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tros 1,2
TROS 1,2 1. Sohn des Erichthonios 2 und der Astyoche 8. Eponymer Heros der Stadt Troia und der Landschaft Tros. Gemahl der Kallirrhoe 3 oder der Akallaris, Vater des Assarakos, Ganymedes und Ilos 1. Apollodor 1,140: „Von den ihm geborenen Söhnen Ilos und Erichthonios starb Ilos kinderlos, Erichthonios aber empfing das Königtum, heiratete Astyoche, die Tochter des Simoeis, und zeugte Tros. Dieser übernahm das köniftum, nannte das Land nach sich Troia, heiratete Kallirrhoe, die Tochter des Skamandros, und zeugte die Tochter Kleopatra und die Söhne Ilos und Assarakkos und Ganymedes.“ (Apollodor von Athen: Bibliotheke, Götter und Heldensagen, übersetzt und herausgegeben von Paul Dräger. Düsseldorf / Zürich: Artemis & Winkler Verlag, 2005.) Nachdem die Götter seinen wunderschönen, ca. 12-jährigen Sohn Ganymedes geraubt und in den Olymp entführt hatten, suchte er natürlich den verschwundenen Sohn verzweifelt. Im Auftrag des Zeus brachte Hermes ihm die Nachricht von der neuen, göttlichen Funktion seines Ganymedes und als Entschädigung einige unsterbliche Pferde, bzw. einen goldenen Weinstock. …….. Kinderraub galt zu allen Zeiten als eines der größten Verbrechen, Kinderverkauf jedoch war in der Frühzeit der griechischen Geschichte eine Normalität; u. a. um kinderreichen Familien das Überleben zu sichern. …….. In einer der Triopassagen wird erzählt, dass Karkabos, der Sohn des brutalen Vaters Triopas, der Schreckensherrschaft seines Vaters mit Ermordung ein Ende bereitete. Vom Volk erhielt er dafür ein Ehrengeschenk, musste aber wegen göttlich verbotenem Vatermord fliehen. König Tros entsühnte ihn und schenkte ihm ein Stück Land. Karkabos gründete die Stadt Zeleia. Diese Sage ist eine der vielen mythischen Reaktionen auf die thessalische Kolonisierung dieser Gegend. 2. In der Ilias 20,463 nennt Homer einen Tros als Sohn des Alastor 7, der im Kampf um Troia von Achilleus getötet wurde: „Tros, der Sohn des Alastor, kam ihm nahe und wollte kniefällig flehen um Schonung, Gefangennahme, Entlassung: Mitleid möge er hegen für ihn, den Altersgenossen - töricht! Er ahnte nicht, daß er niemals ihn umstimmen würde. Denn der Pelide war nicht milden und sanften Gemütes, sondern vor Wut entbrannt. Schon wollte die Knie er umfassen, um ihn zu bitten; da stieß ihm Achilleus das Schwert in die Leber; diese quoll aus der Wunde, es tropfte das Blut von ihr nieder, tränkte das Panzerhemd unter dem Gürtel; des Sterbenden Augen brachen. ……..“ [Homer: Ilias. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5289 (vgl. Homer-W Bd. 1, S. 389-390) (c) Aufbau-Verlag]