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selene
SELENE „Die Strahlende“. Tochter des Hyperion und der Theia, Schwester des Helios und der Eos; Hesiod Theogonie 371. Griechische Göttin des Mondes, bei den Römern hieß sie Luna. Ein Megamedes wird in der Genealogie Hom. Hymnen in Merc. 100 als Vater des Pallas 1 genannt, der der Vaters der Selene gewesen sein soll. ….. Selene war ein Gestirnname bei den indogermanischen Völkern. Bei den in Vorderasien meist männlichen Mondgöttern gab es stark ausgeprägte Kulte. Bei Selene sind Zeugnisse von Kulten selten. Durch ihre Zugehörigkeit zur Nacht wurde sie mit der Welt der Toten in Verbindung gebracht. In der Spätantike und im Mittelalter spielte sie eine große Rolle in der Zauber- und Zauberinnenliteratur. Zeus gebar sie Ersa / Herse 3, Nemea und Pandia, dem Pan gab sie sich für ein schönes Widderfell hin, dem Eumolpos oder Antiphemos schenkte sie den großen mythischen Dichter Musaios. Ihr einziger großer Mythos ist die tragische Liebesgeschichte mit dem schönen Endymion, dem König von Elis: Selene, die Mondgöttin, liebte diesen wunderschönen Jüngling Endymion. Sie liebten sich und Selene schenkte ihm 50 Töchter, die Menai. Um ihn immer jugendlich-schön lieben und genießen zu können bat sie Zeus Endymions Jugend und Schönheit ewig zu erhalten. Zeus verlieh ihm ewigen Schlaf; nicht alternd schläft er heute noch auf dem Latmos bei Herikleia. ……. Zugrunde liegt die Vorstellung von der ewigen Erhaltung jugendlicher männlicher Schönheit und erotischer Ausstrahlung durch göttliche Entrückung – Beispiel: James Dean. ……. Der selige Schlaf des Schönen, die vergebliche erotische Ausstrahlung des vom Licht des Mondes (Selene) beschienen jugendlichen Körpers und die Sehnsucht der schuldigen Selene reizten, wie beim Narkissos, Generationen von Malern und Bildhauern. Auf römischen Sarkophagen wurde er oft abgebildet. ….. Die 50 MENAI waren die Göttinnen von 50 Mondmonaten, Töchtern des Selene (der Mond) und des Endymion, des Königs von Elis und Olympia, in dessen Stadt die Olympischen Spiele stattfanden. Diese fünfzig Mondmonate der vierjährigen Olympiade - einer Grundeinheit in der alten griechischen Messung der Zeit – wurden durch die Menai dargestellt. Das acht Jahr Octaeteris (das statt unserer modernen Zeitrechnung mit Jahrzehnten verwendet wurde) bestand aus zwei Olympiaden von fünfzig und neunundvierzig Monaten. Dieser 99 Mondmonatszyklus setzt mit 8 Solarjahren die Konvergenz von diesen zwei ursprünglichen himmlischen Zyklen gleich und markiert sie.