eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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amphitryon
AMPHITRYON Sohn des Alkaios 1 und der Hipponome oder Lysidike 1, Vater von Laonome 2 und Iphikles, König von Tiryns. Ursprünglich war Amphitryon ein thebanischer Heros, der später mit dem argolischen und dem Sagenkreis um Herakles verbunden wurde. Seine Schwester Anaxo 1 heiratete ihren Onkel Elektryon 1 und wurde von ihm Mutter von Alkmene und elf Söhnen. ….. Außer dem außerehrlich mit der phrygischen Frau Mideia gezeugten Likymnios 1 wurden alle Söhne des Elektryon erschlagen, als sie die Vieherden ihres Vaters gegen den Diebstahl durch die Söhne des Eleers Pterelaos verteidigen wollten. Um die Thronfolge im reinen Stamm zu sicher übergab Elektryon seinem Neffen Amphitryon das Königsamt und dazu seine Tochter als Braut. Rache sinnend wanderte Amphitryon nach Elis zu Pterelaos und löste die geraubten Rinder aus. Bei der Rückgabe der Rinder an Elektryon tötete Amphitryon, vielleicht unabsichtlich, seinen Schwiegervater / Onkel und wurde dafür von dessen Bruder Sthenelos 6 des Landes verwiesen. In Begleitung seiner Braut Alkmene ging Amphitryon zu König Kreon 1 nach Theben, der ihn von der Blutschuld reinigte. Das junge Paar feierte endlich die Hochzeit, aber nach der Zeremonie erklärte Alkmene, dass sie mit Amphitryon erst dann die Ehe vollziehen werde, wenn er ihre Brüder gerächt habe. Der junge Ehemann bat König Kreon um Hilfe für den Feldzug gegen Pterelaos, bekam sie aber erst, nachdem er das Land von der Plage des „Teumessischen Fuchses“ befreite (Kephalos 1 tötete unabsichtlich seine untreue und unvorsichtige Frau Prokris 1. Der dennoch trauernde Ehemann wurde vor dem Aeropag angeklagt und wegen Mordes des Landes verwiesen. Er wanderte nach Theben. Dort bat König Amphitryon Kephalos, er möge ihm den Hund Lailaps leihen. Diesen göttlichen Hund, dem nie eine Beute entging, hatte Prokris einst für erwiesene Gunst vom König Minos als Geschenk erhalten. Amphitryon hoffte, dass dieser Hund die seinem Volk von Hera zur Strafe geschickte bösartige Füchsin reiße. Die Göttin hatte bestimmt, dass diese Füchsin das Land zu verwüsten habe und nie gefangen werden könne. Eine Füchsin die man nie fangen kann und ein Hund dem keine Beute entgeht - diese Verwirrung. Man bat Zeus um Hilfe – und er half und löste das Problem auf seine Art: er versteinerte beide – Jägerlatein mit Märcheninventar und Märchenausgang). ….. Um die Ehe endlich vollziehen zu dürfen griff Amphitryon, vereint mit Kephalos 1 und Kreon 1 Pterelaos massiv an. Pterelaos hatte aber auf dem Kopf eine „goldene Locke der Unsterblichkeit“, ein Geschenk seines Vaters / Großvaters Poseidon, und konnte nicht besiegt werden. Komaitho 1, seine Tochter, verliebte sich aber in den Angreifer Amphitryon und schnitt dem Vater im Schlaf die Locke an der sein Leben hing, ab (vergl. Samson, siehe Nisos >). Bei der nächsten Schlacht wurden Pterelaos und seine Söhne getötet. Kephalos 1 hatte sich aber inzwischen in seinen Feind Pterelaos herzzerreißend verliebt und stürzte sich nach dessen Tod verzweifelt vom Leukadischen Felsen. ….. Und Amphitryon durfte Elektryon endlich zum Opa machen: Am Abend vor der siegreichen Rückkehr des Amphitryon nahte Zeus Alkmene in der Gestalt des Amphitryon, beschenkte sie mit einem goldenen Becher und einem Halsband und verbrachte mit ihr eine wegen Hochgenuss dreimal verlängerte Nacht. Weil in dieser dreimal verlängerten Nacht der Mond auch dreimal aufgegangen ist, nannte man Herakles, das Produkt dieser Nacht, „triselenos“, „Kind des dreifachen Mondes“. In der nächsten Nacht empfing sie auch von ihrem wahren Mann und bekam so Zwillinge: Von Zeus Herakles und von Amphitryon Iphikles. ….. Als Amphitryon die Wahrheit über das Geschehene erfuhr glaubt er seiner Frau nicht und band sie wegen Untreue auf einen Scheiterhaufen. Das lodernde Feuer wurde aber von einem von Zeus geschickten Gewitterregen gelöscht, worauf Amphitryon Herakles als einen Sohn des Gottes anerkannte. ….. Den Tod fand Amphitryon in einer Schlacht gegen die Minyer um Orchomenos. In Theben zeigte man sein Grab und Reste seines Wohnhauses, das von Agamedes und Trophonios (siehe Agamedes >) erbaut wurde. Auch das Zimmer in dem Alkmene Herakles entbunden hat soll noch gezeigt worden sein. ….. In Euripides Tragödie „Herakles“ und in der Komödie „Amphitryon“ des Plautus ist Amphitryon eine der Hauptfiguren.