eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
die göttinnen und götter und ihre nachkommen
home
genealogie
entstehung
lexikon
galerie
infos
kontakt
Die vorliegende Fassung der Texte ist nicht redigiert! Informationen dazu finden sie
hier
.
minos 1,2,3
MINOS 1,2,3 1. Sohn des Zeus und der Europa 1, den er nach dem „Raub der Europa“ auf Kreta gezeugt hat, Bruder von Sarpedon 1 und Rhadamanthys. Als Zeus sich zurückzog verheiratete er Europa mit Asterion 5, dem König von Kreta, der die drei Brüdern adoptierte und sie, weil er selbst keine Söhne hatte, in die Thronfolge einsetzte. ….. Minos ist der sagenberühmte kretische König, nach dem die Archäologen die kretische Kultur von der Mitte des 3. Jt. bis zum Ende des 2. Jt., aufgeteilt in früh-, mittel- und spätminoisch, benennen. Die Frage nach der Herkunft des Minos gab der Wissenschaft die Möglichkeit für viele Antworten; ebenso die sprachwissenschaftliche Deutung seines Namens. Genau so ungeklärt bleibt die Frage: „War Minos Gott oder Mensch ?“ (Vergleiche mit dem Streit in der christlichen Religion um den Arianismus auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. und die Entscheidung von Kaiser Konstantin mit ihren weit reichenden Folgen.). Die Minos umgebenden Sagen stellen ihn jedoch in ein Verhältnis der besonderen Innigkeit zu Zeus. Zeus ist sein Vater, er erzieht ihn, beruft ihn zum Königtum, legt für seine Vaterschaft Zeugnis ab, erfüllt sein Gebet um Rache an Athen (lies Androgeos>), trifft sich mit Minos alle 9 Jahre zu einem „Plauderstündchen“, vermittelt durch ihn die erste Gesetzgebung an die Menschheit und verleiht ihm das höchste Amt des Totenrichters. Bei den beiden letzten Punkten mit Mitwirkung seines Bruders Rhadamanthys. In der Überlieferung erscheint Minos nie als Gott, sein Menschen- und Heroentum werden bewusst betont. Seine Mutter ist immer Europe 1(siehe Europe 1>). Sein irdischer Vater, lies Asterion>. ……… In der Regel wird Pasiphae, eine Tochter des Helios, als seine Frau angegeben. Die Schriftsteller haben ihnen die Kinder Ariadne, Euryale 2, Deukalion 1, Glaukos 23, Katreus, Androgeos 1, Phädra, Molos, Xenodike und Akakallis 1 zugeschrieben. Asklepiades von Tragilos berichtet, Minos habe Krete, die Tochter von Asterion 5 und Europa, also seine (Halb-)Schwester geheiratet. Itone, sie wird als erst Frau des Minos bezeichnet, schenkte ihm Lykastos 1, der von Ide wieder einen Sohn Minos 2 hatte. Mit einigen Nebenfrauen hatte Minos ebenfalls Kinder: Pareia 2, auch Paria genannt, eine Nymphe und Tochter der Themis 1 und des Zeus, schenkte ihm Eurymedon 9, Nephalion, Chryses 4 und Philolaos. Mit Dexithea, auch Dexione oder Dexithone genannt, zeugte er in Keos den Sohn Euxantios, den Stammvater der Euxanthiden. Zweifelhaft ist seine Vaterschaft bei Iasion 1, den er mit der Nymphe Phronia gezeugt haben soll. Normalerweise wird Iasion als Sohn des Katreus und damit Enkel des Minos angegeben. Nonnos nennt Asterios(n) 6 als Sohn des Minos mit Androgeneia als Mutter. Minos hatte auch Kinder deren Mütter nicht bekannt sind: Molos, Pholegandros, Kleolaos und Saturia 1. In nicht überlieferten Sagen muss Minos noch viele weitere Kinder gehabt haben; Diodor 4,60,4. Apollodor 3,197 erzählt auch, dass er sich so lange mit vielen Frauen vergnügt habe, bis seine Gemahlin Pasiphae, als Heliostochter mit Zauberkünsten vertraut, ihn mit einer merkwürdigen Krankheit belegte – alle Frauen die sich ihm hingaben wurden anschließend von wilden Tieren zerrissen. Erst Prokris, die wegen Ehebruch Athen verlassen musste, heilte ihn mit einem Trank der Kirkewurzel und vergnügte sich dann mit Minos; lies Kephalos 1 >. ……. Echemos FHG4,403 erzählt, dass Minos und nicht Zeus Ganymed entführt hat. Diese Geschichte wurde von anderen Schriftstellern bis in das romanhafte ausgemalt und weiterentwickelt. Zenis von Chios berichtet von der Liebe des Minos zum schönen jungen Theseus. Seine Leidenschaft für Miletos (lies Miletos>) führte zum Zerwürfnis mit seinen Brüdern, die ebenfalls in diesen „schönen Jüngling“ (=Stadt Milet) „verliebt“ waren. ….. Asterion hat vor seinem Tod sein Reich, die Insel Kreta, unter den drei Ziehsöhnen Minos, Sarpedon und Rhadamanthys aufgeteilt. Die sozusagen gleichgeschlechtlichen Verliebtheit der Brüder in Miletos, „Die Liebe der drei Brüder zu Miletos“, ist tatsächlich das politische Verlangen der Teilbereiche nach Zusammenarbeit mit dem Festland. Der schöne Jüngling Miletos (= die Stadt Milet) entscheidet sich für Sarpedon (= der von Sarpedon regierte Teil Kretas) als Liebhaber (= zur Zusammenarbeit). Minos, eifersüchtig auf das Liebespaar (auf die beschlossene Zusammenarbeit), erklärt Sarpedon den Krieg, vertreibt ihn von Kreta und übernimmt nach der Ausschaltung des Rhadamanthys die Alleinherrschaft auf der Insel (Zepter des Zeus). …… Der Herrschaftsbereich des Minos umfasste bis auf die Städte Polichne und Praisos die ganze Insel Kreta. Als seine Residenz galt Knossos, das er, wie Phaistos, Kydonia u. a. gegründet haben soll. Rhadamanthys war Richter und Verwalter einiger dieser Inseln. Der Herrschaftsvorrang des Minos spricht sich schon in dem ihm von Zeus verliehenen goldenen Zepter aus. Mit dem Beginn seiner Regierung verknüpft die Sage ein Stieropfer. Minos bittet Poseidon um einen Opferstier. Poseidon schickt aus den Fluten des Meeres einen Stier, den Minos, weil das Tier so göttlich schön ist, nicht opfert, sondern behält. Poseidon, erzürnt über diesen Frevel, bittet Aphrodite um Hilfe. Die Liebesgöttin schickt ihren Sohn Eros – ein Pfeil, und die Gattin des Minos, Pasiphae, erglüht in heftigem Liebesverlangen nach dem Stier (lies Daidalos> und Pasiphae>). Minos wurde im Altertum wegen seiner engen Beziehung zu Zeus als Idealtyp eines Königs betrachtet; Hom. Od. 19,178 f: „es herrschte dort Minos jeweils für 9 Jahre, des Zeus, des großen, Vertrauter“. Zeus erzog Minos selbst und lehrte ihn jene sittliche Tüchtigkeit, auf Grund der er ein Volk führen und ihm Gesetze geben konnte. Den gleichen Zweck erfüllten später die alle neun Jahre wiederkehrenden göttlichen Plauderstündchen. Eine Version erzählt, dass Minos sich für neun Jahre auf den Berg Ida zurückgezogen und in der Zeusgrotte gewohnt habe, um mit der Eingebung von Zeus die für die Menschen gültigen Gesetze niederzuschreiben (vergleiche mit Moses). Diese Gesetzgebung soll die älteste der Menschheit sein; Lykurgos und Numa hätten von ihr gelernt (Vergleiche mit der Gesetzesstele des Hamurabi, ca. 1800 v. Chr., heute im Louvre in Paris.). Minos galt auch als erster Besitzer einer großen Flotte und als erster Beherrscher des Meeres. Seine Flotte war der Schutzschild Kretas, Knossos hatte keine Stadtmauer. Er vertrieb die Seeräuber von den Kykladen oder zwang sie in seine Dienste, besiedelte viele Inseln und setzte seine Söhne als Statthalter ein. Das häufige Vorkommen des Namens Minoa beweist Flottenstützpunkte auch außerhalb der Kykladen (= Verbreitung der minoischen Hochkultur). Seine Beziehung zum griechischen Festland, Fütterung des Minotauros mit athenischen Kindern u.s.w. – lies Androgeos>, Nisos>, Skylla>, Aigeus> und Theseus >. ……. Sein Ende fand Minos bei der Verfolgung des Daidalos, der, von Minos im Labyrinth eingesperrt, sich durch den Flug mit selbstgebauten Flügeln befreite und nach dem Tod seines Sohnes Ikaros in Kamikos (heute Caltabellotta) auf Sizilien landete und vom König Kokalos aufgenommen wurde. Mit einer Heerschar verfolgte König Minos Daidalos nach Sizilien und forderte von König Kokalos die Herausgabe des Geflüchteten. Freundlich empfing Kokalos seinen Gast, lud ihn zu einem Gastmahl und wollte weder Krieg mit Minos, noch Daidalos, den großen Erfinder, ausliefern. Kokalos´ Töchter, sie liebten Daidalos, weil er ihnen automatische Puppen gebaut hatte, bereiteten dem königlichen Gast vor dem Mahl ein Bad und verbrühten ihn dabei tödlich. Bei Diodor 4,79 bringt Kokalos Minos persönlich im Bade um. Eine Ausrede heuchelnd übergab Kokalos den Leichnam des Minos dem wartenden kretischen Heer. Man glaubte ihm aber nicht und belagerte fünf Jahre lang vergeblich die Stadt Kamikos. Während dieser Jahre bauten die Kreter die Stadt Herkulea Minoa, deren Reste heute noch an der Südküste von Sizilien zu bewundern sind. Die Leute des Minos bestatteten ihren König prunkvoll in einem Tempelgrab; ein solches wurde bei Knossos entdeckt und ist das einzige fürstliche Mausoleum der jüngeren Palastzeit. Bei der Gründung von Akragas (heute Agrigento), ca. 600 v. Chr., sollen die Gebeine des Minos den Kretern zurückgegeben worden sein. ……. Diese Kokalos/Minos/Daidalos–Sage wurde von Sophokles in den Kamikioi und von Aristophanes im „Kokalos“, das Stück wurde im Jahre 388 v. Chr. uraufgeführt, bearbeitet. ………. In der Welt der Schatten setzte Minos seinen Beruf als königlicher Oberrichter in der Form des obersten Totenrichters, der über das Leben der Verstorbenen ein Urteil fällt, gemeinsam mit seinem Bruder Rhadamanthys und Aiakos fort. Homer Odyssee 11,568ff: „Minos gewahrte ich da fürwahr, den strahlenden Zeussohn, Der mit goldenem Zepter Recht sprach über die Toten, Sitzend, die um ihn fragten den Herrscher nach ihrem Urteil, Sitzend und stehend im weit geöffneten Haus des Hades.“ Platon, Gorgias 524a: „Diese also sobald sie nun werden gestorben sein sollen Gericht halten auf der Wiese am Kreuzwege, wo die beiden Wege abgehn, der eine nach der Insel der Seligen, der andere nach dem Tartaros. Und zwar die aus Asia soll Rhadamanthys richten, und die aus Europa Aiakos. Dem Minos aber will ich den Vorsitz übertragen, um die letzte Entscheidung zu tun, wenn jenen beiden etwas allzubedenklich ist, damit das Urteil, welchen Weg die Menschen zu wandeln haben, vollkommen gerecht sei.“ …………… Beachte: Minos, Sohn des Gottes Zeus von einer sterblichen Frau, Europa – Christus, Gottes Sohn von einer sterblichen Frau, Maria. Zeus gibt sich als Vater des Minos zu erkennen – bei der Taufe und der Verklärung Jesu öffnete sich der Himmel und Gott sprach: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ Zeus diktierte auf dem Berg Ida Minos die Gesetzt für die Menschen – Moses erhielt auf dem Berg Sinai die 10 Gebote Gottes; „ ...., auf ihn sollt ihr hören.“ Der sterbliche Gottessohn Minos ist seit seinem Tod oberster Richter über das Leben der Verstorbenen – Christus, der sterbliche Sohn Gottes wird beim Jüngsten Gericht die Entscheidung fällen (Sixtinische Kapelle – Michelangelo: Das Jüngste Gericht). ........... In der Frage, ob Minos im Kern eine myth. oder geschichtliche Gestalt ist, nahm man wegen seinem innigen Verhältnis zu Zeus und seiner Funktion als Totenrichter eine ursprüngliche Göttlichkeit an. Doch ist ein Kult nirgends nachweisbar. Aus dem vorgriechischen Namen Minos ist nichts zu erschließen. Der Versuch ihn über den Namen seiner Mutter und Asterios zum Hauptgott einer vorgriechischen Bevölkerung zu machen wurde aufgegeben. Die Ausgrabungsergebnisse von Evens drängen geradezu den Schluss auf, dass Minos als Person oder als Personifizierung eines Geschlechtes (belegt durch die Aufteilung des Minos in Großvater und Enkel) jene kretische Seemacht darstellt, als die sie im Mythos aufscheint. Ergänzend dazu sind die Feldzüge nach Attika und Sizilien, zumindest als Verbreitung der minoischen Kultur und Handelsbeziehungen, nachweisbar bis zu den Liparischen Inseln, nicht in das Reich der Märchen zu verweisen. …… Verblüffend ist, dass trotz aller Wirrnisse der Geschichte diese Fakten in der Form von Mythen über viele Jahrhunderte in der kretisch-griechischen Bevölkerung überliefert wurden und trotzdem nicht in der Lage sind ein Gesamtbild dieser frühen, eher femininen Kultur, abzugeben. …………………….. Zwei Enkel des Minos tragen ebenfalls den Namen Minos: HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Michelangelo-minos2.jpg&filetimestamp=20060525075528" INCLUDEPICTURE "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/ff/Michelangelo-minos2.jpg/220px-Michelangelo-minos2.jpg" \* MERGEFORMATINET Minos, von Schlangen umschlungen und gebissen (Detail eines Freskos des Jüngsten Gerichts in der Sixtinischen Kapelle); 1536 - 1541. 2. In der komplizierten Minos-Genealogie des Diodoros 4,60,2f scheint ein Minos 2 als Sohn der Ide 3 und des Lykastos 1, eines Sohnes des Minos 1 und der Itone, auf. 3. Auch Minos 1 Sohn Deukalion 1 hat einen Sohn Minos 3. Dieser heiratete Krete, die Eponyme der Insel Kreta. Dieser Minos wird oft mit seinem Großvater gleichgestellt. Krete, die Eponyme der Insel Kreta, scheint in der minoischen Genealogie zweimal auf. Einmal als Tochter von Europe 1 und Asterion 5, das zweite mal als Enkelin von Europe und Asterion, Tochter des Deukalion 1. Sie wird auch als Mutter von Kar, Lydos und Mysos mit Zeus als Vater genannt. Im zweiten Fall heiratet sie ihren Halbbruder Minos, bei dem es sich wiederum um eine Aufteilung des Zeussohnes Minos über drei Generationen handelt. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist diese Genealogie mit ein Grund zur Annahme, dass es sich bei Minos um ein königliches Geschlecht und nicht um eine Einzelperson handelt.