eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
die göttinnen und götter und ihre nachkommen
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artemis
ARTEMIS Die „Schönste“. Tochter der Leto und des Zeus, Göttin der Jagd, der Jungfräulichkeit, Todesgöttin, Herrin der Tiere, jungfräuliche Geburtshelferin, todbringende und Leben gebende große Göttin, Göttin der Ruhe (und Erholung) im Wald. Ihre Verehrung ist bereits im mykenischen Hellas bezeugt. Die unnahbare Jungfrau, die bogenbewehrte Jägerin und Todesgöttin sind nur Teilaspekte eines aus dem Kultbestand erschließbaren weitaus umfasserenden Wesens. In ihrer Ausprägung war sie stark mannweiblich, aber, trotz ihrer Strenge und Wildheit, ebenso knabenhaft, wie eben jenes Mädchenalter ist, das sie beschützt. (Die kleinen Dienerinnen der Artemis, neunjährig bis zum Brautalter, wurden in Athen ‚arktoi‘, Bärinnen, genannt und mussten sich zur Keuschheit verpflichten). Artemis selbst muss irgendwann einmal als Bärin gegolten haben (im keltisch-illyrischen Bereich hieß die Bärengöttin Artoi). Artemis war, wie ihr Bruder Apollon, keine urgriechische Göttin. Etymologische Untersuchungen beweisen, dass sie, aus vielen Faktoren zusammengewachsen, ursprünglich aus dem Osten zugewandert ist. In einer kaum überschaubaren Vielfalt wurde sie in allen Regionen des griechischen Kulturraumes in Tempeln verehrt, in Kulte und Feste einbezogen, in schönsten Statuen dargestellt und auf Vasen u. dgl. abgebildet. ….. Um diese Göttin ranken sich eine Vielzahl von Geschichten, die in verschiedensten Variationen überliefert wurden – Niobe >, Kallisto >, Prokris >, Otos >, Orion >, Agamemnon <, Aktaion > u. a., sie werden bei der jeweiligen Sagengestalt erzählt. Die Römer haben ihre Göttin Diana, ursprünglich eine Beschützerin des weiblichen Wesens, dann auch Vegetationsgöttin und Göttin der Tiere und schließlich Göttin der Jagd, bereits sehr früh mit Artemis gleichgesetzt. 3. Hymnus: Auf Artemis 13ff: "Und gib mir als Tanzgefährtinnen sechzig Okeanostöchter, allesamt neunjährig, allesamt noch Kinder ohne Gürtel. Und gib mir als Mägde zwanzig Nymphen, Töchter des Amnisos, die mir die Jagdstiefel und, wenn ich von der Jagd auf Luchse, auf Hirsche ablasse, die schnellen Hunde gut versorgen können." [Kallimachos: [Lyrik]. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 6198 (vgl. Griech. Lyrik, S. 314) (c) Aufbau-Verlag] …………………….. 34. Hymnus auf Diana Dianae sumus in fide Zücht'ge Mädchen und Knaben: wir, Die im Schutze Dianas stehn, Ihr zum Preise laßt alle uns Unsre Stimme erheben! Letos Tochter du, Götterkind, Sproß aus Jovis erhabnem Stamm, Du, am Fuß des Olivenbaums Einst in Delos geboren, Grünen Wäldern und Bergeshöhn Vorbestimmt zur Gebieterin, Tief verborgener Triften Hort Und erbrausender Ströme! Fraun im Kreißen in ihrer Not Rufen dich als Lucina an, Trivia heißt du, im Licht, erborgt, Leuchtend bist du uns Luna. Du, o Hehre, auf deiner Bahn Teilst in Monde des Jahres Kreis, Füllst die Scheuern des Ackermanns Reich mit Früchten des Feldes: Sei in jeder Gestalt verehrt, Und beglücke mit deiner Huld, Wie du immer zuvor getan, Rom und seine Bewohner! [Catull: Gedichte. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 10960 f (vgl. Catull-G, S. 32)]