eine gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen mythologie
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atlas
ATLAS Ein gigantisch großer Riese, Sohn des Titanen Iapetos und der Okeanide Klymene 1; Hesiod theog. 746. Nach Schol. Homer Ilias 18,486 ist er ein Gigant. Andere Schriftsteller nennen als Vater, Mutter oder Eltern Uranos, Gaia, Aither, Asia, Libye, Hemera, Poseidon und Kleito. Gemahl der Pleione, nach Musaios ist Aithra 2 seine Frau. Auch Aithra 5 wird als Gemahlin genannt. Mit Pleione zeugte er sieben Töchter, die Pleiaden. Hesperis schenkte ihm die Hesperiden (siehe Hesperiden>). Er war Vater von Kalypso (Homer Odyssee1,52. 7,244ff), Hyas und der Hyaden. Auch Dione, die Gattin des Tantalos (Hygin fab. 83), Niobe (Ovid met. 6,174f), Maira, die Gattin des Königs Tegeates (Pausanias 8,48,6), Hesperos (Diodoros 3,60) und Auson 1 (Stephanos Byzantios) wurden ihm von den Dichtern als Kinder zugeschrieben. Durch die Nachkommen seiner vielen Kinder ist Atlas der Stammvater einer Vielzahl von Herrschergeschlechtern von Mauretanien bis Kleinasien. Er wurde auch als Urahne von Homer und Hesiod erzählt. …… Atlas ist die Personifizierung der Trennung zwischen Himmel und Erde, aber auch der Träger der Erde. Das Atlasgebirge und der Atlantische Ozean sind nach ihm benannt. Er gilt auch als König von Mauretanien. Als im Kampf der Titanen gegen die Götter Atlas seine Titanenbrüder unterstützte „verdonnerte“ Zeus ihn zum Tragen des Himmels in den Nordwesten Afrikas. Dort stand er und trug auf zwei Säulen den Himmel (In der Architektur die Atalanten, von denen es z. B. in Wien sehr viele gibt.). ….. Bei der elften Arbeit des Herakles verspricht Atlas dem Herakles, dass er ihm die goldenen Äpfel der Hesperiden aus dem Garten der Götter hole, wenn Herakles ihm dafür die Erde kurz trage. Herakles übernahm die Erde, Atlas holte die Äpfel, lachte und erklärte Herakles, dass er keine Lust habe die Erde wieder zu übernehmen. Herakles war einverstanden, bat aber Atlas die Erde noch einmal kurz zu halten, damit er sich ein Polster auf die Schulter legen könne. Atlas nahm die Erde und Herakles hob die Äpfel auf und ging. Atlas kommt in vielen weiteren Sagen und Geschichten vor. ….. Der Typ des den Himmel und die Erde tragenden Riesen ist auch in den Mythen des alten Orients bekannt: z. B. Upelluri in den hettitischen Texten. ….. Perseus 1 versteinerte diesen Sohn des Japetos und schuf so das Atlasgebirge: Nachdem Perseus der Medusa das Haupt abgeschlagen hatte flog er mit dem blutenden Schlangenschädel in der Tasche und seinen geflügelten Zauberschuhen vom äußersten Westen kommend über Nordafrika; Ovid met. 4,621ff: „Drauf im unendlichen Raum, von zwistigen Winden verschlagen, Treibt bald hier, bald dort, nach der Weise der wäßrigen Wolke, Jener umher und schaut auf weitabstehende Länder Hoch vom Äther hinab und fliegt rings über den Erdkreis. Dreimal sah er den Krebs, dreimal die frostigen Bären; Oft zu dem Untergang, oft ward er entführt zu dem Aufgang. Endlich bei sinkendem Tag, besorgt, sich der Nacht zu vertrauen, Macht im hesperischen Land er halt, im Gebiete des Atlas, Kurz zu rasten gewillt, …..“ Atlas, der Titanensohn, war ein gigantisch großer Riese und beherrschte ein reiches Land im Nordwesten von Afrika. In seinem Garten wuchs ein Baum der goldene Äpfel trug. Einst prophezeit ihm die Göttin Themis, dass ein Sohn des Zeus diese Äpfel stehlen werde; Ovid met. 4,646ff: „Darum hatte, besorgt, mit einem Gebirge den Garten Atlas umhegt und zum Hüter gesetzt einen riesigen Drachen, Jeden, der fernher kam, wegweisend aus seinem Gebiete. Ihm auch ruft er im Zorn: »Geh fort, sonst möchtest du wenig Von dem erlogenen Ruhm und wenig von Jupiter haben!« Drohungen folget Gewalt, und er will ihn drängen von hinnen, Wie er noch säumt, bald derbe, bald glimpfliche Worte gebrauchend. Perseus, schwächer an Kraft - wer hätte die Kräfte des Atlas? -. Sprach: »Weil unsere Gunst du gering nur achtest im Werte, Nimm denn dieses Geschenk!« Und er hielt ihm vor mit der Linken, Rückwärts selber gewandt, das starrende Haupt der Medusa. Groß, wie er war, wird Atlas zum Berg. Denn es gehen in Wälder Haupthaar über und Bart; Anhöhn sind Schultern und Hände; Was noch eben das Haupt, ist oben am Berge der Gipfel; Knochen erstarren zu Stein. Drauf, wachsend nach jeglicher Seite, Dehnt' er unendlich sich aus - so wolltet's ihr Götter -, und mächtig Ruhte das Himmelsgewölb auf ihm samt allen Gestirnen.“ So entstand das Atlasgebirge und Perseus flog weiter. ………………. Bei Platon, Kritias 113b – 114c, ist er König von Atlantis. Platon erzählt im Atlantismythos von der Insel Atlantis, die bei der Aufteilung der Erde dem Poseidon zugefallen war. Sie lag vor den Säulen des Herakles in dem nach Atlas, einem Enkel des Okeanos, benannten Meer (= Atlantischer Ozean). Auf dieser Insel lebte der erdgeborene Euenor mit seiner Gattin Leukippe. Sie hatten nur eine Tochter, Kleito. Die Eltern starben sehr früh. Als das einsame Mädchen zur Frau heranwuchs, verliebte sich Poseidon in sie, baute ihr eine Behausung und zeugte mit ihr fünf Zwillingspaare: Atlas und Gadeiros (Madeira), griechisch ungefähr Eumelos, Ampheres und Euaimon 4, Mnaseas und Autochthon, Elasippos und Mestor, Azaes und Diaprepes. Als die Knaben herangewachsen waren teilte Poseidon Atlantis in kleinere Inseln auf, gab jedem Sohn ein Reich und zudem die Würde des Herrschers. Atlas, den Ältesten, ernannte Poseidon zum König über das ganze Inselreich. Es entstanden Völker, die aus dem Nichts die Inseln belebten, Felder anlegten, bescheidene Hütten bauten und mit viel Fleiß den Lebensunterhalt erarbeiteten. Viele Generationen lang lebten sie in Zufriedenheit, Frieden und Freude, mehrten sich und den Wohlstand, bauten Tempel, Städte, Paläste, Brücken, Kanäle und wurden zum hochkultiviertesten Volk des Erdkreises. Leider wurde in ihnen durch die vielfache Vermehrung der göttliche Anteil immer dünner. Die Menschen entarteten, rafften unrechten Gewinn und unrechte Macht, und gaben so noch den Rest ihrer Göttlichkeit Preis. Zeus, der Gott der Götter, erkannte dies, sah, dass ein treffliches Geschlecht heruntergekommen ist und beschloss ihm Strafe aufzuerlegen. Er rief die Götter in den ehrwürdigsten Wohnsitz, der in der Mitte des Weltalls liegt und sprach ...................... ...... (Atlantis sucht man heute noch.)