eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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arethusa 13 bis 20
ARETHUSA 13 bis 20 Arethusa war ein in Griechenland weit verbreiteter Name für Quellen. 1 – 12. Verschiedene Quellen. 13. Eine der Hesperiden. Hesperis wird als Mutter der Hesperiden mit Atlas als Vater genannt. Auch Phorkys und Keto sowie Zeus und Themis werden als Eltern, bzw. Nyx als Mutter und Erebos als Vater genannt. Apollodor 2,113. Lies Hesperiden. RE II/1 681 14. Die Nymphe (die „Schöne“) der Quelle Arethusa auf der Insel Ortygia bei Syrakus, eine Tochter des Okeanos und der Tethys. HYPERLINK "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Fonte_Aretusa_e_papiro.jpg" INCLUDEPICTURE "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b6/Fonte_Aretusa_e_papiro.jpg/800px-Fonte_Aretusa_e_papiro.jpg" \* MERGEFORMATINET Die Quelle der Arethusa in Syrakus Aretusa lebte als Quellnymphe in Achaia. Sie streifte durch Wälder, war fröhlich und fing Wild. Nie wollte sie schön sein, doch sie war es und erhielt den Namen „die Schöne“. Ihre oft gelobte Gestalt machte sie nicht froh, sie schämte sich ihrer Reize, empfand es als Schande zu gefallen und verstieß damit gegen die Ehre der Aphrodite. An einem glühend heißen Sommertag kam Arethusa zu einem kleinen Fluss mit klarem hellem Wasser. Sie war allein, legte sie ihre Kleider ab, stieg in die erfrischende Flut und nahm ein genüssliches Bad. Kaum hatte das kühlende Nass ihre knospenden Brüste erreicht, tauchte aus der Flut, heftige Wellen schlagend, Alpheios, der Flussgott, und begehrte heftig die Schöne. Entsetzt sprang Arethusa aus dem Wasser und flüchtete, nackt wie sie war, in den nahen Wald. Alpheios lief ihr nach, über Wiesen und Felder, über Berge und durch Täler, stundenlang. Die Verfolgte ermattete zuerst und als Alpheios gerade nach ihr greifen wollte rief Arethusa Artemis, die Göttin der Keuschheit, um Hilfe. Die große Göttin erbarmte sich der Armen, schickte eine Wolke und hüllte sie ein. Lüstern, völlig in der dämonischen Macht des Priapos, umschlich Alpheios diese Wolke und wartend auf die Beute. Vor Angst bebte Arethusa am ganzen Leib, Schweißperlen tropften von ihrer Stirn, wurden mehr und mehr, bläulich tropfte es aus dem Haar. Die Glieder, der ganze Körper zerrann - die Göttin der Keuschheit verwandelte sie in Wasser. Die Erde trank das Nass und die zu Wasser Gewordene verschwand. Als Alpheios diese List der Göttin bemerkte verwandelte er sich in Wasser, aber Arethusa, in finstere Höhlungen tauchend, floss unterirdisch nach Sizilien und kam als Quelle Aretusa auf der Insel Ortygia bei Syrakus wieder an das Tageslicht. Doch Alpheios gab nicht auf, schwamm durch das Meer nach Sizilien und am Ufer bei Ortygia vereinigt er sich nun mit ihr bis in alle Ewigkeit – Aphrodite hat gesiegt! .......... Und wer diese Geschichte nicht glaubt, soll sich in ein Cafe am Platz neben der schön gefassten Quelle setzen und die vielen jungen Menschen beobachten – nirgendwo auf der Welt wird soviel geturtelt und gekost, nirgendwo liegt so viel „Aphrodisia“ in der Luft, nirgendwo auf der Erde gibt es wie hier mehr Erotik als Sauerstoff zu atmen, nirgendwo dient man der großen Göttin der Liebe mehr als hier – auf Ortygia, der Insel, die von Aphrodite liebkost wird. ……. Nach Ovid met. 5,04-505 war es Arethusa, die Demeter erzählte, dass Hades ihr ihre Tochter Persephone geraubt hat: „Gleitend nach Art der Styx als unterirdisches Gewässer, Sah ich deine Prosperina so mit eigenen Augen: Traurig ist sie zwar noch, noch jetzt von erschrockenem Antlitz, Königin aber doch, die größte doch in dem finstren Reiche, gebietend Ehgemahl doch des Fürsten der Tiefe.“ Arethusa wurde im antiken Syrakus als göttlich verehrt. Sie galt gewissermaßen als Stadtgottheit. Schon ab dem frühen fünften Jahrhundert v. Chr. findet sich ihr Bild, meist umgeben von vier Delphinen, durchgängig auf den Münzen von Syrakus. Am bekanntesten ist die Darstellung der Nymphe, das Haar mit Schilfhalmen geschmückt, auf den großformatigen, von dem hochgerühmten Stempelschneider Euainetos signierten Silbermünzen (Dekadrachmen), die für viele Prägungen der griechischen Welt als Vorbild dienten und sogar vom Feind, den Karthagern, nachgeahmt wurden. RE II/1 681 Moschos (aus Syrakus) (Mitte 2. Jh. v. Chr.)Macht des ErosWenn Alphei'os den Weg zum Meer nimmt, hinter sich Pi'sa,Bringt Arethu'sen im Lauf' er das ölbaumtragende Wasser,Liebliche Blätter und Blüten und heiligen Staub als die Mitgift:Damit stürzt er sich tief in die Wellen und unter dem MeereDrunten enteilet er rasch und mischt nicht das Wasser den Wassern,Kund wird nimmer dem Meer, daß der Strom es, der große, durchwandelt.Schrecklicher Preisaussetzer, du Arger, Vermessenes lehrend:Selber den Strom lehrt Eros durch Liebesbezauberung tauchen. (S. 182)Übersetzt von Friedrich Notter (1801-1884)(Aus: Theokritos, Bion und Moschos. Deutsch im Versmaße der Urschrift von E. Mörike und F. Notter, Zweite Auflage. Stuttgart Verlag von A. Werther 1883) INCLUDEPICTURE "http://farm3.staticflickr.com/2411/2354570673_bea0e755e0_z.jpg" \* MERGEFORMATINET Biago Poidimani's Alfeo e Aretusa (bronze, 1992), at the Fonte Aretusa, Siracusa. HYPERLINK "http://www.artgalleryimage.net/image/data/232/232817.jpg" \o "Alpheus and Arethusa" INCLUDEPICTURE "http://www.artgalleryimage.net/image/data/232/232817.jpg" \* MERGEFORMATINET Alpheus and Arethusa, Carlo Maratta (1625 - 1713) (1625-1713) 15. Tochter des Herilaos, Hyperes 1 oder Nereus (nach Muncker). Von Poseidon war sie Mutter des euboeischen Abas 3; Hygin fab. 157. 16. Nach Schol. und Eustath. Homer Od. 13,408 ist sie die Mutter des Korax auf Ithaka. Als ihr Sohn bei der Jagd tödlich verunglückte erhängte sie sich aus Schmerz bei der nach ihr benannten Quelle. 17. Tochter des Abas 3, Schwester des Dias 4, der das euboeische Athenai gründete; Ephoros bei Steph. Byz. 18. Die kretische Nymphe Arethusa, eine Tochter von Okeanos und Tethys, gebar dem Kreter Thersandros 2 am Fluss Lethaios den Hyllos 5, der vor Troia von Aineias getötet wurde; Quintus von Smyrna 10,82ff: „Nach ihm gab er den Tod Theresandros` streitbarem Sohne, Hyllos, dem er die Kehle durchstieß mit der spitzen Lanze. Schmerzlich beklagte den Helden Idomeneus, Herrscher in Kreta`s Meerumfluteten Lande, wo einst in Lethäos Gewässern Hyllos dem Schoß sich entwunden der göttlichen Nymph´ Arethusa.“ (Quintus von Smyrna: Die Fortsetzung der Ilias, in der Übersetzung von J. J. C. Donner. Stuttgart und Leipzig: Verlag von Wilhelm Rübling, ca. 1830.) RE II/1 681 19. Nereide, eine der 50 Töchter des Meeresgottes Nereus und der Meeresgöttin Doris 1. Meeresjungfrau, ein schönes edles Mädchen, das mit seinen Schwestern in Harmonie mit den Tieren die Meere bewohnt; nach Hygin. Lies Nereiden. 20. Vergil nennt eine Okeanide Arethusa, die aber mit Arethusa 14 nicht identisch ist; georg. 4,333ff: „Tief im Palaste des Flusses vernahm die Mutter den Anruf. Rings um sie saßen die Nymphen und zupften milesische Wolle, die überhaucht erschien von gesättigter glasgrüner Färbung, Drymo, Xantho, Ligéa, Phillódoke, deren gepflegte Haarlocken glänzend herabfielen über die schneezarten Nacken; weiter Nesaië und Speio, Kymódoke dann und Thaleía; auch Kydippe, ein Mädchen noch, und die blonde Lycorias, die schon die erste Bewährung Lucinas hinter sich brachte; Klio und Béroë, Schwestern, Okéanostöchter, mit goldnen Gürteln sie beide, auch beide in scheckige Felle gekleidet; Ephyra, Opis, dann Deiopéa vom asischen Sumpfe, schließlich noch Arethusa, die flinke, ohne die Pfeile. Eben erzählte in diesem Kreise Klymene, wie fruchtlos einst sich Vulcanus bemühte, wie Mars zur Geliebten sich listig schlich, wie die Götter, vom Zeitpunkt des Chaos an, Liebe genossen.“ [Vergil: Lied vom Landbau. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17506 (vgl. Vergil-W, S. 128-129) (c) Aufbau-Verlag] RE II/1 678ff.