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fama
FAMA „Gerücht“. Römische Personifizierung des Gerüchtes, Tochter der Gaia und letzte Schwester der Giganten, d. h. dass sie aus den Blutstropfen die aus dem abgeschnittenen Geschlechtsteil des Uranos auf die Erde tropften, entstanden ist. Homer, Ilias 2,93: „….. Es war ein Gerücht entbrannt unter ihnen, ….“, kennt noch keine Personifizierung des Gerüchts. Hesiod, erg. 763f, schreibt: „Nie nämlich verliert sich ganz ein Gerücht, das viele Menschen verbreiten; ja es ist selbst eine Art von Gott.“ Bei den Römern ist Fama bereits voll personifiziert; Vergil Aeneis 4,175ff: „Unverzüglich eilt Fama durch die großen Städte Libyens, Fama, ein Unheil, das an Schnelligkeit seinesgleichen nicht hat. Beweglichkeit ist ihre Stärke, und während sie umgeht, sammelt sie Kräfte. Klein bleibt sie am Anfang durch Furchtsamkeit. Bald erhebt sie sich in die Lüfte, breitet am Boden sich aus und verbirgt ihr Haupt im Gewölk. Die Mutter Erde hat sie geboren in erbittertem Zorn gegen die Götter als letzte Schwester, wie man erzählt, für Coeus und Enceladus, mit schnellen Füßen und behänden Flügeln, ein Scheusal, schrecklich und gewaltig. So viele Federn es an seinem Körper hat, so viele Augen wachen darunter, wundersam zu sagen, so viele Zungen, ebenso viele Münder sprechen, so viele Ohren richtet es auf. Nachts fliegt sie schwirrend zwischen Himmel und Erde durchs Dunkel und schließt nie die Augen zu süßem Schlummer. Bei Tag sitzt sie wie eine Wächterin entweder auf dem äußersten Dachfirst oder auf hohen Palästen und hält die großen Städte in Schrecken, so auf Lüge und Falschheit beharrend, wie sie auch Botin der Wahrheit ist.“ Bei Ovid met. 12,39ff bewohnt Fama mitten im Erdkreis, zwischen Land und Meer und Himmel, an einem Ort wo sie alles sieht und hört, ein Haus aus Metall, das alles wieder gibt was es hört, ein Haus mit tausend nie verschlossenen Zugängen und Luken. Nie ist Geschrei in dem Haus, nur leises Murmeln; met. 12,53ff: „Scharen erfüllen die Halle; da kommen und gehn, ein leichtes Volk, und schwirren und schweifen, mit Wahrem vermengt, des Gerüchtes Tausend Erfindungen und verbreiten ihr wirres Gerede. Manche von ihnen erfüllen mit Schwatzen müßige Ohren, Andere tragen dem Nächsten es weiter, das Maß der Erdichtung Wächst, und etwas fügt ein jeder hinzu dem Gehörten. Töricht Vertrauen ist da, da ist voreiliger Wahn, ist Eitle Freude, da sind die sinnverwirrenden Ängste, Plötzlicher Aufruhr und Gezischel aus fraglichem Ursprung.“