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tantalos 1,2,3,4
TANTALOS 1,2,3,4 1. Seine Geschichte wird bei „DIE TANTALIDEN-SAGE“ erzählt. …………………….. Sohn der Pluto 2 und des Zeus oder des Tmolos, des Berggottes des gleichnamigen lydischen Berges. Von seinen Ehefrauen Euryanassa 2, Eurythemiste 1, Klytia 5 oder Dione 2 ist er der Vater von Niobe, Pelops, Broteas 1, Eleios 5 und Daskylos 1. Seine Mutter wird auch als seine Gemahlin genannt. Mit ihr soll er den Atlas gezeugt haben. Tantalos war König von Sipylos in Lydien. Einige zählen ihn zu den Giganten. Sein Name, abgeleitet von „tal“ (=tragen), weist ihn als sehr frühen Berggott aus, bedeutete aber „der Wagemutige“. ….. Weil der Berg Tmolos reich an Gold- und Silbervorkommen war, galt Tantalos als sehr vermögend. Aischylos, Niobe: Tantalos (spricht):„Ein Feld besä ich von zwölf Tagesreisen Wegs, Berekynthisch Land, wo Adrasteias Wohnsitz und Der Ida dem Stiergebrüll und dem Geblök Ertönt der Schafe; laut erbraust dort alles Land.“ (Aischylos, Tragödien und Fragmente. Herausgegeben und übersetzt von Oskar Werner. Ernst Heimeran Verlag, 1. Ausgabe, Seite 617. München, 1957) ….. Dadurch erfreute er sich (wie auch heute noch in allen Religionen) der Gunst der Götter und wurde als Sterblicher von Zeus in den Olymp an den Tisch der Götter zum Schmause geladen (= Privataudienz). Tantalos aber, primitiv, zeigte sich dieser Gunst unwürdig. Er stahl den Göttern Nektar und Ambrosia, die Götterspeise, und schenkte sie Freunden. Er gab am Göttertisch Erlauschtes an die Menschen weiter und wollte so die Geheimnisse der Unsterblichkeit verraten. Zudem forderte er von Zeus „ein Leben wie die Götter“, eine gottlose Anmaßung. Bei einem der göttlichen Gelage auf dem Olymp sprach Tantalos eine Gegeneinladung aus. Dankend nahmen die Göttlichen an. Fröhlich und scherzend erschienen sie am vereinbarten Tag im Palast des Tantalos in Sipylos. Tantalos jedoch, in der Absicht die Weisheit der Götter zu testen, schlachtete seinen Sohn Pelops und setzte den Olympiern, als sie an der Tafel Platz nahmen, den mit Gemüse zu einem Eintopf gekochten Jugendlichen vor. Demeter, in Gedanken versunken, weil ihre Tochter Persephone verschwunden war, aß ahnungslos ein Schulterblatt. Die anderen erkannten sofort den grauenhaften Frevel und waren heillos entsetzt. Rhea, die große Göttin, gnädig, setzte Pelops wieder zusammen. Nur – ein Schulterblatt fehlte, Demeter hatte es ja irrigerweise verspeist. Sie gab Hephaistos, dem Handwerker, ein Stück Elfenbein und den Auftrag sofort ein Schulterblatt zu schnitzen und einzubauen (1. Prothese, dadurch wurde Hephaistos zum Gott der Prothesenhersteller). Der Göttliche schuf ein Neues, ein Steriles, und setzte es dem Zusammengesetzten ein. Komplikationen wurden keine überliefert. Hermes hauchte ihm neues Leben, oder, wie man auch erzählte, er lebte noch, weil Klotho, nur sie schneidet den Menschen den Lebensfaden ab, seinen Tod noch gar nicht beschlossen hatte. So frisch zusammengesetzt entstieg Pelops dem Kochtopf und mit diesem neuen Schulterblatt - Ovid met. 6,404ff: „………………………..als er das Kleid von dem Busen Wegzog, Elfenbein ließ sehn an der linken der Schultern. Die war früher, zur Zeit der Geburt, gleichfarbig der rechten Schulter und auch von Fleisch. Bald, heißt es, zerstückt von dem Vater, Wurden die Glieder vereint von den Göttern, und alles das andre Fanden sie, aber das Stück, das zwischen dem Arm und dem Hals ist, Fehlete. Elfenbein ward an des verlorenen Teiles Stelle gesetzt und dadurch Pelops geheilt und gerettet.“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12737 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 143) (c) Aufbau-Verlag] Jetzt war er schöner denn je, schon männlich und dennoch noch lieblich in seiner Jugendlichkeit – unwiderstehlich, Poseidon hat sich auf der Stelle in ihn verliebt. ............... Erklärender Einschub: Die Menschen der Urzeit haben alles nur Erdenkliche in Göttliche oder Menschen personifiziert: Die Liebe wurde zur Göttin Aphrodite, die Erde zur Gaia, das Meer zu Poseidon u.s.w. Ebenso die Halbinsel Peloponnes, sie wurde zum Prinzen Pelops. Auf Grund ihrer Form hat diese Halbinsel im Verhältnis zu ihrer Fläche überdurchschnittlich viel Küste, also wird sie, personifiziert zum schönen Jüngling, vom Meer, personifiziert zum Poseidon, überdurchschnittlich viel umspült, = „geliebt“, und mit Fischreichtum und Naturschönheit beschenkt. Dieser Umstand gibt der dichterischen Phantasie enorm viel Spielraum, speziell dann, wenn menschliche Verhaltensweisen in diese Personifizierungen hineinreflektiert werden. Wenn Pelops nun bei Pindar Olympische Ode 1,3 den Poseidon mit den Worten „Höre mich, Poseidon, wenn jemals du Freude durch meine Liebe erfuhrst und durch meine süßen Gaben .....“, oder, nach neuerer Übersetzung von Eugen Dönt, „Wenn die lieblichen Gaben der Kypris Dank im Gefolge haben, ..“, um etwas bittet und Poseidon der Bitte entspricht, „Dank abstattet“, dann wird gleichgeschlechtliches männliches Gedankengut in dichterischer Freiheit in die Götterwelt reflektiert und heute meistens, gemäß unseren vereinfachenden und oft deformierten Denkformen, leider, als aktive Homoerotik oder Päderastie aufgefasst und missverstanden = Legitimierung von eigenem Sexualverhalten durch Reflektierung in die Götterwelt. .............. In früheren dichterischen Versionen wird Tantalos, der ruchlose Mörder seines Sohnes und Frevler, - von Zeus auf der Stelle in den Weltraum geschleudert und kreist dort unter der steten Bestrahlung der Sonne, - an den Händen gefesselt und für alle Zeiten an eine Felswand gehängt, - oder muss, wie Atlas, den Himmel tragen. Bei späteren Dichtern, auch bei Homer Odyssee 11.582ff, warf er ihn in den Hades. Bis in alle Ewigkeit muss er dort Höllenqualen erleiden. „Die Qualen des Tantalos“: Homer, Odyssee 11,582ff: „Tantalos sah ich desgleichen. Er stand in bitteren Qualen mitten in einem Teiche; sein Kinn umspielten die Wellen. Lechzend wollte er trinken, doch konnt er kein Wasser erhaschen. Denn sooft sich der Alte, vom Naß zu schlürfen, auch bückte, zog sich das Wasser zurück und verschwand, und unter den Füßen tauchte der düstere Grund auf; die Gottheit legte ihn trocken. Ragende Bäume ließen herniederhängen die Früchte, Birnen, Granaten und Äpfel mit prächtig beladenen Ästen, köstliche Feigen, dazu noch Oliven in prangender Fülle. Richtete sich der Alte empor, von den Früchten zu pflücken, peitschte ein Windstoß die Zweige hinauf zu den schattenden Wolken. [Homer: Odyssee. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 5746f (vgl. Homer-W Bd. 2, S. 181) (c) Aufbau-Verlag] Zudem hängt über ihm an einem hauchdünnen Faden ein riesiger Stein der jederzeit herunterfallen und ihn zerschmettern könnte. Man erzählt aber, dass, als Orpheus im Hades himmlische Gesänge erklingen ließ um seine von ihm über alles geliebte Eurydike in das Leben zurückzuführen und alle Höllengeister von der herrlichen Musik entzückt und leicht entrückt waren, Tantalos einmal ein Schinkenbrot erwischt habe. ….. Sein Grab sah Pausanias 2,22,3 am Sipylos und bezeichnete es als „bemerkenswert“. ….. Nach dem Tod des Tantalos wurde Pelops König von Lydien, aber Tros 1, der Enkel des Dardanos 1, vertrieb ihn. ….. TANTALOS GILT ALS DAS SINNBILD DES ALLZU-WAGEMUTIGEN UND DES SICH-ALLZUVIEL-WÜNSCHENDEN, DER SCHEITERN MUSS, DER VON DEN GÖTTERN FÜR SEINE UNVERHÄLTNISMÄSSIGKEIT BESTRAFT WIRD. (Vergleiche mit den Ausfallsraten bei den Menschen die zuviel wagen, die ihre Grenzen überschreiten und sich anmaßen „nach den Sternen zu greifen“: Motorradfans, Extrembergsteiger, Autoraser u. ä. und die Drogenproblematik im Spitzensport; allzu viele von ihnen werden „in den Hades geworfen“ oder „in das Weltall geschleudert“.) 2. Sohn des Broteas 1, Enkel des Tantalos 1, erster Gatte der Klytaimestra. Bevor Agamemnon um die Hand der Klytaimestra anhielt, erschlug er ihren Gatten Tantalos 2 und tötete ihr Söhnchen, indem er es auf die Erde schleuderte. (In dieser Geschichte dürften sich Ereignisse widerspiegeln die geschahen als Männerhorden, Abspaltungen von sich teilenden Volksstämmen, in Griechenland einwanderten, Dörfer überfielen, die Männer ermordeten und die Witwen zur Ehe zwangen). Seine Gebeine sollen in Argos unter dem Sockel der die Statuen der Artemis, des Zeus und der Athene trug bestattet worden sein; Pausanias 2,22,2. Euripides: Iphigenie in Aulis. Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 3883 (vgl. Euripides-W Bd. 3, S. 49) (c) Aufbau-Verlag: KLYTAIMESTRA. So höre! Offen will ich reden, nicht den Kern verschleiern mehr, gleich einem Rätsel. Anfangs schon - um dies zunächst dir vorzuhalten - nahmst du mich zum Weibe wider meinen Willen, mit Gewalt, nachdem du meinen ersten Gatten Tantalos erschlagen, rissest roh mein Kind mir von der Brust und stürztest, als dein Beutestück, es jäh zu Boden. Da zogen, hoch zu Rosse strahlend, meine Brüder, die Dioskuren, gegen dich zum Kampf; doch auf dein Flehen bot Tyndareos, mein greiser Vater, dir Schutz, und du erhieltest wieder meine Hand. Ich habe mich mit dir versöhnt […].“ 3. Sohn der Niobe und des Amphion; Apollodor 3,45. Ovid met. 6,221ff: „Mutige Rosse besteigt von den sieben Söhnen Amphions Dort ein Teil, und von tyrischem Stoff rotglänzenden Rücken Sitzen sie auf und lenken von Gold schwer wiegende Zügel. Jetzt, wie einer davon, den einst als früheste Bürde Niobe trug, Ismenos, den Lauf des trabenden Tieres Hielt im gemessenen Kreis und das schäumende Maul ihm bezähmte, Rief er »Wehe mir!« aus und trug in der Mitte des Busens Haftenden Pfeil, und aus sterbender Hand loslassend die Zügel, Sank er vom Bug rechtshin allmählich hinab auf die Seite. Sipylus, diesem zunächst, der hörte das Klirren des Köchers, Floh, die Zügel verhängt, wie der Steuerer, ahnend das Wetter, Flieht, wenn er schaut das Gewölk, und alle die hangenden Linnen Läßt von den Rahen herab, auf daß kein Lüftchen entschlüpfe. Aber der Jagende ward von dem unentrinnbaren Pfeile Dennoch erreicht, und zitternd am Schaft saß oben im Nacken Fest das Geschoß, und nackt stand vor aus der Kehle das Eisen Vorgeneigt wie er war, stürzt über die Mähn am gestreckten Hals er hinab und befleckt mit warmem Blute die Erde. Tantalus, der von dem Ahn den Namen geerbt, und der arme Phaedimus hatten gerad, einstellend bisherige Übung, Sich zu der Jünglinge Lust, zum glänzenden Ringen, gewendet, Und schon hielten sie sich und rangen in enger Umschlingung, Brust anstemmend an Brust, als, sausend vom schnellenden Strange, So wie sie waren verschränkt, ein Pfeil durchbohrte die beiden. Beide stöhnten zugleich; die im Schmerz sich windenden Glieder Ließen sie sinken zugleich und verdrehten, gestreckt an den Boden, Sterbend die Augen zugleich und verhauchten die Seele gemeinsam. Diese gewahrt Alphenor, und wund sich schlagend den Busen, Eilt er hinzu, im Umfangen erkaltete Glieder zu heben. Er auch fällt bei dem Liebesdienst; denn der delische Jüngling Bohrt in die innerste Brust ihm das unheilschwangere Eisen. Als es entzogen, geht einen Stück von der Lunge, am Haken Haftend, heraus, und das Blut strömt aus in die Luft mit dem Leben. …..“ [Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses). Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos, S. 12727 (vgl. Ovid-W Bd. 1, S. 137 ff.) (c) Aufbau-Verlag] 4. Aglaos 1 war ein Sohn des Thyestes und der Laodameia 8, Bruder von Kallileon / Kalaos und Orchomenos 5. Während der Auseinandersetzungen um den Thron von Mykene schlachtete Atreus, der Bruder des Thyestes, seine drei kleinen Neffen und setzte sie dem Vater gekocht vor; Apollodor E2,13; lies „Die Tantaliden-Sage“ >. Seneca nennt in seinem Drama „Thyestes“ die Kinder des Thyestes Plisthenes und Tantalus.