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palaimon 1,2,3,4,5
PALAIMON 1,2,3,4,5 „Der Ringer“. „Der Kämpfer“. 1. Beiname des Herakles wegen seines Ringkampfes mit Acheloos (Acheloos verwandelte sich während des Kampfes in einen Stier und Herakles riss ihm ein Horn aus.) bzw. Zeus. 2. Sohn des Herakles von Autonoe 4, der Tochter des Peireus; Apollodor 2,166. Nach Pherekydes frg. 76 ist Palaimon ein Sohn des Herakles und der Iphinoe 5, der Witwe des Antaios. ….. Die Stammsage: Antaios, „der Begegnende“, war ein libyscher, später mauretanischer Riese, die älteste Spur der Sage weist nach Kyrene. Offensichtlich wurde er als Geist gedacht, denn auch Geister „begegnen“ den Menschen. Er war ein Sohn der Gaia, Poseidon wurde als Vater genannt. Mit seiner Frau Tinge zeugte er eine Tochter Barke 1 / Alkeis. In Mauretanien gründete er eine Stadt und benannte sie nach seiner Frau Tinge Tingris - das heutige Tanger. Alle Freier die bei Antaios um die Hand seiner Tochter anhielten nötigte er zum tödlichen Ringkampf weil er so lange unbesiegbar war, wie er mit seinem Körper seine Mutter, die Gaia, die Erde, berührte. Die Schädel der Getöteten verwendete Antaios als Dachziegel für den Tempel seines Vaters Poseidon. Herakles kam bei der Erfüllung seiner 12 Arbeiten nach Tingris, stellte sich zum Kampf, hob Antaios auf und erdrückte ihn (Sinnbild der Kraft, die der Mensch aus der Erdverbundenheit schöpfen kann. Wer sie verliert, wird verletzbar.). Pindar Isthmische Oden 4,52-55: „So kam wohl auch einmal aus dem Theben des Kadmos in das Haus des Antaios ein Mann kurz an Gestalt, aber unbeugbar in seinem Mut, zum Kampf in das weizentragende Libyen, um jenem Einhalt zu tun, der den Tempel Poseidons mit den Schädeln der Fremden einfasste: es war der Sohn der Alkmene: …..“ (Pindar: Oden I – IV, in der Übersetzung von Eugen Dönt. Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH & Co., 1986.) ….. Nach diesem Kraftakt legte sich Herakles hin und schlief ein. Sofort erschienen winzigkleine Pygmäen. Auch sie waren, wie Antaios, Kinder der Gaia, also der Erde entsprossen und somit seine Brüder. Herakles war für sie ein gewaltiger Riese. Um den Bruder zu rächen fuhren sie Kriegsgerät auf und wollten ihn bekämpfen. Herakles erwachte, lachte, fing einige, steckte sie in sein Löwenfell und nahm sie mit nach Mykene (Vergleiche: Gullivers Reisen). ….. Herakles nahm sich die Witwe des Antaios, Tinge, und zeugte mit ihr den Sophax. Die späteren mauretanischen Herrscher leiteten ihren Machtanspruch als Nachkommen des Sophax von Herakles ab; nur Pherekydes nennt als Frau des Ankaios die Iphinoe 5. 3. Argonaut. Man nennt ihn auch Palaimonios. Als Väter werden Lernos 2 oder Aitolos genannt. Sein wirklicher Vater war jedoch Hephaistos; Apollodor 1,112. Apollonios v. Rh. 1,202ff. 4. Sohn des Priamos; Hygin fab. 90. 5. Ino, die Tochter des Kadmos und der Harmonia, zweite Gemahlin des Athamas, Mutter von Learches und Melikertes, wurde mit der Meeresgöttin Leukothea gleichgesetzt. Athamas verstieß seine erste Frau, die Wolke Nephele, und heiratete Ino (lies Athamas > und Phrixos >). Hera erzürnte. Ino bekam zwei Söhne. Bald nach der Geburt ihres zweiten Sohnes schickte Hera die grauenhafte Unheilsbotin Tisiphone und schlug Athamas und Ino mit Wahnsinn, Ovid met. 4,481 ff. Athamas glaubte eine Löwin mit zwei Jungen vor sich zu haben, riss seinen kleinen Sohn Learches von der Brust der Mutter und zerschmetterte das Kind an einer Felswand. Ino flüchtete mit dem zweiten Sohn, dem kleinen Melikertes, aber Athamas verfolgte sie. In heller Verzweiflung eilte sie zum Molurischen Felsen am Isthmos von Korinth und sprang, das Kind auf dem Arm, in die Brandung des Saronischen Golfes. Aphrodite, sie konnte gegen Hera ihrer Enkelin und ihrem Urenkel nicht helfen, bat Poseidon die beiden in die Reihen seiner Gottheiten aufzunehmen. Er entsprach der Bitte und verwandelte Ino in die Meeresgöttin Leukothea und Melikertes in den Meeresgott Palaimon. In einer anderen Version wird Ino bestraft, weil sie Klein-Dionysos in Pflege nahm und Dionysos erhob sie und Melikertes zu Göttern. In der darstellenden Kunst ist Melikertes/Palaimon „der kleine Knabe auf dem Delphin“.