eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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menestheus 1,2,3
MENESTHEUS 1,2,3 1. Sohn des Peteos und der Polyxena 2, Tzetzes proleg. alleg. Il. 554 nennt sie Mnesimache 2; Pausanias 2,25,6; Homer Ilias 2,552. ….. Nach Plutarch war er der erste politische Demagoge. Während Theseus, König von Athen, mit Peirithoos im Hades festgehalten wurde, hetzte Menestheus das Volk gegen ihn auf. Der Adel war erzürnt, weil Theseus seine Regierung demokratisierte, zudem hatte sich Athen wegen der Entführung der zwölfjährigen Helene und deren Schwängerung durch Theseus die Feindschaft Spartas zugezogen. Als Kastor und Polydeukes, die Dioskuren und Brüder Helenes, in Attika eindrangen um Helene zu befreien, empfahl Menestheus den Athenern sich nicht zu wehren. Dafür setzten die Dioskuren ihn als König von Athen ein. Die Söhne des Theseus mussten flüchten. Als Theseus zurückkehrte vertrieb ihn Menestheus für immer. Manche glauben, dass er auch seine Hände im Spiel hatte, als König Lykomedes Theseus auf der Insel Skyros umbrachte. Menestheus war nun unumschränkter Herrscher. Er wurde einer der Freier der Helene. Mit 50 Schiffen nahm er am Kampf gegen Troia teil; Ilias 2,546ff: „Dann die Bewohner Athens, der wohnlichen Stadt, des Gebietes, das dem stolzen Erechtheus gehört, den einstmals Athene aufzog, die Tochter des Zeus - ihn gebar die nährende Erde -, und zu Athen in ihr reich begütertes Heiligtum setzte, wo ihn gnädig zu stimmen suchen mit Stieren und Widdern edle Jünglinge aus Athen im Kreislauf der Jahre: Ihr Befehlshaber war der Sohn des Peteos, Menestheus. Keiner der Sterblichen ließ mit ihm in der Kunst sich vergleichen, Rosse und schildgewappnete Männer zum Kampfe zu ordnen. Nestor allein wetteiferte mit ihm, war er doch älter. Fünfzig dunkle Schiffe beförderten sie und den Feldherrn.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4676 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 37 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Der Oberkommandierende der Griechen vor Troia, Agamemnon, beschimpfte Menestheus, den Sohn des Peteos; Ilias 4,326ff: „So sprach er, der Atride ging weiter freudigen Herzens. Auf den Sohn des Peteos, den trefflichen Reiter Menestheus, stieß er. Der stand noch, um ihn die Athener, gewärtig des Schlachtrufs. Ganz in der Nähe befand sich der Platz des klugen Odysseus. Ihn umgaben, gleichfalls stehend, die kraftvollen Reihen der Kephallenen; sie hatten noch nicht den Schlachtruf vernommen. Denn es erhoben sich eben erst gegeneinander die Treffen rossetummelnder Troer und Griechen. So warteten jene auf den Zeitpunkt, da eine andere Griechenkolonne gegen die Troer rücke, um selbst dann den Kampf zu beginnen. Bei dem Anblick begann Agamemnon, der Feldherr, zu schelten, und er sagte zu ihnen die flugs enteilenden Worte: »Sohn des Peteos, des zeusentsprossenen Herrschers, und du auch, glänzend in bösen Ränken, bedacht nur auf eigenen Vorteil: Warum drückt ihr euch vor der Schlacht und wartet auf andre? Solltet ihr doch in den Reihen der ersten die Stellung behaupten und euch stürzen in das heiße Getümmel des Kampfes! Werdet ihr ja als erste von mir auch zur Mahlzeit geladen, wenn wir Griechen ein Essen geben den edelsten Fürsten. Da verzehrt ihr gerne den Braten, trinkt gern auch die Becher honigsüßen Weines, solange ihr jeweils nur Lust habt. Heute säht ihr es gerne, wenn gar zehn Griechenkolonnen euch in den Kampf vorauszögen mit dem grausamen Erze!« Finsteren Blickes maß ihn der kluge Odysseus und sagte: »Sprößling des Atreus, welch ein Vorwurf entwich deinen Lippen! ….“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4731 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 71 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Trotz dieser Maßregelung war Menestheus ein tapferer Kämpfer. Beim Kampf um die Mauer kam er aber in Bedrängnis und suchte Hilfe; Ilias 12,330ff: „Gegen die Mauer rückten sie, Führer der lykischen Heerschar. Bei dem Anblick erschrak der Sohn des Peteos, Menestheus. Seinem Turme nahten sie nämlich, Verderben ihm drohend. Ausschau hielt er, längs der Mauer der Griechen, nach einem Feldherrn, der ihm das Unheil wehre von seinen Gefährten. Beide Aias sah er unermüdlich im Kampfe stehen, auch Teukros, der eben aus seinem Zelte hervorkam, ganz in der Nähe; doch konnte sein Ruf sie gar nicht erreichen: derart dröhnte der Lärm - bis zum Himmel drang das Getöse - von den getroffenen Schilden, den Helmen mit Roßschweif, den Toren; waren doch sämtliche Tore verrammelt, während die Troer, dicht vor ihnen, den Einbruch zu erzwingen versuchten. Da entsandte Menestheus zu Aias den Herold Thootes: »Laufe geschwind, du edler Thootes, und rufe den Aias - lieber jedoch gleich beide; das wäre ja weitaus am besten, da uns hier unmittelbar ein jähes Verderben bevorsteht. Derart wuchtig stürmen heran die lykischen Feldherrn, die auch sonst schon ungestüm tobten in blutiger Feldschlacht. Haben sie freilich auch dort schon erbitterten Kampf zu bestehen, komme doch wenigstens Aias allein, des Telamon tapfrer Sprößling, und Teukros schließe sich an, der Meister im Schießen!« So sprach er, und aufs Wort gehorchte der Herold dem Auftrag, eilte entlang an der Mauer der erzgepanzerten Griechen, trat zu den beiden Aias und sagte sogleich zu den Helden: »Euch, ihr Aias, ihr Feldherrn der erzgepanzerten Griechen, bittet der zeusbegünstigte Sohn des Peteos, am Kampfe dort zu beteiligen euch, und wäre es nur für ein Weilchen - beide zugleich am liebsten, das wäre ja weitaus am besten, da uns dort unmittelbar ein jähes Verderben bevorsteht. Derart wuchtig stürmen heran die lykischen Feldherrn, die auch sonst schon ungestüm tobten in blutiger Feldschlacht. Ist indessen auch hier erbitterter Kampf zu bestehen, komme doch wenigstens Aias allein, des Telamon tapfrer Sprößling, und Teukros schließe sich an, der Meister im Schießen!« So sprach er, …..“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 4999 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 226 ff.) (c) Aufbau-Verlag] ….. Den gefallenen Amphimachos brachte er mit Stichios vor Hektor sicher zu den Seien; Ilias 13,185ff: „Hektor durchbohrte die Brust dem Amphimachos - Enkel des Aktor, Sohn des Kteatos -, der voll Eifer ins Schlachtgewühl stürmte. Dröhnend schlug er zu Boden, ihm klirrten die Waffen am Leibe. Vor trat Hektor, von des tapfren Amphimachos Schädel abzureißen den Helm, der dicht um die Schläfen sich schmiegte. Während er vorlief, zielte Aias mit schimmernder Lanze auf ihn; doch keinerlei Blöße war zu erkennen, den ganzen Körper umhüllte das furchtbare Erz. Da traf er den Nabel seines Schilds, stieß fort ihn mit riesigen Kräften. Von beiden Toten wich Hektor zurück, es konnten die Griechen sie bergen. Den Amphimachos brachten ins Heer der Achaier die Feldherrn der Athener, Held Stichios und der edle Menestheus, aber den Imbrios beide Aias, zur Abwehr entschlossen.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5017 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 236-237) (c) Aufbau-Verlag] ….. Er war auch Heerführer; Ilias 13,689ff: „Auserwählte Athener fochten bei ihnen; Menestheus führte sie, Sohn des Peteos; ihm halfen Pheidas, der wackre Bias und Stichios. ….“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5043 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 251) (c) Aufbau-Verlag] ….. Hektor tötete den Gefährten des Menestheus; Ilias 15,328ff: „Troer erschlugen Achaier, nach Auflösung aller geschloßnen Reihen: Hektor den Stichios und den Arkesilaos; letzterer war der Feldherr der erzumschirmten Boioter, jener ein treuer Gefährte des mutbeseelten Menestheus.“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5096 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 281) (c) Aufbau-Verlag] ….. Bei Pausanias war er Insasse des hölzernen Pferdes. Er fiel im Endkampf um Troia. ….. Die Herrschaft in Attika übernahmen nun die Söhne des Theseus, Akamas 4 und sein Bruder Demophon 2. Andere Berichte lassen ihn nach Athen zurückkehren und seine Herrschaft fortsetzen, wieder andere auf der Rückfahrt von Troia Elaia gründen oder Herrscher von Melos werden. 2. Sohn des Klytios 6, Bruder des Akmon 3, Begleiter des Aineias auf seiner Fahrt nach Italien; Vergil Aen. 10,118ff: „Weiterhin blieben die Rutuler rings um die Tore im Angriff, töteten Troer, umgaben die Wälle mit lodernden Flammen; hinter den Schanzen sah sich die Schar des Aeneas umschlossen, hoffte nicht mehr auf Entrinnen. Die Armen standen auf hohen Türmen, in dünnem Verteidigungsring auf den Wällen, doch ohne Aussicht auf Sieg: Der Sprößling des Imbrasos, Asios; Thymoites, Sohn Hiketaons; die beiden Assarakos; Thymbris, der Alte, Kastor daneben, in vorderster Front; die Brüder Sarpedons, Klaros, Thaemon, Bundesgenossen aus Lykiens Bergen. Einen gewaltigen Felsblock, ein mächtiges Stück vom Gebirge, schleppte aus Leibeskräften Akmon herbei aus Lyrnessos, stark wie sein Vater Klytios und sein Bruder Menestheus. Wurfspieße hier, dort Steine dienten den Männern zur Abwehr, Brandsätze wurden geschleudert, man schnellte von Sehnen die Pfeile.“ [Vergil: Lied vom Helden Aeneas. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 17931 (vgl. Vergil-W, S. 384 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 3. Statius Theb. 6,660f erwähnt ihn als Argiver aus dem Heer der Sieben gegen Theben als Teilnehmer an den Leichenspielen zu Ehren des Archemoros. Er nennt ihn tapfer, aber dennoch unterliegt er bei den friedlichen Wettkämpfen.