann der keuschen und viel betenden Aigialeia, verletzte im Kampf um Troia Aphrodite. Aus Rache schlug die Göttin der Liebe seine keusche Gemahlin mit unstillbarer Fleischeslust. Auf der Stelle verführte sie den jungen hübschen Kometes und in nicht enden wollenden wunderschönen ´Aphrodisien´ genoss sie die heranwachsende männliche Jugend Argiviens. 5. Vater des Deiphobos; Apollodor 2,130. Als Herakles nach der Ermordung des Iphitos nach Amyklai kam wurde er von Deiphobos entsühnt.